Telegram, Zentrum

Telegram im Zentrum der Deepfake-Porno-Krise

04.02.2026 - 22:14:11

Die Messenger-App entfernte 2025 fast eine Million KI-generierte Missbrauchsbilder, doch verschlüsselte Kanäle ermöglichen eine neue Stufe der digitalen Gewalt.

Die Messenger-App entfernte 2025 über 950.000 Stücke missbräuchlichen KI-Materials – doch neue Kanäle schießen wie Pilze aus dem Boden. Aktuelle Untersuchungen belegen, dass Telegram zu einer zentralen Drehscheibe für nicht einvernehmliche, KI-generierte Pornografie geworden ist. Dies stellt die Plattform vor immense Moderationsprobleme und heizt die Debatte um digitale Gewalt weiter an.

Industrielle Ausbeutung auf verschlüsselten Kanälen

Recherchen Ende Januar 2026 deckten ein globales Netzwerk von mindestens 150 Telegram-Kanälen auf, die sich auf sogenannte Deepfake-Pornografie spezialisiert haben. Nutzer erstellen und teilen dort „entkleidete“ Bilder von Prominenten und Privatpersonen – meist ohne deren Einwilligung. KI-Bots auf der Plattform machen die Generierung und Verbreitung dieser Inhalte zum Kinderspiel.

Das Ergebnis ist eine beunruhigende Industrialisierung sexuellen Missbrauchs. Persönliche Fotos werden in großem Stil zu explizitem Material verarbeitet. „Die Technologie demokratisiert hier den Missbrauch“, kommentiert eine Expertin für digitale Gewalt. „Was früher komplex war, ist heute ein Klick.“

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Ein aussichtsloser Kampf gegen die Flut?

Telegram verweist auf seine eigenen Anstrengungen. Die Plattform verbiete Deepfake-Pornografie ausdrücklich und setze auf eine Mischung aus menschlichen Moderatoren und KI-Überwachung. Die 952.000 gelöschten Inhalte aus 2025 sollen dies belegen.

Doch die Architektur der App wird zum Problem. Die Priorisierung von Verschlüsselung und Privatsphäre erschwert die effektive Kontrolle. Gesperrte Kanäle tauchen oft minutenschnell unter neuem Namen wieder auf. Nutzer tauschen Tipps zur Umgehung von Sicherheitsmaßnahmen aus. Ein technologisches Katz-und-Maus-Spiel, bei dem die Moderatoren oft hinterherhinken.

App-Stores und Bots: Ein perfektes Ökosystem für Missbrauch

Die Krise beschränkt sich nicht auf Telegram. Sie ist Teil eines größeren Ökosystems. Sogenannte „Nudify“-Apps in großen Stores senken die Hürde für Deepfakes dramatisch. Einem Bericht zufolge wurden solche Anwendungen über 700 Millionen Mal heruntergeladen – ein lukratives Geschäft.

In Kombination mit Telegram-Bots entsteht eine nahtlose Pipeline für Missbrauch. Das Problem ist branchenweit akut. Erst vor Wochen geriet die Plattform X in die Kritik, weil ihr KI-Chatbot nicht einvernehmliche Bilder realer Personen generieren konnte.

Druck aus Brüssel und die Grenzen der Technologie

Die Enthüllungen treffen auf eine schärfere regulatorische Lage. Die EU verschärft mit dem Digital Services Act (DSA) den Druck auf Tech-Konzerne. Sie müssen systemische Risiken durch illegale Inhalte aktiv eindämmen.

Experten sehen die Lösung nicht allein in besserer Technologie. Die gezielte Demütigung – überwiegend von Frauen – speise sich aus einem Nährboden der Misogynie, den die Technologie nun verstärke. Gefordert wird ein mehrgleisiger Ansatz: schärfere Plattform-Moderation, robustere Gesetze und breite Aufklärung.

Was kommt auf Telegram zu?

Die Herausforderung für Telegram wird größer, nicht kleiner. Die Deepfake-Technologie entwickelt sich rasant. Erkennungsmethoden müssen mithalten. Der Druck von Regierungen und Verbraucherschützern wird steigen, die Moderationskapazitäten auszubauen und transparenter zu berichten.

Die gesamte Branche steht an einem Scheideweg. Der Balanceakt zwischen Privatsphärenschutz und der Verhinderung von Missbrauch wird die digitale Landschaft noch lange prägen. Die Entwicklung klarer Gesetze gegen nicht einvernehmliche Deepfakes wird entscheidend sein, um dieser gesellschaftlichen Bedrohung zu begegnen.

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