Threads überholt X bei täglichen Mobil-Nutzern
19.01.2026 - 05:30:11Meta-Tochter Threads hat den Rivalen X bei den täglichen aktiven Nutzern auf Smartphones weltweit überholt. Diese Trendwende markiert einen strategischen Sieg für Mark Zuckerbergs Konzern.
Montag, 19. Januar 2026 – Die Schlacht um die Vorherrschaft im textbasierten Social-Media-Bereich hat eine kritische Wende erreicht. Laut aktueller Daten der Marktforschungsfirma Similarweb zog Threads Anfang Januar 2026 auf seinen iOS- und Android-Apps täglich 141,5 Millionen aktive Nutzer an. Damit liegt die Meta-Plattform klar vor X, das nur noch 125 Millionen tägliche Mobile-Nutzer verzeichnet. Dieser Vorsprung von über 16 Millionen Nutzern ist kein kurzfristiger Ausreißer, sondern das Ergebnis eines anhaltenden Trends.
Die Zahlen zeigen zwei Plattformen auf unterschiedlichen Pfaden. In den ersten Januartagen 2026 lag der Durchschnitt für Threads sogar bei 143,2 Millionen täglichen Mobil-Nutzern, während X auf 126,2 Millionen kam. Besonders aussagekräftig ist der Jahresvergleich: Threads verzeichnete ein Plus von schätzungsweise 37,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr. X hingegen büßte im gleichen Zeitraum etwa 11,9 Prozent seiner täglichen Nutzer ein.
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Allerdings: X behauptet nach wie vor eine starke Position im Web. Mit rund 145,4 Millionen täglichen Besuchen auf der Desktop-Website Mitte Januar liegt es hier deutlich vor Threads (8,5 Millionen). Auch auf dem für Werbetreibende wichtigen US-Markt führt X mit etwa 21,2 Millionen täglichen Mobil-Nutzern noch knapp vor Threads (19,5 Millionen). Doch auch diese Lücke schmilzt kontinuierlich.
Metas Wachstumsmotor: Integration und Innovation
Der Aufstieg von Threads ist kein Zufall, sondern Ergebnis einer durchdachten Strategie. Der größte Wachstumstreiber ist die nahtlose Integration mit Instagram. Über den etablierten Foto-Dienst konnte Meta von Beginn an eine riesige, eingebaute Nutzerbasis auf die neue Text-Plattform lenken.
Hinzu kommt ein aggressiver Innovationskurs. Seit dem Start im Juli 2023 hat Meta in schneller Folge neue Features eingeführt, um die Nutzerbindung zu erhöhen. Dazu zählen themenbasierte Communities, Direktnachrichten, verbesserte Content-Filter sowie die Unterstützung für lange und verschwindende Beiträge. Sogar In-App-Spiele werden getestet. Diese Strategie scheint aufzugehen: Aus Neugierigen werden regelmäßige Nutzer. Meta gab bekannt, dass die Plattform im August 2025 die Marke von 400 Millionen monatlich aktiven Nutzern übersprang und im Oktober 150 Millionen tägliche Nutzer erreichte.
X im Gegenwind: Kontroversen und Nutzerschwund
Während Threads wächst, steckt X in einer Abwärtsspirale. Seit der Übernahme durch Elon Musk hat eine Reihe von Richtlinienänderungen und Moderationsthemen für Verunsicherung gesorgt. Jüngste Kontroversen haben den Druck verstärkt.
Besonders das integrierte KI-Tool Grok geriet in die Kritik. Nutzer sollen es missbraucht haben, um nicht einvernehmliche und schädliche Bilder zu generieren. Dies löste Untersuchungen von Aufsichtsbehörden aus, unter anderem durch die Generalstaatsanwaltschaft von Kalifornien. Solche Vorfälle spielen Konkurrenten in die Hände. Die Kombination aus schwindenden Nutzerzahlen und verunsicherten Werbetreibenden stellt eine erhebliche Herausforderung für die Zukunft von X dar.
Was der Wechsel an der Spitze bedeutet
Dieser Wendepunkt ist mehr als ein statistischer Sieg. Er markiert einen psychologischen Umbruch. Jahrelang war Twitter, später X, die unangefochtene Plattform für Echtzeit-Nachrichten und öffentlichen Diskurs. Der Erfolg von Threads beweist nun, dass ein gut ausgestatteter und strategisch integrierter Konkurrent den Platzhirschen herausfordern kann.
Für die Branche zeigt sich: Die Netzwerkeffekte etablierter Tech-Giganten bleiben eine gewaltige Kraft. Sie können Marktdynamiken in relativ kurzer Zeit neu ordnen. Die Fähigkeit von Meta, bestehende Nutzerstämme zu mobilisieren und durch schnelle Feature-Updates zu halten, hat sich als erfolgreiches Modell erwiesen.
Die Konkurrenz wird sich weiter verschärfen. Die nächste Herausforderung für Threads wird sein, die mobile Dominanz auch in eine stärkere Web-Präsenz zu übersetzen und Werbung erfolgreich zu integrieren, ohne die Nutzerbasis zu vergraulen. Für X geht es nun darum, das verlorene Vertrauen von Nutzern und Werbekunden zurückzugewinnen und ein klares Alleinstellungsmerkmal in einem wettbewerbsintensiveren Markt zu definieren. Der Kampf um die digitale Agora ist noch nicht entschieden – aber an der mobilen Front hat es einen neuen Spitzenreiter gegeben.
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