T-Systems, Deutschlands

T-Systems startet Deutschlands erste „KI-Fabrik“ für die Industrie

05.02.2026 - 04:32:12

Die Deutsche Telekom-Tochter bietet mit einer neuen Hochleistungsinfrastruktur in Deutschland eine datenschutzkonforme KI-Cloud als Alternative zu US-Anbietern an.

Deutsche Telekom-Tochter T-Systems hat eine souveräne Industrieprojekt für künstliche Intelligenz gestartet. Die neue „KI-Fabrik“ soll Unternehmen eine sichere Alternative zu US-amerikanischen Cloud-Diensten bieten.

Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, an dem die Debatte um Datensouveränität und die hohen Kosten regulatorischer Compliance sich zuspitzt. Viele Unternehmen stehen vor der Herausforderung, sensible Firmen- oder Kundendaten auf Servern außerhalb der Europäischen Union zu verarbeiten – ein erhebliches Compliance-Risiko. Die neue Infrastruktur in Deutschland bietet eine konkrete Alternative und hält die Daten im Rechtsraum der EU.

Eine Hochleistungs-Infrastruktur auf deutschem Boden

Herzstück der Initiative ist eine Hochleistungs-„KI-Fabrik“, die T-Systems in den letzten sechs Monaten mit den Partnern NVIDIA und Polarise aufgebaut hat. Die Infrastruktur operiert unter strengem deutschen Datenschutzrecht. Mit fast 10.000 NVIDIA-Blackwell-GPUs erreicht sie eine Rechenleistung von bis zu 0,5 ExaFLOPS. Theoretisch könnte diese Kapazität alle 450 Millionen EU-Bürger gleichzeitig einen KI-Assistenten nutzen lassen.

Die Investition zielt darauf ab, Unternehmen, Forschungseinrichtungen und den öffentlichen Sektor mit der nötigen Power für anspruchsvolle KI-Aufgaben zu versorgen – ohne Kompromisse bei der Datensouveränität. Der Fokus auf den lokalen Betrieb stellt sicher, dass alle Datenverarbeitung den Grundsätzen der DSGVO folgt.

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Der „Germany Stack“: Ein Ökosystem für konforme KI

Für eine umfassende Lösung arbeitet Deutsche Telekom mit SAP am sogenannten „Germany Stack“. Dieses integrierte Tech-Toolkit bietet Kunden alle notwendigen Komponenten für KI-Entwicklung und -Einsatz: von der sicheren Cloud-Infrastruktur der T-Systems bis hin zu SAPs Business-Technology-Plattform und KI-Anwendungen.

Der Stack ist speziell für den schnellen und sicheren Implementierung branchenspezifischer KI-Lösungen konzipiert. Zielgruppen sind kritische Sektoren wie der öffentliche Dienst, die Industrie und der Mittelstand. Damit soll eine zentrale Hürde für die KI-Einführung vieler deutschen Unternehmen beseitigt werden, die bisher aufgrund rechtlicher Unsicherheiten zögerten.

Globale Trendwende: Das Ende der grenzenlosen KI-Architektur

Der Start von T-Systems ist Teil eines globalen Trends hin zu souveränen KI-Stacks. Laut einer aktuellen IDC-Analyse endet die Ära einer einzigen, grenzenlosen globalen KI-Architektur. Sie wird von einer Realität abgelöst, die von Geopolitik und Regulierung geprägt ist.

Die Analysten prognostizieren, dass bis 2028 rund 60 Prozent der multinationalen Konzerne ihre KI-Stacks über verschiedene souveräne Zonen aufteilen müssen. Die Fragmentierung wird getrieben von Unternehmen, die Lieferkettenrisiken vermeiden und strengeren Datenschutzvorgaben entsprechen wollen. Es entstehen zunehmend getrennte „Ost versus West“-KI-Ökosysteme.

Analyse: Der Ausweg aus der europäischen „Souveränitätsfalle“

Europa gilt als Vorreiter bei der Setzung regulatorischer Standards, hinkt bei Innovation und Infrastruktur aber oft hinter den USA und China her. Eine Analyse der Frankfurter Allgemeinen Zeitung beschrieb dies kürzlich als „Innovations-Regulierungs-Paradoxon“: Ein Fokus auf detaillierte Regeln kann die Einführung neuer Technologien indirekt bremsen.

Initiativen wie die T-Systems-KI-Fabrik werden als entscheidende Gegenbewegung gesehen. Sie baut die tatsächliche Infrastruktur für eine souveräne Digitalwirtschaft – und definiert nicht nur ihre Regeln. Deutschland sichert sich damit nicht nur die Kontrolle über die Normen, sondern auch über die Plattformen, auf denen sie angewendet werden.

Die zunehmende regulatorische Prüfung globaler KI-Modelle unterstreicht die Dringlichkeit. Datenschutzbehörden, etwa in Italien, haben bereits Bedenken wegen möglicher Privatsphärenverletzungen durch KI-Tools von außerhalb der EU geäußert.

Ausblick: Sichere KI für regulierte Branchen

Die neue souveräne KI-Cloud dürfte die Einführung künstlicher Intelligenz in Deutschlands streng regulierten Branchen beschleunigen. Dazu zählen das Gesundheitswesen, der Finanzsektor und die öffentliche Verwaltung.

Mit einer sicheren und konformen Plattform können Unternehmen nun verstärkt leistungsstarke Open-Source-LLMs nutzen, wie etwa Europas eigenes Mistral Large, für den privaten Einsatz. So lassen sich maßgeschneiderte KI-Lösungen auf Basis proprietärer Daten entwickeln, ohne dass diese Daten jemals die eigene Kontrolle verlassen.

Die Zukunft der Unternehmens-KI in Europa sieht zunehmend lokal, sicher und regelkonform aus. Die Wahl zwischen modernster KI und strengem Datenschutz ist damit hinfällig geworden.

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