Tirol drängt 2026 auf EU-Legalisierung von Einheimischentarifen
05.01.2026 - 18:43:11Tirols Tourismuslandesrat Mario Gerber erhöht den Druck auf Brüssel. Beim Neujahrsempfang am Bergisel forderte er eine endgültige rechtliche Absicherung für vergünstigte Tarife für die lokale Bevölkerung. Parallel bereitet sich das Land auf seine Rolle als logistische Drehscheibe für die Olympischen Winterspiele im benachbarten Italien vor.
Die Marschrichtung für das Tourismusjahr 2026 ist klar: Die Akzeptanz des Tourismus hänge untrennbar mit der Leistbarkeit des Freizeitangebots für Einheimische zusammen, so die Botschaft von Gerber und Karin Seiler, Geschäftsführerin der Tirol Werbung. Der jahrelange Streit um die „Tiroler Preise“ soll 2026 ein Ende haben.
„Schwarz auf weiß“ aus Brüssel gefordert
Die EU-Dienstleistungsrichtlinie verbietet Diskriminierung aufgrund des Wohnsitzes – ein Damoklesschwert für die vergünstigten Seilbahn- und Freizeittickets. Tirol fordert nun eine explizite Ausnahmeregelung. Es reiche nicht mehr, dass die aktuelle Praxis nur geduldet werde, betonte Gerber.
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Die Argumentation: Die Tarife seien ein essenzielles Instrument der sozialen Teilhabe, um der Bevölkerung den Lebensraum in den Tourismushochburgen leistbar zu halten. Ohne diese „Dividende“ könnte die Stimmung angesichts von Verkehr und steigenden Kosten kippen. Nach vagen Zusagen aus Brüssel im Jahr 2025 will das Land 2026 nun verbindliche Ergebnisse sehen.
Olympia 2026: Logistisches Tor zu den Spielen
Während die Politik nach Brüssel blickt, rüstet sich die Branche für das Großevent vor der Haustür. Die Olympischen Winterspiele in Mailand-Cortina bieten Tirol enorme Chancen als strategischer Partner.
- Die Hotellerie und Gastronomie entlang der Brennerroute erwartet Teams, Medien und Fans.
- Die Tirol Werbung will die internationale Aufmerksamkeit nutzen, um die Marke als Wintersportkompetenzzentrum zu festigen.
- Die Strategie: Internationale Gäste abfangen, die die Spiele besuchen, aber Tirols Infrastruktur nutzen.
Flughafen Innsbruck als kritischer Faktor
Eng mit den Olympia-Plänen verknüpft ist die Lage am Flughafen Innsbruck. Seine internationale Anbindung gilt als kritischer Erfolgsfaktor für 2026. Nach Konsolidierungen im Luftverkehr arbeitet das Land an „kreativen Lösungen“ für wegfallende Verbindungen.
Für viele Besucher der Spiele in Cortina ist Innsbruck die schnellste Anreiseoption. Die Sicherstellung dieser Verbindungen wurde zur Chefsache erklärt. Diskutiert werden Garantien für Airlines und neue Kooperationen im Charterbereich.
Balanceakt zwischen Wachstum und Akzeptanz
Die Offensive für Einheimischentarife ist mehr als Preispolitik. Sie spiegelt den Strukturwandel im alpinen Tourismus wider. Wie in Venedig oder Barcelona wächst die Sensibilität der Bevölkerung – doch Tirol setzt auf Partizipation statt Abschottung.
Wirtschaftsexperten sehen in Gerbers Vorstoß einen notwendigen Schritt für den sozialen Frieden. Würden die Rabatte vom Europäischen Gerichtshof verboten, drohte ein massiver Akzeptanzverlust. Die Strategie, Olympia und Einheimischentarife zu koppeln, ist klug: Sie verbindet weltoffenes Gastgebertum nach außen mit dem klaren Bekenntnis zu den Interessen der eigenen Bevölkerung nach innen.
2026 wird zum Jahr der Entscheidungen. Der erste Stresstest kommt mit Olympia im Februar. Eine EU-Entscheidung für regionale Tarife wäre ein Präzedenzfall für ganz Europa. Bis dahin navigiert Tirol in einer rechtlichen Grauzone – zwischen der großen Chance im Süden und der anhaltenden Unsicherheit bei der Preisgestaltung daheim.
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