TikTok verschärft Datenschutz-Streit mit neuer Richtlinie
26.01.2026 - 04:02:12TikTok hat seine Datenschutzrichtlinie in Europa aktualisiert – und damit einen Sturm der Entrüstung losgetreten. Die neuen Bestimmungen formalisieren die umfangreiche Sammlung und Übermittlung von Nutzerdaten nach China. Datenschützer und Aufsichtsbehörden sehen darin einen klaren Verstoß gegen die europäische DSGVO.
Was sich für Nutzer wirklich ändert
Die Plattform erfasst jetzt explizit noch mehr Daten und überträgt sie in Länder ohne EU-Datenschutzniveau. Konkret sammelt TikTok:
- Biometrische Daten aus hochgeladenen Videos, die unter der DSGVO besonders geschützt sind.
- Detailliertes Nutzungsverhalten wie Verweildauer und Scroll-Geschwindigkeit.
- Informationen von außerhalb der App, um ein umfassendes Nutzerprofil zu erstellen.
Das Unternehmen argumentiert, diese Daten seien für die Personalisierung der „For You“-Seite notwendig. Doch für Datenschützer ist klar: Hier werden europäische Nutzerdaten dem Zugriff chinesischer Behörden ausgesetzt.
Die angekündigten erweiterten Datentransfers und die systematische Verarbeitung biometrischer Informationen können tatsächlich als besonders risikoreiche Verarbeitung bewertet werden – oft ist dann eine Datenschutz-Folgenabschätzung (DSFA) Pflicht. Fehlt eine DSFA, drohen Bußgelder von bis zu 2% des Jahresumsatzes. Unser kostenloses E-Book erklärt in klaren Schritten, wann eine DSFA erforderlich ist, liefert praxiserprobte Mustervorlagen und Checklisten zur sofortigen Umsetzung und hilft Verantwortlichen, Prüfungsrisiken zu minimieren. Jetzt kostenloses DSFA‑E‑Book herunterladen
Scharfe Reaktionen von Behörden und Aktivisten
Die irische Datenschutzkommission (DPC), als TikToks Aufsichtsbehörde in der EU, führt bereits mehrere Untersuchungen. Die neuen Richtlinien befeuern diese Verfahren nun weiter.
Die Organisation noyb von Aktivist Max Schrems hält die Datenübermittlung nach China für grundsätzlich rechtswidrig. „Ein Transfer in ein Land ohne vergleichbares Datenschutzniveau muss gestoppt werden“, fordern deren Juristen. Auch der deutsche Bundesdatenschutzbeauftragte rät öffentlichen Stellen weiterhin von der Nutzung auf Dienstgeräten ab.
Ein Testfall für Europas Regulierungsmacht
Der Konflikt ist mehr als nur ein Einzelfall. Er wird zum Symbol für den Kampf zwischen globalen Tech-Giganten und Europas Ansprüchen auf digitale Souveränität. Die DSGVO und der Digital Services Act (DSA) stehen hier auf dem Prüfstand.
Bereits jetzt hat die EU-Kommission festgestellt, dass TikTok gegen DSA-Vorgaben verstößt, etwa bei transparenter politischer Werbung. Die neue Richtlinie vergrößert die Kluft zwischen europäischen Vorgaben und TikToks Geschäftspraxis weiter.
Drohen jetzt harte Konsequenzen?
Die kommenden Monate werden entscheidend. Es wird mit strengen Prüfungen und möglichen weiteren hohen Bußgeldern gerechnet. Verbraucherschützer raten Nutzern eindringlich, in den App-Einstellungen jeden nicht notwendigen Datenzugriff zu deaktivieren.
Die zentrale Frage bleibt: Ist die Unterhaltung auf der Plattform die weitreichende Preisgabe der persönlichen Daten wert? Die Debatte um TikTok ist längst zu einer Grundsatzfrage über digitale Selbstbestimmung geworden.
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