Teclast, ArtPad

Teclast ArtPad Air: Billig-Tablet für Kreative im Test

12.01.2026 - 16:53:12

Das Teclast ArtPad Air bietet Künstlern eine preiswerte Hardware-Alternative, überzeugt aber nicht durch seine Software und die eingeschränkte Farbdarstellung des Displays.

Das Teclast ArtPad Air will Künstlern und Designern ein günstiges Einsteigergerät bieten. Erste Tests loben die Hardware, sehen aber deutliche Grenzen bei Software und Farbtreue.

Nischenstrategie mit „ArtOS“

Teclast wagt mit dem ArtPad Air den Sprung in eine spezialisierte Nische. Statt eines weiteren Medien-Tablets bietet das Unternehmen ein Gerät für digitale Kreative an. Der Clou ist das eigene Betriebssystem „ArtOS“, eine für kreative Workflows optimierte Android-15-Oberfläche. Ein zentrales Feature ist „ArtSpace“ – ein Modus, der zwischen Spezialansichten wie Schwarz-Weiß oder Pastellfarben umschalten kann. Das soll Ablenkungen minimieren und an traditionelle Zeichenmedien erinnern. Die Umsetzung wirkt durchdacht, mit stylischen Animationen, die den Fokus aufs Design unterstreichen.

Der mitgelieferte Teclast T-Pen nutzt den USI-2.0-Standard und bietet 4.096 Druckstufen. Tests zeigen: Die Stift-Hardware ist solide, die vorinstallierte Software enttäuschend. Die Haupt-App „ArtNote“ eignet sich laut Rezensionen eher für Handschrift als für komplexe Illustrationen. Nutzer müssen auf Drittanbieter-Apps zurückgreifen, um das volle Potenzial auszuschöpfen. Ein klarer Schwachpunkt im Konzept.

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Solide Hardware zum Kampfpreis

Unter der Haube steckt eine MediaTek Helio G100-CPU mit 8 GB RAM. Der Speicher beginnt bei 128 GB und ist erweiterbar. Benchmarks zeigen: Für Alltagsaufgaben und einfache Skizzen reicht die Leistung, anspruchsvolle Zeichen-Apps mit vielen Ebenen können aber zu Rucklern führen. Die Performance ist typisch für die Preisklasse unter 250 Euro.

Positiv fällt der Akku auf: 8.000 mAh bei 18-Watt-Ladung versprechen lange Nutzungsdauer. Das Metall-Gehäuse ist nur 7,5 mm dick und wiegt rund 523 Gramm – ein Plus für unterwegs arbeitende Kreative.

Display: Gute Idee, mäßige Umsetzung

Das 11-Zoll-IPS-Display mit 1.840 x 1.280 Pixeln hat ein für Kreative vorteilhaftes Seitenverhältnis von etwa 7:5. Das bietet mehr vertikalen Platz für Werkzeugleisten und Leinwand. Die 90-Hz-Aktualisierungsrate sorgt für flüssiges Scrollen und eine bessere Stiftantwort.

Doch beim entscheidenden Punkt für Profis – der Farbtreue – schwächelt das Gerät. Tests zeigen einen blaustichigen Farbabgleich und Probleme, lebensechte Farben darzustellen. Für Hobbyzeichner mag das hinnehmbar sein. Wer jedoch druckreife Illustrationen benötigt, wird enttäuscht. Das Display ist hell genug (ca. 400 Nits) und flickerfrei, bleibt aber fachlich limitiert.

Marktchancen gegen Apple und Samsung

Teclast attackiert mit dem ArtPad Air den von iPad Pro und Samsung Galaxy Tab dominierten Markt. Die Waffe ist der Preis: Für rund 220 Euro inklusive Stift unterbietet das Gerät die Konkurrenz massiv. Analysten sehen darin die Schaffung einer neuen „Starter“-Klasse für digitale Kunst.

Kann das funktionieren? Die Hardware bietet für den Preis erstaunlich viel. Doch die Software hinkt hinterher. Die große Frage ist, ob Teclast mit ArtOS-Updates nachlegen kann. Gelingt das, könnte die Serie im Bildungs- und Hobbybereich Fuß fassen. Derzeit bleibt das ArtPad Air ein fähiges, wenn auch unvollkommenes Digital-Skizzenbuch – dessen größter Reiz im hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis liegt.

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