Telegram-Gründer Durov greift Spaniens Social-Media-Verbot an
05.02.2026 - 01:30:12Ein massiver Konflikt zwischen Tech-Giganten und europäischen Regulierern spitzt sich zu. Telegram-Gründer Pavel Durov hat Spaniens Plan scharf kritisiert, den Zugang zu sozialen Medien für unter 16-Jährige zu verbieten. Seine Kritik folgt ähnlichen Angriffen anderer Tech-Moguln und heizt die Debatte über Online-Sicherheit und digitale Freiheit weiter an.
In einer Nachricht an spanische Nutzer stellte sich Durov entschieden gegen die Pläne von Ministerpräsident Pedro Sánchez. Der Vorschlag, präsentiert unter dem Deckmantel des Jugendschutzes, bedrohe die Internetfreiheiten und könne Spanien in einen Überwachungsstaat verwandeln, so Durov. Die spanische Regierung wies die Kritik umgehend zurück. Sie bezeichnete die Massennachricht als beispiellos und betonte die dringende Notwendigkeit von Regulierung zum Schutz vor Propaganda.
Spaniens radikaler Digital-Plan
Sánchez hatte den Gesetzesentwurf auf dem Weltregierungsgipfel in Dubai vorgestellt. Er positionierte ihn als notwendigen Schritt, um Kinder vor dem „digitalen Wilden Westen“ zu schützen. Der Plan sieht ein Nutzungsverbot für Minderjährige unter 16 Jahren vor und verpflichtet Plattformen zu robusten Altersverifikationssystemen. Sánchez charakterisierte soziale Medien als „gescheiterte Staaten, in denen Gesetze ignoriert und Verbrechen toleriert werden“.
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Das umfassende Vorhaben geht noch weiter: Es will Social-Media-Manager persönlich strafrechtlich haftbar machen für illegale Inhalte auf ihren Plattformen. Zudem plant die Regierung, die Manipulation von Algorithmen unter Strafe zu stellen, wenn sie schädliche Inhalte verstärken. Sánchez kündigte auch eine „Koalition der digital Willigen“ mit sechs europäischen Nationen an, um die grenzüberschreitende Regulierung zu koordinieren.
Durovs Warnung vor Zensur und Überwachung
Im Zentrum von Durovs Kritik steht die Angst vor staatlicher Übergriffigkeit und dem Ende der Privatsphäre. Eine verpflichtende Altersprüfung, die wahrscheinlich offizielle Dokumente oder biometrische Daten erfordere, beende die Online-Anonymität, argumentiert er. Sie schaffe riesige Datenbanken mit persönlichen Informationen, die missbraucht werden könnten. Dies setze einen gefährlichen Präzedenzfall für die Überwachung aller Nutzer, nicht nur Minderjähriger.
Der Telegram-Gründer warnt auch vor einer Einschüchterung durch persönliche Haftung. Aus Angst vor juristischen Konsequenzen würden Plattformen dazu verleitet, jedes potenziell kontroverse Material zu löschen. Das ersticke kritische Meinungen und unabhängigen Journalismus. Solche Maßnahmen seien kein echter Schutz, sondern Schritte hin zur totalen staatlichen Kontrolle, bei der Sicherheit als Waffe zur Zensur von Kritikern eingesetzt werde.
Europa im Regulierungsfieber
Der spanische Vorstoß ist Teil eines europäischen Trends. Auch Griechenland steht angeblich kurz vor einem ähnlichen Verbot für unter 15-Jährige. Länder wie Frankreich und Großbritannien erwägen schärfere Maßnahmen. Australien ging bereits im Dezember 2025 als erstes Land mit einem Verbot für unter 16-Jährige voran.
Auf diesen legislativen Druck folgt heftiger Widerstand aus der Tech-Branche. Elon Musk, Eigentümer von X (ehemals Twitter), kritisierte die spanischen Pläne ebenfalls und lieferte sich einen öffentlichen Schlagabtausch mit Sánchez. Kritiker und Datenschützer argumentieren, dass solche Gesetze weniger dem Kinderschutz dienten, sondern eher die staatliche Macht zur politisch motivierten Inhaltszensur ausweiteten.
Ein Präzedenzfall für Europa
Die spanische Regierung will die Maßnahmen bereits nächste Woche im Ministerrat beschließen lassen, um einen laufenden Gesetzentwurf entsprechend zu ändern. Das Ergebnis wird in ganz Europa genau beobachtet. Es könnte einen bedeutenden Präzedenzfall dafür setzen, wie andere Nationen die Regulierung von Online-Plattformen angehen.
Der Kern des Konflikts liegt im Spannungsfeld zwischen dem legitimen Schutz gefährdeter Nutzer und den Grundprinzipien von Privatsphäre und freier Meinungsäußerung im Netz. Während Regierungen mehr Verantwortung einfordern, ziehen Tech-Plattformen eine rote Linie. Die anstehende Gesetzgebung in Spanien markiert einen kritischen Punkt in dieser globalen Debatte – mit weitreichenden Folgen für die Zukunft des Internets für Nutzer jeden Alters.
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