TK-Stressreport 2025: Zwei Drittel gestresst – Politik belastet mehr als Job
29.11.2025 - 18:40:12Zwei Drittel der Bevölkerung fühlen sich gestresst, wobei internationale Konflikte erstmals fast gleich stark belasten wie berufliche Anforderungen. Der TK-Report zeigt fundamentale Veränderungen bei Stressursachen.
Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich gestresst. Mit dieser alarmierenden Zahl präsentierte die Techniker Krankenkasse am Mittwoch ihren aktuellen Stressreport – doch die wirkliche Brisanz liegt woanders: Erstmals belastet die globale Weltlage die Menschen fast genauso stark wie ihr Beruf.
Die Zahlen markieren einen historischen Höchststand. 66 Prozent der Befragten geben an, sich häufig oder manchmal gestresst zu fühlen. 2013 waren es noch 57 Prozent, 2021 bereits 64 Prozent. Nur noch acht Prozent erleben nie Stress.
“Die Welt befindet sich gefühlt im Dauerkrisenmodus”, kommentiert TK-Chef Dr. Jens Baas bei der Vorstellung in Berlin. Wer Medien konsumiert, wird mit einer Flut negativer Schlagzeilen konfrontiert – und die hinterlässt Spuren.
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Weltenlast statt Arbeitslast
Der Report offenbart einen fundamentalen Wandel in den Stressursachen. Zwar bleibt der hohe Anspruch an sich selbst mit 61 Prozent der Hauptfaktor, gefolgt von Beruf und Studium mit 58 Prozent. Doch 53 Prozent der Gestressten nennen nun politische und gesellschaftliche Probleme als Belastung.
Die Detailzahlen zeigen das Ausmaß:
- 62 Prozent leiden unter Kriegen und internationalen Konflikten
- 59 Prozent belastet die politische Polarisierung im eigenen Land
- Stress ist 2025 nicht mehr privat – er ist politisch geworden
Parallel dazu veröffentlichte die britische Health and Safety Executive Zahlen, die das deutsche Phänomen bestätigen. 1,9 Millionen Arbeitnehmer in Großbritannien litten 2024/2025 unter arbeitsbedingten Gesundheitsproblemen, etwa die Hälfte davon durch Stress und psychische Belastungen. Die Kosten: geschätzte 27,5 Milliarden Euro.
Wenn der Körper nicht mehr abschalten kann
Die biologischen Folgen sind messbar. Der Körper vieler Menschen verlernt, nach Anspannung wieder herunterzufahren:
- 62 Prozent klagen über Muskelverspannungen und Rückenschmerzen
- 61 Prozent leiden unter chronischer Erschöpfung
- 47 Prozent berichten von Schlafstörungen
“Bis zu einem gewissen Grad gehört Stress zum Leben dazu”, betont Baas. Biologisch gesehen ist Stress zunächst Energiebereitstellung – ein Mechanismus, um Herausforderungen zu bewältigen. Das Problem: Die Daueraktivierung ohne Erholung macht krank.
Stresskompetenz statt Stressvermeidung
Experten fordern deshalb einen radikalen Perspektivwechsel. Der alte Ratschlag “Vermeiden Sie Stress” wirkt angesichts globaler Krisen fast zynisch. Stattdessen gewinnt das Konzept der Stresskompetenz an Bedeutung.
Der Schlüssel liegt in der Mikro-Erholung. Da lange Auszeiten oft fehlen, müssen kurze Regenerationsphasen die Stresshormone abbauen, bevor sie toxisch wirken. Immerhin: 83 Prozent der Befragten nutzen bereits Spaziergänge oder Zeit in der Natur als Ventil, 78 Prozent widmen sich Hobbys.
Besonders betroffen sind Frauen, die häufiger gestresst sind als Männer – oft bedingt durch den unsichtbaren Mental Load der Familienorganisation. Jüngere Generationen reagieren zudem sensibler auf die globale Unsicherheit als ältere Kohorten.
Was sich 2026 ändern muss
Die Erkenntnisse machen deutlich: Individuelle Maßnahmen wie Yoga oder Achtsamkeits-Apps reichen nicht aus, um strukturelle Belastungen abzufedern. Unternehmen müssen Gesundheitsmanagement als betriebswirtschaftliche Notwendigkeit begreifen, nicht als netten Benefit.
Für den Einzelnen bleibt die Erkenntnis: Stress ist unvermeidbar, aber nicht zwangsläufig schädlich. Wer lernt, Energiephasen zu nutzen und Erholungsphasen radikal zu verteidigen, kann den “Motor Stress” nutzen, ohne dass er überhitzt. Die Alternative? Ein kollektiver Motorschaden, den sich weder Gesellschaft noch Wirtschaft leisten können.
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