Tesla erhält Fristverlängerung bei US-Sicherheitsuntersuchung
17.01.2026 - 00:03:12Tesla muss sich fünf Wochen länger Zeit nehmen, um auf umfangreiche Forderungen der US-Verkehrssicherheitsbehörde zu antworten. Die Untersuchung betrifft Vorwürfe, dass das Full Self-Driving (FSD)-System Verkehrsregeln missachtet.
Die National Highway Traffic Safety Administration (NHTSA) hat die Frist für die entscheidenden Antworten des Elektroautoherstellers vom 19. Januar auf den 23. Februar 2026 verschoben. Grund ist die manuelle Prüfung Tausender interner Aufzeichnungen. Die Behörde untersucht seit Oktober Vorwürfe, dass Fahrzeuge mit aktiviertem FSD-System Verkehrsverstöße begangen haben – darunter das Überfahren roter Ampeln oder das Fahren auf der falschen Straßenseite.
Die bundesweite Untersuchung umfasst schätzungsweise 2,9 Millionen Tesla-Fahrzeuge in den USA, die mit der FSD-Software ausgestattet sind. Die NHTSA fordert Daten zu einer breiten Palette von Vorfällen an: von Kundenbeschwerden und Unfallberichten bis hin zu internen Bewertungen des Unternehmens.
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Bislang hat die Behörde 62 offizielle Beschwerden registriert und prüft weitere Meldungen. Kernfrage ist, ob das Design und die Betriebseigenschaften des FSD-Systems ein unangemessenes Sicherheitsrisiko darstellen, weil sie Verkehrsgesetze nicht ausreichend beachten. Selbst ein spezieller „Mad Max“-Fahrmodus, der höhere Geschwindigkeiten ermöglichen soll, steht auf dem Prüfstand.
Warum Tesla mehr Zeit braucht
In ihrem Antrag auf Fristverlängerung verwies Tesla auf den erheblichen manuellen Aufwand. Das Unternehmen hat 8.313 interne Datensätze identifiziert, die einzeln geprüft werden müssen. Das Team schafft etwa 300 dieser Prüfungen pro Tag – die ursprüngliche Deadline wäre kaum einzuhalten gewesen.
Zudem betonte der Konzern die Belastung durch mehrere, parallele Untersuchungen der NHTSA. Neben der FSD-Prüfung laufen separate Ermittlungen zu verspäteten Unfallmeldungen und potenziellen Problemen mit Türgriffen. Tesla fürchtet, dass die schiere Menge an Anfragen die Qualität der Antworten beeinträchtigen könnte.
Lange Geschichte regulatorischer Prüfungen
Die aktuelle Untersuchung ist Teil einer langen Serie behördlicher Überprüfungen von Teslas Fahrassistenzsystemen. Bereits im Februar 2023 musste Tesla über 362.000 Fahrzeuge mit FSD-Beta-Software zurückrufen. Die NHTSA hatte damals festgestellt, dass das System Verkehrsregeln nicht ausreichend befolgte und so das Unfallrisiko erhöhte.
Ein weiterer Rückruf betraf Anfang 2022 fast 54.000 Fahrzeuge: Ein „Rolling Stop“-Feature, das ein vollständiges Anhalten an Stoppschildern unter bestimmten Bedingungen umging, wurde per Software-Update deaktiviert. Kritiker monieren seit langem, der Name „Full Self-Driving“ sei irreführend und könne Fahrer zu Sorglosigkeit verleiten. Tesla betont stets, dass es sich um Assistenzsysteme handelt, bei denen der Fahrer stets aufmerksam und eingriffsbereit sein muss.
Was auf dem Spiel steht
Die Verlängerung gibt Tesla wertvolle Zeit, seine Verteidigung und Daten vorzubereiten – die Zukunft seiner autonomen Fahrttechnologie steht auf dem Spiel. Das Ergebnis der Untersuchung ist wegweisend, nicht nur für Tesla, sondern für die gesamte Automatisierungsbranche. Es wird künftige regulatorische Rahmenbedingungen für fortschrittliche Fahrassistenzsysteme beeinflussen.
Die regulatorischen Herausforderungen kommen zu einem strategischen Wendepunkt für Tesla: Ab Mitte Februar 2026 will das Unternehmen FSD nur noch per Monatsabonnement anbieten und den Einmalkauf einstellen. Diese Entscheidung soll den Zugang zur Technologie erweitern, könnte aber auch die Zahl der Nutzer und damit das Datenaufkommen unter behördlicher Beobachtung deutlich erhöhen.
Nächste Schritte und mögliche Konsequenzen
Bis zum 23. Februar muss Tesla nun liefern. Die bereitgestellten Daten werden die nächsten Schritte der NHTSA bestimmen. Sollten die Prüfer zu dem Schluss kommen, dass die FSD-Software ein „unangemessenes Sicherheitsrisiko“ darstellt, drohen umfangreiche Rückrufaktionen oder die Auflage von Software- und Hardware-Anpassungen. Eine Verweigerung der Auskunft könnte hohe Geldstrafen nach sich ziehen.
Die Ergebnisse werden weitreichende Folgen haben – für die öffentliche Wahrnehmung, das Anlegervertrauen und die regulatorische Landschaft der gesamten Branche. Die fünfwöchige Galgenfrist gibt Tesla die Chance, seinen Fall sorgfältig vorzubereiten, während es eine der bedeutendsten regulatorischen Herausforderungen seiner Geschichte bewältigen muss.
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