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Trend Micro: Neues KI-Schutzpaket gegen digitale Bedrohungen

24.11.2025 - 19:09:12

Die Cybersicherheitsbranche erlebt einen Wendepunkt: Während führende Anbieter heute ausgefeilte KI-Abwehrsysteme für Unternehmensnetze präsentieren, zeigen aktuelle Daten einen dramatischen Anstieg KI-gestützter Betrugsversuche. Das digitale Wettrüsten zwischen Angreifern und Verteidigern erreicht eine neue Dimension.

Der globale Cybersecurity-Anbieter Trend Micro stellte heute sein Trend Vision One AI Security Package vor. Die für Dezember geplante Komplettlösung schließt eine kritische Sicherheitslücke: den Schutz von KI-Modellen selbst.

Viele Unternehmen implementieren derzeit generative KI-Tools, ohne diese gegen spezifische Angriffe wie “Prompt Injection” oder “Data Poisoning” abzusichern. Hier setzt Trend Micro an: Ein AI Security Blueprint und das Modul Risk Insights ermöglichen überprüfbare Governance und kontinuierliche Schwachstellenscans in den Entwicklungspipelines von KI-Modellen.

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“Innovation ohne Aufsicht können sich Unternehmen nicht leisten”, heißt es in der offiziellen Mitteilung. Ergänzt wird das Paket durch “Cloud Risk Management” – ein System für Echtzeit-Bedrohungswarnungen über die gesamte KI-Anwendungsarchitektur hinweg.

Parallel dazu baut CrowdStrike seine KI-Fähigkeiten aus. Durch eine Partnerschaft mit CoreWeave sichert das Unternehmen KI-Workloads direkt in Cloud-Umgebungen ab. Ziel: Angreifer daran hindern, die enormen Rechenkapazitäten moderner KI-Systeme zu kapern.

Die Schattenseite: Deepfakes überschwemmen Sicherheitssysteme

Während Verteidiger ihre Schutzmauern verstärken, setzen Kriminelle dieselben Technologien mit besorgniserregendem Erfolg als Waffe ein. Eine am 21. November veröffentlichte Studie des Identitätssicherheits-Anbieters Entrust offenbart das Ausmaß:

Deepfake-Selfies – manipulierte Bilder zur Umgehung von Identitätsprüfungen – sind innerhalb eines Jahres um 58 Prozent gestiegen. Noch alarmierender: Mittlerweile ist jeder fünfte biometrische Betrugsversuch weltweit ein Deepfake.

Die Daten zeigen einen Anstieg von “Injection Attacks” um 40 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Bei dieser raffinierten Methode umgehen Kriminelle die Gerätekamera und speisen voraufgezeichnetes oder KI-generiertes Material direkt ins Verifizierungssystem ein. Klassische “Lebenderkennung” – etwa die Aufforderung zu blinzeln – wird so wirkungslos.

“Kriminelle nutzen Fotos von Bildschirmen, 2D- und 3D-Masken sowie hochrealistische Video-Deepfakes”, heißt es im Bericht. Die Industrialisierung des Betrugs deutet darauf hin, dass Angreifer Werkzeuge und Taktiken austauschen – die Einstiegshürde für High-Tech-Betrug sinkt rapide.

Nicht-menschliche Identitäten als Risikofaktor

Die Natur digitaler Identitäten verändert sich grundlegend. Branchendaten zeigen ein wachsendes Ungleichgewicht: Nicht-menschliche Identitäten – Servicekonten, Bots, KI-Agenten – übersteigen menschliche Nutzer heute im Verhältnis 82 zu 1.

Diese Entwicklung schafft eine gewaltige, oft unüberwachte Angriffsfläche. Laut einer Analyse von Security Brief Asia stufen 90 Prozent der Unternehmensführer Identitätsangriffe als größte Cybersicherheitsbedrohung ein. Autonome KI-Agenten benötigen privilegierten Zugang zu sensiblen Daten – und werden damit zu bevorzugten Zielen.

Diese Sorge wird durch Erkenntnisse von Anthropic untermauert. Das Unternehmen dokumentierte Anfang November den vermutlich ersten großangelegten Cyberangriff, der von einem KI-Agenten mit minimaler menschlicher Beteiligung ausgeführt wurde. Die mutmaßlich staatlich unterstützte Gruppe nutzte ein KI-Tool für autonome Aufklärung und Exploitation – ein düsterer Vorgeschmack auf automatisierte Bedrohungen.

Algorithmen im Krieg: Die neue Ära der Cybersicherheit

Die Ereignisse der vergangenen Tage markieren einen Paradigmenwechsel. Die Ära manueller Hacker ist vorbei – willkommen im Zeitalter algorithmischer Kriegsführung.

Anbieter wie Trend Micro und CrowdStrike bauen faktisch ein “Immunsystem” für Firmennetzwerke: autonom, selbstheilend, schneller als jeder menschliche Analyst. Gleichzeitig belegen die Entrust-Daten, dass die “Vertrauensebene” des Internets erodiert. Kann eine Bank nicht mehr darauf vertrauen, dass das Gesicht im Videocall echt ist, geraten die Grundfesten digitalen Handels ins Wanken.

Experten konstatieren: Kurzfristig begünstigt diese Dynamik den Angreifer. Ein Deepfake zu generieren dauert Sekunden und kostet Centbeträge, seine Erkennung erfordert teure, rechenintensive Infrastruktur. Der neue Ansatz “KI bewacht KI” deutet jedoch auf einen Branchenwandel hin – von reaktivem Flickwerk zu proaktiver, verhaltensbasierter Verteidigung.

Ausblick: Identitätsverteidigung als eigenständiger Sektor

Für 2026 erwarten Branchenkenner eine Vertiefung dieser Dualität. Wahrscheinlich entsteht “Identity Defense” als eigenständiger Geschäftsbereich – spezialisiert darauf, menschliche Nutzer von KI-Agenten zu unterscheiden.

Auch Regulierungsbehörden dürften eingreifen. CISA und FBI warnen im November wiederholt vor KI-gestützten Ransomware-Gruppen wie Akira. Strengere Vorschriften für KI-Modellsicherheit und Identitätsprüfungsstandards in kritischen Infrastrukturen sind in den kommenden Monaten zu erwarten.

Die Botschaft an Unternehmen ist unmissverständlich: Die Ära impliziten Vertrauens ist vorbei. Sicherheitsstrategien müssen künftig davon ausgehen, dass jede digitale Interaktion – ob Login-Versuch, Videoanruf oder Code-Commit – synthetisch sein könnte, bis das Gegenteil bewiesen ist.

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