Telegram-Kanäle, Deepfake-Missbrauch

Telegram-Kanäle industrialisieren Deepfake-Missbrauch

30.01.2026 - 16:55:12

Eine Analyse zeigt ein globales Netzwerk aus über 150 Telegram-Kanälen, die KI für nicht-einvernehmliche Falschbilder nutzen. Plattform-Moderation und Gesetze stehen vor großen Herausforderungen.

Telegram wird zur Drehscheibe für KI-generierte Pornografie – Millionen Nutzer beteiligen sich an einem globalen Netzwerk digitaler Gewalt. Eine neue Untersuchung enthüllt den industriellen Einsatz von Künstlicher Intelligenz zur Erstellung nicht-einvernehmlicher Falschbilder, überwiegend von Frauen. Die Plattform gerät massiv unter Druck.

Industriemaßstab der digitalen Gewalt

Eine am 29. Januar 2026 veröffentlichte Analyse zeigt ein alarmierendes Ausmaß. Mindestens 150 aktive Telegram-Kanäle haben sich auf die Erstellung und Verbreitung von Deepfake-Missbrauchsmaterial spezialisiert. Diese verschlüsselten Gruppen mit globaler Reichweite fungieren als düstere Marktplätze. Angeboten werden automatisierte Bots, die gegen Gebühr Fotos beliebiger Personen „entkleiden“, sowie Kanäle mit einem steten Strom KI-generierter expliziter Inhalte von Prominenten, Influencern und Privatpersonen.

„Die Schwelle für solche Angriffe ist zusammengebrochen“, warnt ein Bericht von Trend Micro vom 28. Januar. Kriminelle mieten oder steuern hochentwickelte KI-Tools einfach an, statt sie selbst zu bauen. Auf Telegram bieten Bots Deepfake-Erstellung kostenlos oder für kleines Geld an – eine Demokratisierung der Werkzeuge für digitale Verletzung und Sextortion.

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Moderation stößt an Grenzen

Telegram betont, dass seine Nutzungsbedingungen Deepfake-Pornografie und die zugehörigen Tools ausdrücklich verbieten. Das Unternehmen setze Moderatoren und eigene KI ein, um öffentliche Bereiche zu überwachen. 2025 seien über 952.000 entsprechende Inhalte entfernt worden.

Doch das Ausmaß des Netzwerks stellt die Durchsetzung vor immense Herausforderungen. Das Volumen und die verschlüsselte Natur vieler Chats erschweren eine umfassende Kontrolle. Die anhaltende Existenz großer, global aktiver Kanäle deutet darauf hin, dass Täter mit einer gewissen Straflosigkeit agieren und Plattform-Features für weitreichenden Schaden nutzen.

Psychische Gewalt mit Folgen

Die Krise auf Telegram ist kein Einzelfall, sondern Teil eines gesellschaftlichen Problems. Die Diskussion eskalierte zuletzt durch Kontroversen um andere KI-Systeme wie Grok auf der Plattform X, das ebenfalls nicht-einvernehmliche Bilder erzeugte – was eine EU-Untersuchung auslöste.

Die psychologischen Folgen für Opfer sind gravierend. Studien legen nahe, dass der emotionale Schaden mit dem physischer sexualisierter Gewalt vergleichbar ist. Eine Untersuchung von 2023 ergab, dass 99 Prozent aller Deepfake-Pornografie Frauen zeigen. Gesetzgeber handeln: In den USA trat im Mai 2025 der „TAKE IT DOWN Act“ in Kraft, der die Erstellung nicht-einvernehmlicher intimer Bilder zum Bundesverbrechen erklärt. Zentrale Pflichten für Online-Plattformen gelten jedoch erst später 2026.

Appell an Plattformen und Politik

Cybersicherheitsexperten prognostizieren, dass kriminelle KI 2026 weiter an Raffinesse gewinnt. Deepfake-gestützte Belästigung werde automatisierter, skalierbarer und schwerer zurückzuverfolgen sein.

Experten fordern daher einen mehrgleisigen Ansatz: Technologieplattformen müssten mehr Verantwortung übernehmen und wirksamere, transparente Sicherheitsmaßnahmen umsetzen. Gleichzeitig brauche es stärkere rechtliche Rahmenbedingungen, um Opfer zu schützen und Täter zur Rechenschaft zu ziehen. Der Kampf gelte nicht der Technologie selbst, sondern der Normalisierung digitaler Gewalt und dem rücksichtslosen Einsatz von Innovation auf Kosten menschlicher Würde und Sicherheit.

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