TI-Messenger: Digitaler Gesundheits-Chat startet durch
20.01.2026 - 03:24:12Deutschlands digitaler Gesundheits-Chat, der TI-Messenger, tritt 2026 in eine neue Phase. Nach der Einführung für Ärzte und Patienten folgen nun direkte Kommunikation mit Krankenkassen und ein massives Sicherheits-Upgrade. Das Ziel: Ein geschlossenes, sicheres Netz für alle Beteiligten.
Der von der gematik entwickelte Messenger soll Fax und Telefon in Praxen und Kliniken ersetzen. Als Teil der elektronischen Patientenakte (ePA) ermöglicht er verschlüsselte Kommunikation auf Basis des Matrix-Protokolls. Seit Mitte 2025 können Patienten über ihre Krankenkassen-App bereits mit ihren Ärzten chatten. Jetzt wird das System erwachsen.
Direkter Draht zu den Krankenkassen ab März
Der nächste große Schritt steht unmittelbar bevor: die direkte und sichere Kommunikation zwischen Versicherten und ihrer Krankenkasse über den TI-Messenger. Mehrere große Krankenkassen planen, diesen Service um März 2026 herum live zu schalten.
Das bedeutet: Anträge stellen, Dokumente einreichen und Service-Anfragen können künftig direkt in der vertrauten ePA-App-Umgebung erledigt werden. Ein Ende des Hin und Her zwischen Telefon, Post und verschiedenen Online-Portalen? Die Hoffnung ist groß. Diese Erweiterung vom klinischen in den administrativen Bereich ist ein Kernstück der Vision für ein digital vernetztes Gesundheitssystem.
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Sicherheits-Backbone erhält Major-Upgrade
Doch neue Funktionen verlangen nach mehr Sicherheit. Seit dem 1. Januar 2026 ist deshalb eine kritische, netzwerkweite Nachrüstung verbindlich: die Umstellung auf Elliptic Curve Cryptography (ECC). Diese von dem Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfohlene Verschlüsselungstechnologie soll das gesamte System widerstandsfähiger gegen künftige Cyber-Bedrohungen machen.
Die Umstellung betrifft jede Komponente der Telematikinfrastruktur – von den Praxis-Connectors über die Heilberufsausweise (eHBA) bis zu den Primärsystemen. Ein notwendiger Schritt im Hintergrund, denn mit wachsendem Datenvolumen muss die Sicherheitsbasis state-of-the-art bleiben.
Wettbewerb der Anbieter belebt den Markt
Der Fortschritt baut auf einer Reihe von Anbieter-Zulassungen in den Jahren 2024 und 2025 auf. Der Markt für gematik-zertifizierte Messenger-Dienste ist gewachsen. Nach Famedly (Frühjahr 2024) kamen Anbieter wie Akquinet (Oktober 2024) und CompuGroup Medical (CGM) (Januar 2025) hinzu.
Diese Multi-Anbieter-Strategie der gematik soll Wettbewerb und Innovation fördern. Gleichzeitig garantieren offene Standards, dass alle zertifizierten Messenger nahtlos miteinander kommunizieren können. Pilotprojekte, etwa in Soest, haben gezeigt: Sobald der Messenger implementiert ist, wird er von Praxen und Apotheken aktiv für die Abstimmung zu E-Rezepten und Medikationsplänen genutzt. Seit Januar 2026 kommen auch professionelle Versionen wie „tim+“ Pro von Arvato Systems auf den Markt, die speziell auf Workflow-Bedürfnisse von Kliniken zugeschnitten sind.
Die Roadmap: Messenger wird allgegenwärtig
Die schrittweise Einführung des TI-Messengers ist ein Grundpfeiler der deutschen Digital-Gesundheits-Strategie. War 2025 das Jahr der Patienteneinbindung, so soll 2026 das Jahr der tieferen Integration werden.
Die gematik-Roadmap sieht weitere Entwicklung vor: Die Arbeit an der Spezifikation für TI-Messenger Pro 1.1 soll Ende Februar 2026 beginnen, eine Veröffentlichung ist für Mai 2026 geplant. Für später im Jahr ist zudem eine „TI-Messenger Connect“-Version vorgesehen. Sie soll die sicheren Messaging-Funktionen auch außerhalb der ePA-Hauptapp nutzbar machen – eine mögliche Integration in andere Gesundheits-Apps rückt damit in greifbare Nähe.
Doch es bleiben Hürden. Die Akzeptanz in den Arztpraxen wächst nur langsam. Der volle Nutzen des Netzwerks entfaltet sich erst mit einer kritischen Masse an aktiven Nutzern. Auch erweiterte Funktionen wie Sprach- und Videoanrufe stehen noch aus. Ihre technischen Grundlagen durch die Matrix Foundation werden erst später in 2026 erwartet. Trotzdem: Die kombinierten Schritte bei Funktionsumfang und Sicherheit zeigen klaren Schwung für den Aufbau eines wirklich vernetzten digitalen Gesundheitsnetzes.
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