Temu und Shein trifft es zuerst: Drei-Euro-Zoll für EU-Pakete ab Juli
15.01.2026 - 20:01:12Ab Juli wird jedes Billig-Paket aus China und anderen Drittstaaten drei Euro teurer. Die EU schließt mit einer Pauschalabgabe ein milliardenschweres Schlupfloch, das vor allem Ultra-Billig-Plattformen wie Temu und Shein systematisch nutzten. Für Verbraucher bedeutet das das Ende des zollfreien Mini-Shoppings.
Was die neue Regelung für Käufer bedeutet
Ab dem 1. Juli 2026 fällt auf jedes Paket aus einem Nicht-EU-Land unter 150 Euro Warenwert eine pauschale Zollgebühr von drei Euro an. Diese universelle Abgabe beendet die bisherige Praxis, bei der solche Kleinsendungen von Zöllen befreit waren. Für Verbraucher erhöht sich der Endpreis bei Bestellungen von Plattformen wie AliExpress, Shein und Temu um diesen Fixbetrag. Auch Bestellungen über Dienste wie Amazon Haul werden teurer.
Die Maßnahme ist als Übergangslösung bis 2028 konzipiert. Dann tritt eine umfassende EU-Zollreform in Kraft, die die 150-Euro-Freigrenze komplett abschafft.
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Kampf gegen die Flut der Billig-Pakete
Hinter der Entscheidung der EU-Finanzminister steckt ein massives Logistik- und Wettbewerbsproblem. Im Jahr 2024 erreichten rund 4,6 Milliarden Kleinstpakete die EU – eine Verdopplung gegenüber dem Vorjahr. Diese Flut, größtenteils aus Fernost, hat die europäischen Zollbehörden an ihre Grenzen gebracht.
Gleichzeitig klagten europäische Händler über unfaire Bedingungen. Während heimische Unternehmen strenge Vorgaben zu Umsatzsteuer, Produktsicherheit und Umweltstandards einhalten müssen, konnten viele Anbieter aus Drittstaaten diese umgehen. Der neue Pauschalzoll soll diese strukturelle Benachteiligung verringern.
Branche begrüßt Schritt zu mehr Fairness
Der Handelsverband Deutschland (HDE) begrüßt die Einführung als „wichtigen Meilenstein“. Die Abgabe stellt insbesondere die Geschäftsmodelle von Temu und Shein auf den Prüfstand, die auf extrem niedrige Einzelpreise setzen. Branchenexperten erwarten, dass die neue Gebühr die Preissensibilität der Kunden testet und zu einer Konsolidierung von Bestellungen führen könnte – Kunden werden wahrscheinlich seltener, aber dafür mehr auf einmal bestellen, um die Pauschale zu relativieren.
Doch ist der Pauschalzoll nur der erste Schritt. Verbände fordern weitere Maßnahmen für einheitliche Zollstandards und eine effektivere Kontrolle importierter Waren.
Der Countdown zur großen Zollreform läuft
Die Drei-Euro-Abgabe ist nur der Vorläufer einer viel größeren Veränderung. Die eigentliche Zäsur kommt 2028 mit der vollständigen Reform des EU-Zollrechts. Kernstück wird die Abschaffung der 150-Euro-Freigrenze und die Einführung eines zentralen IT-Systems, des „EU Customs Data Hub“.
Dieses System soll die Abwicklung der Paketflut revolutionieren und die Verantwortung für Zollabgaben stärker auf die Online-Plattformen selbst verlagern. Bis dahin soll der Pauschalzoll ab Juli 2026 für eine erste spürbare Korrektur sorgen und den Weg für einen faireren europäischen E-Commerce-Markt ebnen.
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