Tesla-Robotaxis: Billig, aber langsam
01.02.2026 - 18:33:12Tesla unterbietet in San Francisco mit seinen Robotaxis die Preise der Konkurrenz deutlich – doch Kunden zahlen mit langen Wartezeiten. Das zeigt eine aktuelle Marktanalyse.
SAN FRANCISCO. Wer in San Francisco ein autonomes Taxi ruft, steht vor einer grundsätzlichen Wahl: Schnelligkeit oder Sparsamkeit? Eine neue Studie des Vergleichsdienstes Obi offenbart einen klaren Zielkonflikt. Teslas Robotaxi-Dienst ist mit Abstand der günstigste Anbieter. Im Gegenzug müssen Kunden jedoch erheblich länger auf ihr Fahrzeug warten als bei Wettbewerbern wie Waymo, Uber oder Lyft.
Die Analyse basiert auf Daten von fast 95.000 Fahrten zwischen Ende November 2025 und Anfang Januar 2026. Sie gibt einen der ersten datengestützten Einblicke in Teslas junges Robotaxi-Geschäft und vergleicht es mit etablierten Playern. Das Ergebnis skizziert den Beginn eines möglichen Preiskampfs in der autonomen Mobilität.
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Unschlagbar im Preis
Tesla positioniert sich in San Francisco als absoluter Preisführer. Eine Durchschnittsfahrt mit einem Tesla-Robotaxi kostete laut Studie lediglich 8,17 US-Dollar und überschritt selten die 10-Dollar-Marke. Damit ist der Dienst deutlich günstiger als die Konkurrenz: Lyft folgte mit 15,47 Dollar, Uber mit 17,47 Dollar. Der Pionier Waymo war mit 19,69 Dollar pro Fahrt am teuersten.
Die Preisunterschiede sind enorm. Auf Basis der Medianwerte kostete eine Tesla-Fahrt 7,39 Dollar. Dieselbe Strecke schlug bei Lyft mit 12,99, bei Uber mit 14,94 und bei Waymo mit 17,25 Dollar zu Buche. Vom billigsten zum teuersten Anbieter steigt der Preis um über 130 Prozent. Teslas Kilometerpreis von 1,99 Dollar ist der niedrigste, den Obi je erfasst hat – weniger als die Hälfte des Waymo-Preises von 5,72 Dollar. Branchenbeobachter deuten diese aggressive Strategie als klassischen Tech-Move, um rasch Marktanteile zu erobern, ähnlich wie Ubers einst den Taximarkt aufmischte.
Der Kompromiss: Lange Wartezeiten
Die erheblichen Ersparnisse haben ihren Preis: Zeit. Tesla-Kunden müssen mit den mit Abstand längsten Wartezeiten rechnen. Im Schnitt dauerte es 15,32 Minuten, bis ein Fahrzeug eintraf.
Das ist fast dreimal so lang wie bei Waymo, wo die durchschnittliche Wartezeit bei 5,74 Minuten lag. Selbst ein autonomes Fahrzeug, das über die Uber-App gebucht wurde, war mit 3,28 Minuten ETA deutlich schneller verfügbar. Diese Lücke zeigt die operativen Herausforderungen für Tesla, darunter eine aktuell noch kleinere und weniger dichte Fahrzeugflotte als bei etablierteren Diensten. Für eilige Passagiere wiegen die verlorenen Minuten schnell schwerer als die gesparten Dollars.
Unterschiedliche Ausgangslagen
Die Zahlen sind aussagekräftig, doch der Vergleich hinkt in einem Punkt: Während der Studie fuhr Teslas Robotaxi-Service in Kalifornien noch mit einem Sicherheitsfahrer an Bord. Das Unternehmen hat noch keine Genehmigungen für den vollständig fahrerlosen Betrieb beantragt, über die Waymo bereits verfügt. Diese operative Unterscheidung bedeutet, dass die Kostenstrukturen und regulatorischen Freiheitsgrade nicht direkt vergleichbar sind.
Teslas Strategie zielt offenbar auf das große Ganze. Das Unternehmen kündigte an, seine Investitionen 2026 mehr als zu verdoppeln – auf über 20 Milliarden Dollar. Ein Großteil soll in den Ausbau der autonomen Fahrzeugplattformen, der KI-Infrastruktur und die Produktion des speziell entwickelten „Cybercab“ fließen, das ohne Lenkrad und Pedale auskommt. Der globale Markt für autonome Fahrzeuge wird derweil von geschätzt 68 Milliarden Dollar 2024 auf über 214 Milliarden Dollar bis 2030 wachsen.
Der Kampf um Skalierung und Akzeptanz
Die Studie zeichnet die künftigen Konfliktlinien vor: Tesla setzt auf eine Low-Cost-Strategie mit hohem Volumen, getrieben durch seine Fertigungskompetenz. Waymo verfolgt einen gemesseneren, Premium-Ansatz und positioniert sich als hochwertiges Technologieprodukt.
Der Schlüssel zum Erfolg wird die Skalierung sein. Tesla muss seine Flotte rasch vergrößern, um die langen Wartezeiten zu reduzieren, die derzeit den Preisvorteil schmälern. Gleichzeitig muss das Unternehmen den komplexen regulatorischen Flickenteppich in den USA meistern, um zu vollständig fahrerlosen Genehmigungen zu kommen – ein Bereich, in dem es Waymo hinterherhinkt.
Eine positive Nachricht gibt es für die gesamte Branche: Die öffentliche Akzeptanz steigt deutlich. Eine Obi-Umfrage ergab, dass 63 Prozent der Befragten autonome Fahrzeuge inzwischen für „komfortabel“ oder „einigermaßen komfortabel“ halten. Im Januar 2025 lag dieser Wert noch bei 35 Prozent. Diese wachsende Offenheit schafft einen fruchtbaren Boden für das Unternehmen, das zuerst die Gleichung aus Preis, Komfort und Sicherheit optimal löst.
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