TK-Stressreport, Perfektionismus

TK-Stressreport 2025: Perfektionismus stresst Deutschland mehr als der Job

28.11.2025 - 06:52:12

Laut Techniker Krankenkasse nennen 61 Prozent der Deutschen hohe eigene Ansprüche als Hauptbelastung. Besonders Frauen und Eltern leiden unter chronischem Stress mit gesundheitlichen Folgen.

Zwei Drittel der Deutschen fühlen sich gestresst. Der am Mittwoch veröffentlichte Stressreport 2025 der Techniker Krankenkasse zeigt: Der größte Druck kommt nicht von außen, sondern aus uns selbst. 61 Prozent nennen hohe Selbstansprüche als Hauptstressor – noch vor Arbeit und Weltpolitik.

Frauen und Eltern unter Dauerdruck

Die Stressbelastung verteilt sich höchst ungleich. 71 Prozent der Frauen fühlen sich gestresst, bei Männern sind es 60 Prozent. Experten führen diese Kluft auf die ungleiche Verteilung von Care-Arbeit zurück.

Besonders dramatisch ist die Lage für Eltern minderjähriger Kinder: 88 Prozent stehen massiv unter Druck. Die Doppelbelastung aus Beruf und Familie fordert ihren Tribul. Chronischer Stress ist längst kein Befindlichkeitsproblem mehr, sondern ein konkretes Gesundheitsrisiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Depressionen.

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Der innere Feind: Wenn Perfektionismus krank macht

Was belastet die Menschen wirklich? Die Rangliste überrascht:

  • Hohe Selbstansprüche: 61%
  • Schule, Studium, Beruf: 58%
  • Politische und gesellschaftliche Probleme: 53%

Der interne Druck liegt damit erstmals vor den klassischen externen Faktoren. Soziale Medien und digitale Vergleichsmöglichkeiten befeuern den Selbstoptimierungswahn. „Die Welt befindet sich gefühlt im Dauerkrisenmodus”, kommentiert Baas. Wer Medien konsumiere, werde mit Negativschlagzeilen überflutet.

Auch die Weltlage belastet: 59 Prozent sorgen sich um politische Polarisierung, 52 Prozent um die innere Sicherheit. Kriege und Konflikte dringen tief in den Alltag ein und verstärken das Gefühl der Hilflosigkeit.

Loslassen statt Aushalten

Wie bewältigen die Deutschen den Druck? Die Strategien sind bewährt, aber nicht immer gesund:

  • Natur und Bewegung: 83% nutzen Spaziergänge
  • Hobbys: 78% finden Ausgleich in Interessen
  • Soziale Kontakte: 78% tanken Kraft bei Familie und Freunden

Die geschlechtsspezifischen Unterschiede sind auffällig. Frauen setzen auf Yoga und autogenes Training (28 Prozent), Männer greifen häufiger zu Videospielen (33 Prozent) oder Alkohol (36 Prozent) – Strategien, die langfristig oft kontraproduktiv wirken.

Experten fordern ein Umdenken. Mentale Stärke definiert sich 2025 nicht mehr durch das Aushalten von Belastung, sondern durch die Fähigkeit, Ansprüche zu relativieren. „Good enough is the new perfect”, lautet die neue Devise. Digitale Pausen und das bewusste Senken der Erwartungshaltung an sich selbst werden zur Notwendigkeit.

Wirtschaftliche Sprengkraft

Die Zahlen bestätigen einen gefährlichen Trend. Bereits 2024 verzeichneten Krankenkassen Rekordstände bei psychisch bedingten Fehltagen. Die wirtschaftlichen Kosten durch Arbeitsausfälle steigen kontinuierlich.

Betriebliches Gesundheitsmanagement muss sich neu erfinden. Die klassische Rückenschule reicht nicht mehr. Unternehmen brauchen mentale Coachings, die Mitarbeitern helfen, den hohen Selbstanspruch in gesunde Bahnen zu lenken. Wer eine Kultur der Fehlertoleranz etabliert, könnte im Kampf um Fachkräfte die Nase vorn haben.

Der Blick nach vorn

Kurzfristig erhöht der Report den Druck auf die Politik, präventive Maßnahmen zu fördern. Krankenkassen investieren massiv in digitale Angebote wie Achtsamkeits-Apps und Digital-Detox-Programme.

Trendforscher prognostizieren für 2026 eine Gegenbewegung: „Slow Living” und „JOMO” (Joy of Missing Out) könnten vom Nischenphänomen zur gesellschaftlichen Notwendigkeit werden. KI-gestützte Biofeedback-Tools werden Stresslevel in Echtzeit messen und Nutzer warnen, bevor der rote Bereich erreicht ist.

Doch die wichtigste Entwicklung muss in den Köpfen stattfinden. Wenn der Haupttreiber für Stress der eigene Anspruch ist, liegt der Schlüssel zur Besserung in unserer eigenen Hand. Wahre mentale Stärke bedeutet 2025, nicht alles kontrollieren zu wollen.

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