Tarifabschluss, Holz-

Tarifabschluss Holz- und Kunststoffindustrie tritt in Umsetzungsphase

01.02.2026 - 21:30:12

Der neue Tarifvertrag für Metall- und Elektroindustrie sieht Einmalzahlungen und stufenweise Lohnsteigerungen vor. Betriebsräte übernehmen nun die Kontrolle der korrekten Umsetzung in den Betrieben.

Nach zähen Verhandlungen beginnt für zehntausende Beschäftigte die konkrete Phase der Entgeltverbesserung. Die vereinbarten Erhöhungen müssen nun in den Betrieben ankommen – eine Mammutaufgabe für die Betriebsräte.

Die IG Metall hat den Tarifabschluss für wichtige Regionen wie Baden-Württemberg, Bayern und Niedersachsen bestätigt. Rund 7.500 Beschäftigte hatten mit Warnstreiks den Druck auf die Arbeitgeber erhöht. Jetzt geht es darum, das ausgehandelte Paket aus Einmalzahlung und stufenweisen Erhöhungen in die Praxis umzusetzen. Die eigentliche Arbeit beginnt erst.

Betriebsräte als Wächter der Vereinbarung

Die zentrale Verantwortung liegt nun bei den Betriebsräten. Sie müssen kontrollieren, ob die neuen Regelungen korrekt angewendet werden. Das betrifft zunächst die steuerpflichtige Einmalzahlung von 300 Euro für Vollzeitkräfte im April 2026. Teilzeitbeschäftigte erhalten einen anteiligen Betrag.

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Ab Juni 2026 folgt dann die erste tabellenwirksame Entgelterhöhung um 2,0 Prozent. Die zweite Stufe mit plus 2,2 Prozent tritt im Juli 2027 in Kraft. Besonders bei komplexen Lohnstrukturen oder Zulagen sind die Betriebsräte als Ansprechpartner und Prüfer gefordert. Ihre Aufgabe: Fehler vermeiden und die Rechte jedes Einzelnen durchsetzen.

Das steht im neuen Tarifvertrag

Der Kompromiss beendet eine Phase der Unsicherheit. Die Arbeitgeber hatten zunächst eine Nullrunde für 2026 gefordert.

Die Kernpunkte im Überblick:
* Einmalzahlung: 300 Euro im April 2026 (Auszubildende: 150 Euro).
* Erste Erhöhung: Löhne und Gehälter steigen um 2,0 Prozent ab 1. Juni 2026.
* Zweite Erhöhung: Weitere Anhebung um 2,2 Prozent ab 1. Juli 2027.
* Ausbildungsvergütung: Steigt in zwei Schritten um jeweils 30 Euro monatlich.

Der Vertrag hat eine Laufzeit von 27 Monaten. Eine Härtefallklausel erlaubt betriebsbedingte Verschiebungen der Einmalzahlung – spätestens bis Anfang 2027. Auch hier müssen die Betriebsräte genau hinschauen.

Signalwirkung für ganze Branche

Die Einigung in diesen Kernregionen hat Strahlkraft. Sie gilt als austariertes Ergebnis zwischen den Gewerkschaftsforderungen nach kaufkräftigen Löhnen und den Arbeitgeberhinweisen auf unsichere Auftragslagen.

Während im Westen die Umsetzung startet, laufen andernorts die Verhandlungen weiter. Besonders in Thüringen pocht die IG Metall auf eine stärkere Angleichung an das Westniveau. Der jetzt erzielte Abschluss setzt hier Maßstäbe.

Langfristig bleibt die Fachkräftesicherung die größte Herausforderung. Der Tarifabschluss soll ein Signal sein, um die Attraktivität der Branche zu steigern. Ob das gelingt, zeigt sich in den kommenden Monaten – Betriebsrat für Betriebsrat.

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