Tandem-Führung, Karriere-Stillstand

Tandem-Führung soll Karriere-Stillstand für Frauen beenden

16.01.2026 - 19:36:12

Der Anteil von Frauen in deutschen Führungspositionen stagniert. Das Modell der geteilten Führung gewinnt als Antwort darauf an Bedeutung, um Karriere und Familie vereinbar zu machen.

Die gläserne Decke bleibt hartnäckig: Der Anteil von Frauen in deutschen Chefetagen stagniert. Als strategische Antwort auf diese Entwicklung rückt das Modell der geteilten Führung, das sogenannte Topsharing, in den Fokus. Es soll vor allem Müttern den Aufstieg erleichtern und die starren Normen der Arbeitswelt aufbrechen.

Ernüchternde Zahlen belegen Stillstand

Aktuelle Berichte zeichnen ein klares Bild: Der Zuwachs an weiblichen Führungskräften in Deutschland ist ins Stocken geraten. Die bisherigen Maßnahmen zur Frauenförderung scheinen an ihre Grenzen zu stoßen. Die größte Hürde bleibt für viele qualifizierte Frauen die Vereinbarkeit von anspruchsvollen Führungsposten mit familiären Pflichten. Experten sehen darin ein klares Signal: Es braucht ein Umdenken in der Arbeitsorganisation, sonst bleibt viel Potenzial ungenutzt.

Topsharing: Zwei Köpfe, eine Position

Als vielversprechende Lösung wird intensiv über Tandem-Führung diskutiert. Dabei teilen sich zwei Personen, oft in Teilzeit, Verantwortung und Aufgaben einer klassischen Vollzeit-Führungsrolle. Das Modell bietet maximale Flexibilität und eine bessere Work-Life-Balance, ohne auf Karriere verzichten zu müssen. Für Unternehmen erschließt es einen größeren Talentpool – nämlich all jene hochqualifizierten Kräfte, die aus persönlichen Gründen keine 40-Stunden-Woche in einer Leitungsfunktion anstreben können.

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Doppelte Kompetenz, halbierter Stress

Die Vorteile sind vielfältig. Für Frauen, besonders in der Familienphase, bedeutet Topsharing: beruflich am Ball bleiben und Karriereziele verfolgen, bei reduzierter individueller Arbeitslast. Unternehmen profitieren von der doppelten Expertise und den unterschiedlichen Perspektiven eines Führungs-Duos. Studien deuten an, dass solche Tandems oft als produktiver, resilienter und innovativer gelten als Einzelpersonen. Zudem verteilt sich das Wissen, was die Abhängigkeit von einer einzigen Führungskraft verringert.

Politik gibt Rückenwind für Kulturwandel

Die Debatte ist nicht neu, gewinnt aber durch die aktuellen Zahlen an Dringlichkeit. Erst Anfang Januar beschloss der Berliner Senat einen Bericht zur Etablierung von Jobsharing im öffentlichen Dienst. Ziel ist es, die Verwaltung als attraktiven Arbeitgeber zu positionieren und die Gleichstellung voranzutreiben. Solche Initiativen zeigen, dass auch die Politik starre Führungsnormen aufbrechen will. Für die Privatwirtschaft wird eine offenere Kultur, die Modelle wie Topsharing aktiv lebt, damit immer mehr zur strategischen Notwendigkeit im Wettbewerb um Talente.

Erfolg hängt vom Vertrauen der Chefetage ab

Der Druck auf Unternehmen wächst, konkrete Schritte zu gehen. Experten fordern, dass Konzepte wie geteilte Führung fester Bestandteil der Personalstrategie werden müssen. Der entscheidende Faktor für ihren Erfolg ist jedoch ein innerer Kulturwandel. Es braucht das Vertrauen des oberen Managements und die echte Bereitschaft, Macht und Verantwortung zu teilen. Gelingt dies, könnte die Normalisierung von Tandem-Führung nicht nur den Karriere-Stillstand für Frauen beenden, sondern auch eine Antwort auf den allgemeinen Wunsch nach einer modernen, flexiblen Arbeitswelt für alle geben.

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