T-Systems startet souveräne Cloud-Offensive unter schärferen EU-Regeln
03.02.2026 - 09:54:12
Die europäische Cloud-Landschaft steht 2026 vor einem Umbruch. Neue Sicherheitsvorschriften und die volle Umsetzung der NIS2-Richtlinie zwingen Unternehmen zu strengeren Datenschutzmaßnahmen. Als Reaktion darauf hat T-Systems seine souveräne Cloud-Plattform deutlich ausgebaut – ein strategischer Schachzug im Wettbewerb mit US-Hyperscalern.
T Cloud Public als europäische Alternative
Am 2. Februar 2026 stellte T-Systems die erweiterte Version seiner „T Cloud Public“-Plattform vor. Das Angebot positioniert sich als vollwertige, souveräne Alternative zu marktbeherrschenden US-Anbietern wie Amazon Web Services oder Microsoft Azure. Laut Unternehmen deckt die Plattform bereits 80 Prozent der Kernfunktionen führender globaler Cloud-Dienste ab. Bis Ende 2026 soll volle Funktionsparität erreicht sein.
Hinter dem Launch steckt mehr als ein technisches Update. Es ist eine direkte Antwort auf verschärfte Prüfstandards von Zertifizierungsstellen wie TÜV Rheinland und TÜV SÜD. Die neue Cloud basiert auf einer „Zero Trust“-Architektur und ist nach den strengen C5-Kriterien zertifiziert. Für viele Unternehmen löst dies das „Souveränitäts-Dilemma“: Sie können skalierbare Cloud-Infrastruktur nutzen und gleichzeitig europäische Datenschutzvorgaben einhalten.
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NIS2 und ISO 27001: Der neue Prüfhammer
Warum ist diese Entwicklung jetzt so drängend? Seit Anfang 2026 gelten verschärfte Regularien ohne Übergangsfrist. Die aktualisierte Norm ISO/IEC 27001:2022 ist nun verbindlicher Standard für Informationssicherheits-Managementsysteme. TÜV-Prüfer achten streng auf die neuen Kontrollen, die Cloud-Sicherheit und Datenschutz stärker gewichten.
Parallel dazu ist die NIS2-Richtlinie voll wirksam. Sie weitet die Cybersicherheitspflichten für kritische Sektoren massiv aus. Der TÜV-Verband betonte bereits im Januar 2026: Unternehmen müssen umfassende Risikomanagement-Maßnahmen umsetzen und signifikante Vorfälle binnen 24 Stunden melden.
Die Folge? Ein einfaches Abhaken von Compliance-Listen reicht nicht mehr. Die Prüfschwerpunkte 2026 liegen auf:
* Sicherheit der Lieferkette: Cloud-Anbieter müssen nachweisen, dass ihre Sicherheitsstandards auch bei Subunternehmern gelten.
* Incident-Response: Fähigkeit zur Echtzeiterkennung und Meldung von Datenschutzverletzungen wird getestet.
* Datensouveränität: Technische und rechtliche Maßnahmen müssen extraterritorialen Datenzugriff verhindern – ein Kernargument für Angebote wie T Cloud Public.
Die nächste Hürde: Der KI-Gesetz der EU
Noch ist das Regelwerk nicht vollständig in Kraft. Doch ab August 2026 werden die Transparenzanforderungen des EU-KI-Gesetzes bindend. Das betrifft KI-Systeme wie Chatbots oder automatische Entscheidungstools, die in der Cloud gehostet werden.
TÜV SÜD bietet bereits freiwillige Konformitätsbewertungen und „Readiness-Checks“ für KI-Systeme an. Diese prüfen technische Dokumentation und Transparenzprotokolle. Ziel ist, dass KI-Modelle in der Cloud ihre Entscheidungen erklären und KI-generierte Inhalte klar kennzeichnen können.
Ein Beispiel für den Trend: Das Betrugspräventionsunternehmen RISK IDENT erhielt Ende Januar 2026 von TÜV SÜD die ISO/IEC 27001:2022-Zertifizierung. Immer mehr Firmen suchen solche externen Validierungen, um die Sicherheit ihrer oft KI-gestützten und cloud-basierten Systeme nachzuweisen.
Markt unter Druck: Souveränität wird Pflicht
Die Kombination aus souveränen Cloud-Optionen und strengeren Audits verändert den Markt. „Digitale Souveränität“ ist vom Schlagwort zur Compliance-Notwendigkeit geworden. Rechtsberater von Kanzleien wie Taylor Wessing verweisen auf ein komplexes Geflecht aus Datengesetz und branchenspezifischen Regeln für Auto- oder Gesundheitsdaten.
Plattformen wie T Cloud Public, die volle Konformität mit europäischen Standards beanspruchen, setzen US-Hyperscaler unter Druck. Sie müssen ihre eigenen „Sovereign Cloud“-Angebote ausbauen. Für europäische IT-Leiter wird die Anbieterauswahl einfacher: Sie können auf TÜV-zertifizierte, lokal gehostete Alternativen verweisen, um Prüfer zu überzeugen.
Was kommt als Nächstes?
Der Rest des Jahres 2026 dürfte einen „Run auf Compliance“ bringen, wenn die August-Frist für KI-Transparenz näher rückt. T-Systems kündigte an, seine Industrial AI Cloud am 4. Februar 2026 live zu schalten. Sie verbindet Hochleistungsrechnen mit souveränem Datenschutz.
Die Botschaft der Prüfer ist klar: Cloud-Compliance ist kein einmaliger Akt. Sie erfordert kontinuierliche Überwachung, modernste Verschlüsselung und strategische Partnerschaften mit zertifizierten Anbietern. Nur so lassen sich die integrierten Sicherheitsstandards der Zeit nach 2025 erfüllen.
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