TK-Stressreport, Deutschen

TK-Stressreport 2025: Zwei Drittel der Deutschen dauerhaft erschöpft

30.11.2025 - 02:20:12

Pünktlich zum ersten Advent zeigt sich: Deutschland brennt aus. Der heute vorgestellte TK-Stressreport 2025 offenbart einen alarmierenden Höchststand – zwei Drittel der Bevölkerung fühlen sich dauerhaft oder häufig gestresst. Entspannung? Für viele ein Fremdwort.

Während in den Innenstädten die Weihnachtsbeleuchtung erstrahlt, dominiert in vielen Haushalten nicht die Vorfreude, sondern der Druck. Die am Mittwoch veröffentlichte Erhebung der Techniker Krankenkasse liefert die nackten Zahlen zu einem gefühlten Zustand: Deutschland ist erschöpft.

Die Ergebnisse sind eindeutig. Zwei Drittel der Menschen fühlen sich häufig oder manchmal gestresst – ein signifikanter Anstieg im Vergleich zu den Vorjahren. Besonders drastisch: Nur noch acht Prozent gaben an, „gar keinen Stress” zu empfinden.

„Bis zu einem gewissen Grad gehört Stress zum Leben dazu”, erklärte TK-Vorstandschef Jens Baas bei der Vorstellung in Berlin. „Chronischer Stress jedoch erhöht das Risiko für Herz-Kreislauf-Probleme, Rückenschmerzen oder Depressionen.”

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Die körperlichen Warnsignale sind unübersehbar. Gestresste Befragte berichten signifikant häufiger von:

  • Muskelverspannungen
  • Tiefer Erschöpfung
  • Massiven Schlafstörungen

Der Anteil der gestressten Bevölkerung steigt seit 2013 kontinuierlich – ein strukturelles Problem in der deutschen Arbeits- und Lebenskultur.

Der größte Feind: Die eigenen Ansprüche

Überraschend: Der Stressfaktor Nummer eins ist der hohe Anspruch an sich selbst. In einer Gesellschaft der ständigen Optimierung laufen viele ihren eigenen Erwartungen hinterher. Kann das gesund sein?

Dazu kommt diffuse Unsicherheit. Neben beruflichen Belastungen nannten Befragte zunehmend „politische und gesellschaftliche Probleme” als Stressauslöser. Die Krisennachrichtenlage der letzten Monate hinterlässt deutliche Spuren.

Auch die Adventszeit selbst wird zum Stressfaktor. Eine Analyse von Fit Reisen bestätigt: Fast 50 Prozent der Familien mit zwei oder mehr Kindern empfinden die Adventswochenenden als deutlich stressiger. Zwischen Weihnachtsfeiern, Geschenke-Shopping und Jahresabschluss-Deadlines bleibt kaum Luft zum Atmen.

Digital Detox statt Doomscrolling

Prof. Judith Mangelsdorf von der Deutschen Hochschule für Gesundheit und Sport fordert ein Umdenken. „Stress ist ein Ressourcendefizit”, erklärte sie im ZDF-Interview. Wenn Belastungen die Kraftreserven übersteigen, kippt das System.

Ihre konkreten Empfehlungen klingen simpel, werden aber selten umgesetzt:

  • Gezielter Nachrichtenkonsum: Feste Zeiten für Informationen statt permanentem Doomscrolling
  • Bewegung in der Natur: Die beste Form der Stressbewältigung – unser Organismus ist evolutionär darauf programmiert
  • Atemtechniken: Vier Sekunden ein, acht Sekunden aus beruhigt das vegetative Nervensystem

Auch soziale Beziehungen spielen eine Schlüsselrolle. Tiefe Gespräche, in denen man Herausforderungen teilt, wirken entlastend – gerade in der Adventszeit oft durch oberflächliche Verpflichtungen verdrängt.

Das deutsche Paradoxon

Die Stresszahlen stehen in spannendem Kontrast zu anderen Daten: Im Juni 2025 schaffte es Deutschland erstmals in die Top 5 der globalen Work-Life-Balance-Studie. Wie passt das zusammen?

Analysten vermuten: Die strukturellen Rahmenbedingungen sind exzellent, die gefühlte Belastung steigt jedoch durch Arbeitsverdichtung und „Always-On”-Kultur. Man hat theoretisch frei, kann aber psychisch nicht abschalten.

Ein weiterer Faktor: erhöhte Polizeipräsenz auf Weihnachtsmärkten trägt subtil zur Grundanspannung bei. Die unbeschwerte Erholung ist einem wachsamen Blick gewichen.

Zudem zeigt sich ein Generationenunterschied: Jüngere investieren zwar mehr in Self-Care und Adventskalender (bis zu 50 Euro), fühlen sich aber durch die Multikrisen-Welt stärker belastet als Babyboomer.

Trend 2026: Gemeinsam statt einsam

Der Markt reagiert auf das wachsende Erholungsbedürfnis. Für 2026 zeichnet sich ein Trend ab: weg von reiner Selbstoptimierung, hin zu „Community-Based Wellness”. Gemeinsames Eisbaden, Gruppen-Meditationen oder soziale Saunabesuche sollen der Vereinsamung entgegenwirken.

Für die kommenden Wochen gilt der Expertenrat: Weniger ist mehr. Wer den Anspruch an das „perfekte Weihnachtsfest” herunterschraubt, hat die besten Chancen, nicht Teil der zwei Drittel im nächsten Stressreport zu werden. Die Adventszeit 2025 könnte die Chance sein, nicht nur Kerzen anzuzünden, sondern auch die eigenen Batterien wieder aufzuladen.

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