Tesla-Chef Musk: Roboter-Optimus soll in drei Jahren Chirurgen überflügeln
10.01.2026 - 22:13:12Elon Musk prophezeit, sein humanoides Robotermodell Optimus werde bis 2029 die besten Chirurgen der Welt übertreffen. Die Ankündigung stößt in der Medizin auf massive Skepsis.
Der Tesla-CEO verkündete diese Woche in einem Podcast eine radikale Vision für das Gesundheitswesen. Sein Roboter Optimus solle dank „dreifach exponentiellen Wachstums“ bei KI und Robotik binnen drei Jahren präziser operieren können als jeder Mensch. Musk begründet dies mit der Konvergenz von KI-Software, speziellen Chips und elektromechanischer Präzision. Während menschliche Chirurgen durch Schlaf, Zittern und lange Ausbildung limitiert seien, könne die Roboter-Plattform ununterbrochen mit submillimetergenauer Genauigkeit arbeiten.
Medizin-Experten halten Zeitplan für unrealistisch
Die kühne Ankündigung löste sofort Widerspruch führender Mediziner und Ethiker aus. Sie verweisen auf die gewaltige Kluft zwischen robotischer Geschicklichkeit und chirurgischer Urteilskraft. „Der Dreijahreszeitrahmen ist nicht glaubwürdig“, kommentierte der renommierte Bioethiker Arthur Caplan von der New York University. Chirurgie erfordere komplexe Entscheidungen und Anpassungsfähigkeit an menschliche Anatomie – Fähigkeiten, die aktuelle KI-Modelle noch nicht beherrschten.
Kritiker betonen, dass etablierte Systeme wie da Vinci seit Jahrzehnten im Einsatz sind, aber stets als ferngesteuerte Werkzeuge unter menschlicher Kontrolle agieren. Der Schritt zu vollautonomen „Roboter-Chirurgen“, die auf unerwartete Blutungen reagieren können, sei ein gewaltiger technischer und regulatorischer Sprung. Dieser werde wohl deutlich länger als 36 Monate dauern. Besondere Verfahren in der Traumata- und Plastischen Chirurgie erforderten ein intuitives Gespür, das kaum programmierbar sei.
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Die „Singularität“ und ein sich selbst beschleunigender Fortschritt
Musk stellt seine Prognose in einen größeren Rahmen. Auf seiner Plattform X verkündete er kürzlich, die Menschheit habe die technologische Singularität erreicht – einen Punkt, an dem KI-Wachstum unkontrollierbar und unumkehrbar werde. Lineare Fortschrittsprognosen seien damit obsolet.
Im Podcast erläuterte er das Konzept des „dreifach exponentiellen“ Faktors. Verbesserungen in Software, Rechenleistung und Mechanik würden sich gegenseitig beschleunigen. Bessere Roboter entwerfen noch bessere Roboter. Dieser Rückkopplungseffekt könne Jahrzehnte medizinischer Innovation auf wenige Jahre komprimieren. Zudem könnten massenproduzierte Roboter-Chirurgen den globalen Mangel an Fachkräften beheben und hochwertige Versorgung in unterversorgten Regionen ermöglichen.
Markt-Disruption und ein steiniger Weg in den OP
Sollte sich Musks Vision auch nur teilweise erfüllen, würde sie den milliardenschweren Markt für Medizinrobotik auf den Kopf stellen. Bisher dominieren etablierte Player wie Intuitive Surgical. Analysten sehen Teslas Fokus auf „physische KI“ – die Anwendung neuronaler Netze auf Bewegung in der realen Welt – als entscheidenden Unterschied zu Unternehmen, die nur generative Text- oder Bildmodelle entwickeln.
Der Weg in den Operationssaal ist jedoch steinig. Er führt über strenge Zulassungsverfahren der US-Gesundheitsbehörde FDA, komplexe Haftungsfragen und mehrjährige klinische Studien. Zwar hat Tesla sein Robotikprogramm seit der ersten Optimus-Vorstellung 2022 massiv beschleunigt. Doch der Sprung vom Wäschefalten zur Bypass-Operation ist immens. Das kommende Jahr wird zeigen, ob Tesla seine Ansprüche mit demonstrierten Geschicklichkeitsaufgaben untermauern kann. Für die Gesundheitsbranche läuft nun die Dreijahres-Uhr – und die Debatte, ob dies ein Blick in die unvermeidliche Zukunft oder ein weiteres überambitioniertes Ziel ist.
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