Transfer-Scamming, Betrüger

Transfer-Scamming: Betrüger geben sich als Bundesliga-Bosse aus

03.01.2026 - 21:54:12

Eine neue Betrugswelle trifft den deutschen Profifußball. Kriminelle Netzwerke nutzen gefälschte WhatsApp-Konten von Vereinsmanagern, um Spielerberatern hohe Summen zu entlocken. Die Methode ist raffinierter Social Engineering-Angriff auf die hektische Transferphase.

Die Betrüger agieren mit bemerkenswerter Präzision. Sie richten professionell wirkende WhatsApp Business-Profile ein, die die Identität echter Sportdirektoren oder Manager aus der Bundesliga und 2. Bundesliga kopieren. Dafür nutzen sie gestohlene Profilbilder und hinterlegen vorbereitete Handynummern. Der erste Eindruck ist täuschend echt.

Der Kontakt zu den Beratern wird gezielt aufgebaut. Die Scammer geben sich als Vereinsverantwortliche aus und signalisieren ernsthaftes Interesse an einem Spieler. Sie verwenden die typische Transfer-Jargon und investieren Zeit, um Vertrauen zu schaffen – eine klassische Social-Engineering-Taktik. Diese Phase des „Einschleichens“ hat dem Phänomen den Namen „Transfer-Scamming“ eingebracht, eine Analogie zu Romance-Scams, aber angepasst an das harte Geschäft des Profifußballs.

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Der Ablauf: Die Falle mit der „Vorauszahlung“

Der eigentliche Betrug dreht sich um das Thema medizinische Untersuchungen. Sobald eine verbindliche Transferzusage vorgetäuscht ist, inszenieren die falschen Bosse ein plötzliches Problem. Ein ausländischer Spieler benötige dringend einen Arzttermin in Deutschland, so die Story, und der Berater müsse die Kosten dafür vorstrecken.

Ein besonders schwerer Fall aus Dezember 2025 machte jetzt Schlagzeilen: Ein Berater überwies 8.500 Euro für einen angeblichen Untersuchungstermin im Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf (UKE). Zur Absicherung schickten die Betrüger sogar ein gefälschtes Passfoto. Nach dem Geldeingang verschwand der angebliche Vereinsmanager sofort – das Konto war leer, der Kontakt abgebrochen.

Branche in Alarmbereitschaft: Ermittlungen laufen

Staatsanwaltschaften und Landeskriminalämter in mehreren Bundesländern haben die Ermittlungen aufgenommen. Die Nutzung von WhatsApp macht die Täter schwer greifbar; die App ermöglicht internationale Operationen und schafft eine gefährliche Mischung aus Nähe und Dringlichkeit.

Die Fußballbranche reagiert mit Sorge. Experten sehen die Ursache in den systemischen Schwächen des Transfergeschäfts: Zeitdruck, die Angst, ein Geschäft zu verpassen, und die zunehmende Informalität der Kommunikation. Während Top-Clubs über gesicherte Kanäle verhandeln, zielen die Betrüger auf kleinere Agenturen oder Zwischenhändler ab, bei denen WhatsApp-Gespräche üblich sind.

Hintergrund: CEO-Betrug erreicht den Sport

„Transfer-Scamming“ markiert eine neue Stufe des CEO-Fraud. Die Angriffe verlagern sich von Konzernbuchhaltungen in die hochspezialisierte Welt des Sportmanagements. Die Täter zeigen detailliertes Branchenwissen – ein Indiz für professionelle Organisation.

Könnte Künstliche Intelligenz das Problem verschärfen? Die Möglichkeit, perfekte deutsche Texte zu generieren oder überzeugende Dokumente zu fälschen, erleichtert internationalen Banden den Einstieg. Die Betrugswelle offenbart eine gefährliche Lücke: Die Geschwindigkeit und Informalität der Deals hat die Sicherheitsstandards überholt.

Konsequenzen: Rückkehr zu sicheren Kanälen?

Als Reaktion erwarten Branchenkenner strengere Verifizierungsprotokolle. Agenturverbände werden voraussichtlich Richtlinien für Video-Checks oder Rückrufe auf offizielle Vereinsfestnetznummern empfehlen, bevor Daten oder Geld fließen.

Cybersicherheitsfirmen warnen, dass dieses Betrugsmodell auch andere Freiberufler-Branchen erreichen könnte, in denen WhatsApp zum geschäftlichen Standard gehört. Für den deutschen Fußball wird der Januar 2026 nicht nur als Transferfenster in Erinnerung bleiben, sondern auch als Weckruf für die digitale Sicherheit bei Vertragsverhandlungen.

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