Tesla Grünheide: Schleichender Stellenabbau trotz Dementi
28.01.2026 - 19:31:12Neue Zahlen und massive Kritik der IG Metall belegen einen verdeckten Personalabbau bei Tesla in Brandenburg. Die Belegschaft schrumpfte um 1.700 Mitarbeiter – entgegen aller Beteuerungen des Managements.
Grünheide, 28. Januar 2026 – In der einzigen europäischen Gigafactory von Tesla tobt ein stiller Krieg um Arbeitsplätze. Während der US-Elektroautobauer öffentlich Stabilität verspricht, dokumentieren interne Unterlagen einen massiven Schwund: Die Belegschaft in Grünheide schrumpfte innerhalb von zwei Jahren von 12.415 auf 10.703 Mitarbeiter. Das ist ein Minus von rund 14 Prozent. Die IG Metall wirft der Werkleitung vor, diesen Abbau systematisch zu verschleiern und die hohe Fluktuation strategisch zu nutzen. Die anstehenden Betriebsratswahlen im März werden damit zur Richtungswahl für den gesamten Standort.
Zahlen widerlegen offizielle Tesla-Linie
Die internen Dokumente zur Vorbereitung der Betriebsratswahlen liefern handfeste Beweise. Der Rückgang um etwa 1.700 Stellen steht in krassem Widerspruch zur Unternehmenskommunikation. Noch im April 2024, als Konzernchef Elon Musk einen weltweiten Stellenabbau von über zehn Prozent ankündigte, hieß es aus Grünheide, man sei nur „am Rande betroffen“. Von einem Abbau von 400 Stellen über ein Freiwilligenprogramm und dem Ende von 300 Leiharbeitsverhältnissen war die Rede.
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Kürzlich betonte eine Tesla-Sprecherin erneut, es habe 2024 keinen nennenswerten Abbau bei der Stammbelegschaft gegeben. Schwankungen seien normal und auf den geringeren Bedarf an Leiharbeit nach der Hochlaufphase zurückzuführen. Die Gewerkschaft hält diese Erklärung für Augenwischerei.
Gewerkschaft: Taktik der monatlichen Massenentlassungen
Die IG Metall spricht von einer gezielten Taktik. „Tesla nutzt die hohe Fluktuation für einen verdeckten Arbeitsplatzabbau“, erklärt Bezirksleiter Jan Otto. Das Unternehmen müsse fast monatlich eine Massenentlassungsanzeige bei der Bundesagentur für Arbeit einreichen. Durch diese regelmäßigen, kleineren Schübe bleibe die öffentliche Aufmerksamkeit für eine große Entlassungswelle aus.
Die Folge: Freigewordene Stellen werden nicht nachbesetzt. Die Arbeit wird umstrukturiert und auf die verbleibende Belegschaft verteilt – eine klassische Arbeitsverdichtung. Die Gewerkschaft kritisiert, dass die arbeitgebernahe Mehrheit im aktuellen Betriebsrat diesen Prozess habe geschehen lassen, ohne ausreichend zu kontrollieren.
Druck auf Belegschaft wächst – Zweifel am Werksausbau
Die Situation belastet das Betriebsklima erheblich. Unter den Mitarbeitern wachsen Unsicherheit und Druck. Die IG Metall stellt infrage, ob Teslas ambitionierte Pläne für den Werksausbau überhaupt noch ernsthaft verfolgt werden. Stehen die Ankündigungen vielleicht nur auf dem Papier, um die Belegschaft gefügig zu machen?
Die Diskrepanz zwischen Management-Kommunikation und gelebter Realität könnte größer kaum sein. Aus Sicht der Beschäftigten verschwinden Kollegen, während die eigene Arbeitslast stetig steigt. Das Bild vom innovativen Top-Arbeitgeber bekommt tiefe Risse.
Betriebsratswahl in März wird zur Nagelprobe
Vor diesem Hintergrund erhalten die Betriebsratswahlen Anfang März eine enorme Schlagkraft. Die IG Metall ruft die Belegschaft auf, ein neues Gremium zu wählen, das seine Kontrollfunktion ernst nimmt. Ein stärkerer Betriebsrat könnte die Personalstrategie kritisch hinterfragen und auf Transparenz sowie die Einhaltung von Arbeitnehmerrechten pochen.
Die Wahl wird zeigen, wie die Mitarbeiter die Lage einschätzen. Wollen sie eine schärfere Interessenvertretung gegenüber dem Konzern? Für Tesla geht es in Grünheide um mehr als Produktionszahlen. Es geht um den Ruf in der deutschen Industrie – und darum, ob das Vertrauen der eigenen Belegschaft noch zu retten ist.
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