Teams, Microsoft

Teams: Microsoft spaltet Desktop-Client für bessere Performance

28.11.2025 - 15:32:12

Microsoft trennt Chat- und Videofunktionen in separaten Prozessen, um Startzeiten und Meeting-Stabilität zu verbessern. IT-Teams müssen Sicherheitseinstellungen bis Januar anpassen.

Microsoft will ein jahrelanges Ärgernis beseitigen: Langsame Startzeiten und träge Videoanrufe bei Teams. Der Tech-Gigant kündigte diese Woche eine grundlegende Architektur-Änderung für den Windows-Client an. Die Kernfunktionen laufen künftig in getrennten Prozessen – eine technische Zäsur, die besonders bei Videocalls spürbar werden soll.

Bisher musste sich Teams gleichzeitig um Chat, Dateien und rechenintensive Videoverarbeitung kümmern. Das führte oft zu Engpässen: Lief ein aufwendiger Videocall, wurde die Chat-Oberfläche träge. Ab Januar 2026 trennt Microsoft diese Welten voneinander.

Neue Prozess-Architektur: Einer für Chat, einer für Calls

Das Herzstück der Optimierung ist ein neuer Prozess namens ms-teams_modulehost.exe. Die Hauptanwendung ms-teams.exe bleibt für die Benutzeroberfläche, Chats und Collaboration-Tools zuständig. Der neue Prozess übernimmt ausschließlich Audio, Video und Bildschirmfreigaben.

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Passend zum Thema IT‑Sicherheit: Die neue ausführbare Datei ms‑teams_modulehost.exe könnte von Endpoint‑Protection‑Systemen als unbekannt eingestuft werden – IT‑Teams haben nur ein knappes Zeitfenster von etwa vier Wochen, um Allowlists und Policies anzupassen. Das kostenlose E‑Book „Cyber Security Awareness Trends“ erklärt praxisnah, welche Maßnahmen jetzt Priorität haben, wie Sie Fehlalarme verhindern und produktive Meetings im Januar sichern. Jetzt Gratis‑E‑Book für IT‑Teams sichern

„Diese Änderung optimiert die Ressourcennutzung und verbessert Meeting-Erlebnisse”, teilte Microsoft Unternehmens-Administratoren mit. Durch die Isolation rechenintensiver Aufgaben kann die Anwendung Rechenleistung gezielter verteilen. Ein hängendes Video blockiert nicht mehr die gesamte App.

Die Trennung behebt einen kritischen Engpass in den Electron- und Edge-WebView2-Frameworks, auf denen Teams basiert. Wer künftig zwischen einem bandbreitenintensiven Call und einem textlastigen Kanal wechselt, dürfte den Unterschied deutlich spüren.

Unsichtbares Upgrade mit spürbarem Effekt

Für Nutzer ändert sich an der Oberfläche nichts. Keine neuen Buttons, keine angepassten Workflows. Man klickt weiterhin auf „Beitreten” – nur dass die App schneller reagiert, besonders beim Kaltstart oder während Videocalls.

Der Rollout startet Anfang Januar 2026 für weltweite Mandanten sowie spezialisierte US-Umgebungen (GCC, GCC High, DoD). Abgeschlossen sein soll die Verteilung bis Ende Januar.

IT-Abteilungen müssen jetzt handeln

Während sich Endnutzer zurücklehnen können, haben IT-Teams Hausaufgaben zu erledigen. Die neue ausführbare Datei könnte von Sicherheitssoftware als unbekannt eingestuft werden.

Cybersecurity-Experten warnen: Endpoint-Protection-Plattformen und Antivirenprogramme könnten ms-teams_modulehost.exe blockieren, wenn er nicht explizit freigegeben wird. IT-Administratoren sollten den Prozess zeitnah auf Allowlists setzen – sonst drohen im Januar plötzliche Meeting-Abbrüche oder Startprobleme.

„Unternehmen haben etwa vier Wochen Zeit, ihre Sicherheitsprotokolle anzupassen”, heißt es in Fachkreisen. Wer zu spät reagiert, riskiert Produktivitätseinbußen bei tausenden Mitarbeitern.

Ein Monat voller Optimierungen

Die Prozess-Trennung bildet den Abschluss eines ereignisreichen Novembers für Teams. Erst letzte Woche stellte Microsoft den „Interpreter”-Agent vor – ein KI-Tool für Echtzeit-Übersetzungen, das sogar die Stimme des Sprechers in anderen Sprachen simuliert.

Solche KI-Features erhöhen die Rechenlast erheblich. Die neue Architektur scheint der notwendige Unterbau zu sein, um diese Funktionen ohne Performance-Einbußen zu stemmen. Analysten sehen darin einen Branchentrend: „Super-Apps” wie Teams, die alles von Dokumentbearbeitung bis 4K-Videokonferenzen abdecken, setzen zunehmend auf „Divide and Conquer”-Ansätze.

Zurück zu den Engineering-Grundlagen

Während sich hybride Arbeit 2026 endgültig als Standard etabliert, sinkt die Toleranz für träge Collaboration-Tools. Microsoft signalisiert mit diesem Update: Neben auffälligen KI-Features konzentriert man sich wieder auf die technischen Grundlagen.

Gelingt die Trennung von Call- und Chat-Funktionen, könnte das jahrelange Meme „Teams bremst meinen Rechner aus” endlich Geschichte sein. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob Unternehmen ihre Sicherheitssysteme rechtzeitig anpassen – und ob die Performance-Versprechen im Alltag halten.

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