Threema: Deutscher Investor übernimmt Schweizer Datenschutz-Messenger
13.01.2026 - 07:24:12Der Schweizer Datenschutz-Messenger Threema hat einen neuen Eigentümer. Die deutsche Investmentfirma Comitis Capital GmbH übernahm das Unternehmen zu Jahresbeginn – ein strategischer Schritt in unsicheren Zeiten für digitale Privatsphäre.
Strategischer Besitzerwechsel in kritischer Phase
Die Übernahme markiert das Ende der Beteiligung des bisherigen Mehrheitseigners Afinum Management GmbH. Die deutsch-schweizerische Investmentgesellschaft hatte sich 2020 an Threema beteiligt, um die Expansion über den deutschsprachigen Raum hinaus voranzutreiben. Nun übernimmt Comitis Capital, das sich auf nachhaltige und werteorientierte Unternehmen spezialisiert hat. Laut Firmenangaben soll der Wechsel keine Kursänderung, sondern eine Stabilisierung der Marktposition bedeuten.
Threema hat sich seit seiner Gründung 2012 konsequent als Alternative zu datenhungrigen Messengern positioniert. Die App verzichtet auf Telefonnummer oder E-Mail zur Registrierung, nutzt durchgängige Ende-zu-Ende-Verschlüsselung und betreibt alle Server in der Schweiz. Bis 2021 wuchs die Nutzerbasis auf über 10 Millionen, dazu kommt der Geschäftsbereich Threema Work mit tausenden Unternehmenskunden.
Passend zum Thema Schweizer Datenschutz: Der revidierte Datenschutzrahmen (revDSG) bringt für Organisationen konkrete Pflichten – viele Unternehmen übersehen wichtige Fristen und Vorlagen. Ein kostenloser Leitfaden erklärt, wie Sie revDSG und EU-Anforderungen gleichzeitig erfüllen, liefert sofort einsetzbare Checklisten und praktische Muster für Betroffenenanfragen und Verarbeitungsverzeichnisse. Ideal für Datenschutzverantwortliche in der Schweiz und grenzüberschreitend tätige Firmen. Jetzt revDSG-Leitfaden kostenlos herunterladen
Kontinuität statt Bruch unter neuem Dach
Comitis Capital beschreibt sich als Investor mit Fokus auf Sinnhaftigkeit und Nachhaltigkeit – ein Profil, das zu Threemas Grundwerten passen soll. Für Nutzer ändert sich zunächst nichts am Geschäftsmodell: Die App bleibt kostenpflichtig, setzt weiter auf Transparenz durch Open Source und detaillierte Sicherheitsdokumentation.
Gerade dieses Vertrauensverhältnis ist Threemas größtes Kapital. Während kostenlose Dienste Nutzerdaten monetarisieren, verdient Threema durch Einmalkauf. Diese Interessensgleichheit zwischen Anbieter und Nutzer wird unter der neuen Führung auf die Probe gestellt. Kann das Prinzip „Privatsphäre als Geschäftsmodell“ bestehen?
Datenschutz unter Druck: Threemas Rolle im Jahr 2026
Der Eigentümerwechsel erfolgt in einer politisch brisanten Zeit. Sowohl in Großbritannien als auch in der EU gibt es Bestrebungen, Ende-zu-Ende-Verschlüsselung einzuschränken. Die geplante EU-Verordnung zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch („Chat Control“) könnte sogar das Scannen privater Nachrichten vorschreiben.
Sicherheitsexperten warnen vor massiven Schwachstellen durch solche Hintertüren. Vor diesem Hintergrund gewinnen Dienste wie Threema an Bedeutung. Sie bieten nicht nur technischen Schutz, sondern stehen für ein philosophisches Gegenmodell zur Überwachung. Die wachsende „Überwachungsmüdigkeit“ treibt die Nachfrage nach datensparsamen Alternativen.
Was bedeutet die Übernahme für die Zukunft?
Mit frischem Kapital im Rücken könnte Threema nun die Produktentwicklung beschleunigen und international expandieren. Die größte Herausforderung bleibt der Wettbewerb mit kostenlosen Massenmessengern wie WhatsApp. Doch Threema zielt bewusst nicht auf den Massenmarkt, sondern auf Nutzer und Organisationen, die Sicherheit aktiv einfordern und bezahlen.
Die entscheidende Frage lautet: Kann Threema unter neuer Führung innovativ bleiben, ohne das mühsam aufgebaute Vertrauen zu verspielen? Die Botschaft des Unternehmens an seine Nutzer ist klar: Kontinuität. In einer Zeit, in der digitale Grundrechte unter Druck stehen, positioniert sich der Schweizer Messenger als stabiler Hafen für private Kommunikation.
PS: Wer Threema wegen seiner Schweizer Server und Datenschutzprinzipien schätzt, sollte auch die rechtlichen Seiteneffekte kennen. Dieser Gratis-Leitfaden liefert praxisnahe Checklisten und Muster, damit Unternehmen in der Schweiz und grenzüberschreitend Bußgelder und Doppelarbeit mit der DSGVO vermeiden. Perfekt für Verantwortliche, die Datenschutz sauber und effizient umsetzen wollen. Jetzt revDSG-Leitfaden sichern


