Tesla und Samsung finalisieren Chip-Allianz für Optimus-Roboter
10.01.2026 - 16:14:12Die Zukunft von Teslas humanoider Roboter „Optimus“ wird in Texas geschmiedet. Samsung und Tesla verhandeln final über die Produktion eines maßgeschneiderten KI-Chips in 2-Nanometer-Technik – eine Allianz, die den gesamten Automationsmarkt verändern könnte.
Strategischer Schulterschluss in Texas
Im Mittelpunkt der engen Kooperation steht Samsungs neuer Halbleiter-Fertigungsstandort in Taylor, Texas. Das Werk rüstet sich für eine hochintegrierte Produktion. Berichten aus südkoreanischen Tech-Kreisen zufolge hat Tesla-Chef Elon Musk sogar einen eigenen Arbeitsbereich innerhalb der Fabrik angefordert, um den Produktionshochlauf persönlich zu überwachen. Diese ungewöhnlich direkte Einbindung unterstreicht, wie entscheidend der Chip für Teslas Roboter-Ambitionen ist.
Die Fabrik in Taylor, deren Start lange mit Skepsis beobachtet wurde, erreicht offenbar wichtige Meilensteine. Derzeit wird die hochmoderne EUV-Lithographieanlage für die 2-nm-Fertigung installiert. Dieser Prozess ist essenziell für die Optimus-Chips: Sie müssen enorme Rechenleistung für Echtzeit-Sensordaten liefern, dabei aber extrem energieeffizient sein, um die Akkulaufzeit der Roboter nicht zu stark zu belasten.
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Spezial-Chip für menschliche Bewegungen
Während die Grundsatzvereinbarung für KI-Chips im Wert von rund 16,5 Milliarden Euro bereits Mitte 2025 getroffen wurde, geht es nun um die Feinabstimmung. Verhandelt wird über eine spezielle Variante des „AI6“-Prozessors, die exklusiv für die Optimus-Plattform optimiert wird. Anders als bei Teslas Elektroautos, wo Chips vor allem Wegplanung und Verkehrsanalyse steuern, muss der Optimus-Prozessor komplexe Gelenksteuerung, Balance und Feinmotorik gleichzeitig beherrschen.
Ingenieure beider Konzerne feilen an den finalen Packaging-Spezifikationen – also der Art, wie der Chip verbaut und mit anderen Komponenten verbunden wird. Ziel ist es, die Datenübertragungsgeschwindigkeit zu maximieren und dabei die Wärmeentwicklung zu minimieren. Eine entscheidende Voraussetzung für Roboter, die sicher unter Menschen agieren sollen. Samsungs 2-nm-GAA-Architektur (Gate-All-Around) gilt als Schlüsseltechnologie für diese Leistungssprünge.
Marktvalidierung und geopolitische Vorteile
Die Aktivitäten in Texas fallen mit einer breiteren Renaissance von Samsungs Foundry-Geschäft zusammen. Erst am 8. Januar wurde bekannt, dass auch Qualcomm mit Samsung über 2-nm-Chips verhandelt. Analysten werten dies als starkes Vertrauensvotum in die Fertigungsfähigkeiten des südkoreanischen Konzerns. Frühere Probleme mit der Ausbeute scheinen überwunden.
Für Tesla hat die Vertiefung der Partnerschaft einen doppelten Nutzen: Sie diversifiziert die Lieferkette und verringert die Abhängigkeit von einem einzigen Hersteller. Zudem profitiert das Unternehmen von US-Förderprogrammen für heimische Produktion. Die geografische Nähe ist ein weiterer Trumpf: Nur etwa 30 Kilometer trennen die Fabrik in Taylor von Teslas Gigafactory in Austin. Diese kurzen Wege ermöglichen einen engen Feedback-Kreis zwischen Chip-Design und Roboter-Montage, was den Entwicklungszyklus deutlich beschleunigen könnte.
Wettlauf um die humanoide Revolution
Der Erfolg dieser Next-Gen-Chips wird zum Katalysator für die kommerzielle Tragfähigkeit humanoider Roboter. Analysten prognostizieren: Wenn die Taylor-Fabrik ihre Produktionsziele für 2026 erreicht, könnte Tesla noch in diesem Jahr mit ersten Auslieferungen von Optimus-Einheiten an externe Kunden beginnen.
Die Fähigkeit, hochleistungsfähige KI-Chips im eigenen Land zu produzieren, verschafft Tesla einen deutlichen Kostenvorteil und mehr Lieferketten-Resilienz gegenüber Wettbewerbern, die auf importierte Prozessoren angewiesen sind. Die Zusammenarbeit markiert zudem einen Wandel im Halbleitergeschäft: Aus dem klassischen Foundry-Modell wird eine echte Co-Development-Partnerschaft. Samsungs Bereitschaft, auf Teslas spezifische Wünsche einzugehen – bis hin zum eigenen Büro für Musk –, signalisiert eine neue Ära der Kooperation zwischen Chip-Herstellern und Roboter-Pionieren.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, wenn die Fabrik von der Installation in die Risikoproduktion übergeht. Die Branche wird die Ausbeute der 2-nm-Fertigungslinie genau beobachten. Sie wird über Volumen und Zeitplan der Optimus-Chips bestimmen. Gelingt das Vorhaben, könnte diese Partnerschaft den Standard für vertikale Integration in der Robotik setzen – und den Weg für humanoide Allzweck-Roboter in Fabriken und Lagerhallen ebnen.
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