TK-Stressreport, Deutschland

TK-Stressreport 2025: Deutschland erreicht Rekordbelastung

29.11.2025 - 20:41:13

Zwei Drittel der Deutschen leiden unter Stress, wobei hohe Selbstansprüche erstmals den größten Belastungsfaktor darstellen. Besonders junge Erwachsene sind betroffen.

Deutschland ist gestresster als je zuvor. Zwei Drittel der Menschen fühlen sich häufig oder manchmal unter Druck – bei jungen Erwachsenen liegt die Quote sogar bei alarmierenden 83 Prozent. Das zeigt der aktuelle TK-Stressreport, den die Techniker Krankenkasse diese Woche vorstellte.

Die Zahlen markieren einen neuen Höchststand. Seit 2013 ist der Anteil gestresster Menschen von 57 auf 66 Prozent gestiegen. Besonders brisant: Der Hauptstressor kommt nicht mehr von außen, sondern aus dem Inneren.

Der gefährlichste Stressfaktor: Wir selbst

61 Prozent der Befragten nennen hohe Ansprüche an sich selbst als größte Belastungsquelle. Damit liegt der interne Druck erstmals noch vor beruflichen Anforderungen (58 Prozent).

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„Chronischer Stress erhöht das Risiko für psychische und physische Krankheiten”, warnte TK-Chef Dr. Jens Baas bei der Vorstellung in Berlin. Die Folgen sind bereits messbar:

  • 61 Prozent leiden unter Erschöpfung
  • 62 Prozent klagen über Muskelverspannungen und Rückenschmerzen
  • Frauen sind mit 71 Prozent deutlich stärker betroffen als Männer (60 Prozent)

Für Experten bedeutet das einen Paradigmenwechsel: Klassisches Zeitmanagement greift zu kurz. Wer seine Energie zurückgewinnen will, muss lernen, den eigenen Perfektionismus zu zügeln. Das Konzept „Good Enough” wird zur Überlebensstrategie.

Die Permakrise als neuer Erschöpfungsfaktor

Erstmals fragte der Report gezielt nach gesellschaftlichen Belastungen – mit überraschendem Ergebnis. 53 Prozent fühlen sich durch Kriege, Klimawandel und politische Polarisierung gestresst. Bei bereits belasteten Menschen steigt der Wert auf 62 Prozent.

Dr. Baas spricht von einem gefühlten „Dauerkrisenmodus”. Ständiges Doomscrolling hält das Nervensystem in permanenter Alarmbereitschaft. Die Lösung? Strikte Medienhygiene: feste Zeitfenster für Nachrichten, Push-Benachrichtigungen aus.

Was hilft – und was schadet

Die Menschen greifen intuitiv zu wirksamen Strategien:

  • 83 Prozent nutzen Spaziergänge und Naturaufenthalte
  • 78 Prozent pflegen Hobbys oder treffen Freunde
  • 73 Prozent entspannen beim Musizieren oder Kochen

Problematisch bleiben dysfunktionale Bewältigungsmuster. Männer flüchten häufiger in Alkohol (36 Prozent) oder Videospiele (33 Prozent), Frauen kompensieren eher durch Shopping (37 Prozent). Echte Regeneration entsteht jedoch nur durch aktive, aber reizarme Tätigkeiten.

Weckruf für die Wirtschaft

Die Zahlen treffen Unternehmen in einer kritischen Phase. Dass über 80 Prozent der 18- bis 39-Jährigen unter Dauerstress stehen, ist ein Alarmsignal. Die bisherigen Maßnahmen im Betrieblichen Gesundheitsmanagement reichen offensichtlich nicht aus.

Flexible Arbeitsmodelle und eine Kultur ohne Feierabend-Erreichbarkeit werden 2026 zu harten Wettbewerbsfaktoren im Kampf um Talente. Unternehmen müssen verstehen: Die Permakrise belastet ihre Belegschaft auch dann, wenn im Büro alles ruhig scheint.

Der Trend für 2026: Radikale Priorisierung

Mit der stressigen Weihnachtszeit ist kurzfristig keine Entspannung in Sicht. Für das kommende Jahr zeichnet sich jedoch ein Umdenken ab. Die Erkenntnis wächst: Energie ist eine begrenzte Ressource.

Der Fokus verschiebt sich von Selbstoptimierung („Wie schaffe ich mehr?”) zu Resilienz und Abgrenzung („Wie muss ich weniger müssen?”). Die wichtigste Strategie bleibt dabei simpel: Den eigenen Anspruch senken – und das Smartphone öfter ausschalten.

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