Tesla, FSD-Durchbruch

Tesla steht vor FSD-Durchbruch in Europa und China

23.01.2026 - 05:52:16

Tesla erwartet entscheidende Genehmigungen für sein Fahrassistenzsystem FSD in Europa und China. Die Freigabe wäre ein Meilenstein für das profitable Softwaregeschäft des E-Auto-Pioniers.

Tesla könnte schon im Februar die entscheidende Freigabe für sein umstrittenes Full Self-Driving-System in Europa und China erhalten. Das gab CEO Elon Musk am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos bekannt. Für den Elektroauto-Pionier wäre dies ein Meilenstein, um sein profitables Softwaregeschäft global auszubauen.

Zwei Märkte, ein strategischer Coup

Die erwarteten Genehmigungen betreffen die „überwachte“ Version von FSD. Das System übernimmt viele Fahrfunktionen, verlangt aber ständige Aufmerksamkeit des Fahrers. Musk zeigte sich zuversichtlich, dass europäische Behörden bereits im Februar grünes Licht geben könnten. China könnte kurz darauf folgen. Die Ankündigung befeuerte die Aktie, die um über 1,5 Prozent zulegte.

Für Tesla wäre dies ein entscheidender Schritt, die milliardenschwere Entwicklung autonomen Fahrens endlich in breiten Umsatz zu verwandeln. Besonders in China, dem zweitgrößten Absatzmarkt, ist der Druck durch lokale Konkurrenten wie BYD oder Xpeng enorm. Sie bieten teils ähnliche Assistenzsysteme bereits im Grundpreis an.

Anzeige

Passend zum Thema KI in der Autoindustrie: Seit August 2024 gelten in der EU neue Regeln für KI‑Systeme — und sie betreffen auch Fahrerassistenz und autonome Fahrfunktionen. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt, welche Kennzeichnungspflichten, Risikoklassen und Dokumentationspflichten jetzt für Anbieter wie Tesla gelten und wie sich Hersteller darauf vorbereiten können. Enthalten sind Praxis‑Checklisten und konkrete Handlungsschritte für Produktentwicklung und Zertifizierung. KI‑Umsetzungsleitfaden zur EU‑Vorschrift gratis herunterladen

Der mühsame Weg nach Europa

In Europa muss Tesla einen komplexen regulatorischen Parcours bewältigen. Die Regeln für automatisiertes Fahren sind hier strenger und fragmentierter als in den USA. Maßgeblich sind die Vorgaben der UN-Wirtschaftskommission für Europa (UNECE).

Jetzt könnte der Durchbruch von den Niederlanden kommen. Die dortige Zulassungsbehörde RDW wird im Februar eine Entscheidung treffen. Eine Freigabe in den Niederlanden hätte wahrscheinlich eine Domino-Wirkung in der gesamten EU. Andere Mitgliedstaaten könnten die niederländische Entscheidung anerkennen. So könnte Tesla sein System deutlich schneller auf den Markt bringen, als auf einen einheitlichen EU-Beschluss zu warten.

Die Schlacht um den chinesischen Markt

In China wartet das FSD-Softwarepaket bereits seit längerem auf seine volle Freischaltung. Der Preis liegt bei umgerechnet rund 9.200 Euro. Die finale Genehmigung muss vom Ministerium für Industrie und Informationstechnologie (MIIT) erteilt werden.

Die Hürden sind hoch: Chinas Regularien zu Datensammlung und Software-Updates über die Luft (OTA) gehören zu den strengsten der Welt. Tesla musste in der Vergangenheit bereits Tests aussetzen, weil neue MIIT-Vorschriften eine Vorabgenehmigung für Softwareänderungen verlangten. Eine Freigabe wäre daher nicht nur ein finanzieller, sondern auch ein prestigeträchtiger Sieg im Technologiewettlauf mit lokalen Champions.

Software als neue Wachstumssäule

Der Vorstoß in Europa und China ist Kern einer strategischen Neuausrichtung. Tesla positioniert sich zunehmend als KI- und Robotik-Unternehmen, da das Wachstum rein über Fahrzeugverkäufe nachlässt. 2025 verlor Tesla sogar den Titel des weltgrößten E-Auto-Herstellers an BYD.

Die wiederkehrenden, hochprofitablen Einnahmen aus FSD sollen das Geschäft unabhängiger von der Produktionszahl machen. Zudem würde die Ausweitung auf europäische und chinesische Straßen den wertvollen Datenschatz für das Training der KI-Netzwerke massiv vergrößern. Analysten sehen darin einen essenziellen Schritt auf dem Weg zum eigentlichen Ziel: einem vollautonomen Robotaxi-Netzwerk.

Der Wettlauf um die Straße der Zukunft

Trotz des namensgebenden „vollständigen“ autonomen Fahrens handelt es sich bei FSD rechtlich um ein Level-2-System. Die Verantwortung bleibt stets beim Fahrer. Das unterscheidet es von Level-3-Systemen, wie sie etwa Mercedes-Benz in Europa unter bestimmten Bedingungen anbietet.

Der globale Wettbewerb verschärft sich. Während Tesla auf kostenpflichtige Software-Updates setzt, integrieren europäische Premiumhersteller und chinesische Newcomer fortschrittliche Assistenzsysteme immer häufiger serienmäßig. Teslas Trumpfkarte bleibt seine riesige, in Echtzeit gesammelte Datenmenge und die Fähigkeit, das System per OTA-Update ständig zu verbessern – vorausgesetzt, die lokalen Regulierer spielen mit.

Die kommenden Wochen werden zeigen, ob Tesla diesen Vorsprung in zwei der wichtigsten Automärkte der Welt in einen nachhaltigen Wettbewerbsvorteil verwandeln kann.

Anzeige

PS: Für Unternehmen, Entwickler und Hersteller von Fahrerassistenz‑Software laufen viele Übergangsfristen bereits — wer jetzt handelt, vermeidet Compliance‑Risiken. Das kostenlose E‑Book zur EU‑KI‑Verordnung fasst Pflichten, Kennzeichnungsregeln und Meldepflichten kompakt zusammen und liefert eine klare Umsetzungs‑Checkliste für technische Teams und Produktmanager. Ideal, um teure Sanktionen zu verhindern und die Roadmap rechtssicher zu gestalten. Jetzt kostenlosen KI‑Leitfaden sichern

@ boerse-global.de