Tesla stellt Verkauf seines Vollautonomen-Fahrpakets ein
17.01.2026 - 00:00:12Tesla schafft den Einmalkauf für sein umstrittenes Full Self-Driving (FSD)-System ab. Ab Mitte Februar 2026 ist die Software nur noch per Monatsabo erhältlich – eine strategische Kehrtwende mit weitreichenden Folgen für Kunden und Konzern.
Die Entscheidung von CEO Elon Musk beendet eine Ära. Bisher konnten Fahrer das Fahrassistenzsystem für einmalig 8.000 US-Dollar (rund 7.400 Euro) erwerben. Künftig bleibt nur der monatliche Bezug für derzeit 99 Dollar. Der Stichtag ist der 14. Februar 2026. Tesla folgt damit dem Vorbild von Softwarekonzernen und setzt voll auf wiederkehrende Einnahmen. Für das Unternehmen, das sich zunehmend als KI-Pionier definiert, ist dies ein fundamentaler Schritt.
Jahrelang vermarktete Tesla den Einmalkauf als Investition in die Zukunft des Fahrzeugs. Der Preis schwankte stark – zwischen 5.000 und zeitweise 15.000 Dollar. Die neue Abo-Strategie entzaubert nun die Erzählung vom „werthaltigen Software-Asset“. Aus dem gekauften Produkt wird ein reiner Service.
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Diese Wende könnte kurzzeitig einen Kaufrausch auslösen. Kunden, die das System dauerhaft sichern wollen, müssen sich beeilen. Unklar ist, ob die Abo-Gebühr von 99 Dollar nach Wegfall der Kaufoption steigen wird. Für Tesla birgt das Abo-Modell klare Vorteile: Es schafft planbare Einnahmen und senkt die Hemmschwelle für Neukunden.
Strategischer Schwenk zu stabileren Einnahmen
Die Branche sieht in dem Schritt eine klare Finanzstrategie. „Wiederkehrende Umsätze sind das Gold der Software-Industrie“, analysieren Experten. Für Tesla könnte dies die langfristige Planung erheblich erleichtern. Vor allem aber soll die Nutzung von FSD massiv steigen.
Bisher nutzt nur etwa jeder achte Tesla-Fahrer das System. Der hohe Einmalpreis schreckte viele ab. Ein monatlicher Betrag von unter 100 Euro wirkt da zugänglicher. Mehr Nutzer bedeuten für Tesla vor allem eins: mehr wertvolle Fahrdaten. Diese sind die Lebensgrundlage für die Weiterentwicklung der KI. Das Abo-Modell könnte so den technischen Fortschritt beschleunigen.
Regulatorische Baustelle und Branchentrend
Die Umstellung erfolgt in turbulenter Zeit. Trotz des namensgebenden Versprechens handelt es sich bei FSD nach wie vor um ein Level-2-System. Der Fahrer muss stets die Hände am Steuer lassen und jederzeit eingreifen können. US-Behörden wie die Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA untersuchen derzeit mehrere Vorfälle mit FSD.
Gleichzeitig ist Tesla mit dem Abo-Modell im Trend. Immer mehr Hersteller verlagern Funktionen in Abonnements – von BMWs Sitzheizung bis zu Mercedes‘ stärkerer Motorleistung. Bei reinen Software-Features wie FSD stößt dieses Modell erfahrungsgemäß auf weniger Widerstand. Die laufenden Updates und Verbesserungen rechtfertigen in den Augen vieler Kunden die fortlaufende Gebühr.
Langfristige Folgen: Mehr Abos, höhere Kosten?
Die strategische Wende könnte auch mit den persönlichen Zielen von Elon Musk verknüpft sein. Sein jüngster Vergütungsplan, den Aktionäre Ende 2025 billigten, sieht unter anderem 10 Millionen aktive FSD-Abonnements als Meilenstein vor. Dieses Ziel rückt mit der Abo-Pflicht deutlich näher.
Für Verbraucher ist die Kalkulation ambivalent. Zwar entfällt die hohe Anfangsinvestition. Wer das System jedoch dauerhaft nutzt, zahlt langfristig möglicherweise mehr. Bei der aktuellen Rate von 99 Dollar pro Monat wäre der alte Einmalpreis von 8.000 Dollar nach knapp sieben Jahren erreicht. Das Abo bietet jedoch Flexibilität: Für eine lange Urlaubsfahrt kann man es einen Monat buchen, im Alltag darauf verzichten.
Eines ist sicher: Mit dieser Entscheidung stellt Tesla die Weichen endgültig auf Software. Der 14. Februar markiert nicht nur ein neues Geschäftsmodell, sondern einen weiteren Schritt in der umstrittenen Mission des vollautonomen Fahrens. Die Branche wird genau beobachten, wie Kunden auf den Zwang zum Abo reagieren – und ob die Rechnung für Tesla aufgeht.
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