Tiroler, Bauwirtschaft

Tiroler Bauwirtschaft fordert Turbo für Genehmigungen

17.01.2026 - 20:16:12

Branchenvertreter warnen vor steigenden Mieten und Jobverlusten durch langsame Genehmigungsverfahren und fordern beschleunigte Prozesse für nachhaltiges Bauen.

Die Tiroler Immobilien- und Bauwirtschaft drängt auf eine drastische Beschleunigung der Bauverfahren. Auf dem 6. Immobilien-Stammtisch in Innsbruck warnten Branchenvertreter diese Woche vor einer drohenden Wohnungsnot. Langwierige Genehmigungen bremsen ihrer Ansicht nach dringend benötigte Projekte aus und treiben die Kosten.

Kernforderung: Eine “Fast Lane” für nachhaltiges Bauen

Im Zentrum der Kritik stehen überlange und bürokratische Prozesse. „Die Politik muss sich entscheiden: freier oder regulierter Markt“, forderte Fachgruppenobfrau Ellen Moll. Die derzeitige Mischung führe nur zu Unsicherheit bei Investoren.

Konkret schlug Andreas Köttl, Präsident der Projektentwickler-Vereinigung (VÖPE), eine „Fast Lane“ für besonders nachhaltige Bauvorhaben vor. Voraussetzung dafür seien einheitliche und verbindliche Nachhaltigkeitskriterien. Unterschiedliche Vorgaben von Bund, Land und Gemeinden erschwerten die Planung enorm. Die Branche verlangt klare Regeln und mehr Tempo.

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Folgekosten: Teurere Wohnungen, weniger Angebot

Die Verzögerungen haben handfeste wirtschaftliche Folgen. Jeder Monat Wartezeit treibt die Finanzierungs- und Fixkosten in die Höhe. Diese Mehrkosten landen am Ende bei Mietern und Käufern – und machen leistbares Wohnen unmöglich.

  • Für 2025 rechnet die Wirtschaftskammer nur noch mit rund 2.500 fertiggestellten Wohneinheiten gewerblicher Bauträger.
  • Für 2026 ist ein weiterer Rückgang geplant.
    Bei unveränderter Nachfrage in Ballungszentren wie Innsbruck bedeutet das: weiter steigende Preise und Mieten. Tausende Jobs im Bausektor sind in Gefahr.

Tiroler Markt unter Druck: Mieten steigen, Bauen stockt

Der Tiroler Immobilienmarkt zeigt ein gespaltenes Bild. Während die Kaufpreise 2023 leicht nachgaben, zogen die Mieten an. Viele potenzielle Käufer scheuen angesichts hoher Zinsen den Erwerb und bleiben Mieter.

Experten erwarten nun, dass sich die Kaufpreise 2025/26 wieder stabilisieren oder leicht steigen – einfach weil das Angebot schrumpft. Die strukturellen Probleme bleiben: knappes Bauland in den Tälern und stetiger Zuzug in die Zentren. Für junge Familien wird die Wohnungssuche so zum Kraftakt.

Wird der Dialog der Wirtschaft Gehör verschaffen?

Die Forderungen der Branche richten sich klar an die Politik. Die Tiroler Landesregierung hat das Thema Wohnen auf der Agenda und einen eigenen Fahrplan beschlossen. Nationalratsabgeordneter Norbert Sieber betonte die Wichtigkeit des Dialogs auf Plattformen wie dem Stammtisch.

Doch wie lassen sich schnelle Verfahren mit Raumordnung und Umweltschutz vereinbaren? Kritiker von Beschleunigungen mahnen, Schutzstandards nicht zu untergraben. Die Lösung könnte in intelligenten, digital gestützten Prozessen liegen, die Planungssicherheit für alle bieten.

Die kommenden Monate werden zeigen, ob der Appell der Wirtschaft Gehör findet. Sollte sich nichts ändern, droht die Wohnungsnot in Tirol sich weiter zuzuspitzen – mit Folgen für den sozialen Frieden und die Attraktivität des Standorts.

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