Supermarkt-Apps, Verbraucherschützer

Supermarkt-Apps: Verbraucherschützer warnen vor Daten-Deal

22.01.2026 - 08:32:12

Rabatte in Apps wie Lidl Plus oder Rewe Bonus führen laut Verbraucherzentrale zu geringen Ersparnissen, aber umfassender Datensammlung und manipulierten Kaufentscheidungen.

An der Supermarktkasse zahlen Kunden ohne App oft drauf. Doch ein neuer Bericht des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) enthüllt: Die vermeintlichen Schnäppchen haben ihren Preis – in Form persönlicher Daten und manipulativer Tricks.

Die reale Ersparnis durch Apps wie Lidl Plus oder Rewe Bonus liegt laut Analysen des Portals Smhaggle im Schnitt bei nur zwei Prozent. Das steht im krassen Gegensatz zur gefühlten Ersparnis: 93 Prozent der Nutzer glauben, regelmäßig Geld zu sparen. Während Lockangebote hohe Rabatte suggerieren, bleibt der Warenkorb insgesamt teuer.

Gamification: Der Einkauf wird zum Spiel

Besonders kritisch sehen Experten den Einsatz spielerischer Elemente. Apps nutzen digitale Rubbellose, Punkte-Sammelstufen oder „Bonus-Booster“, um Kunden zu binden. Die Folge: Zwei Drittel der Nutzer kauften laut vzbv in den letzten zwei Jahren Produkte, die sie nicht brauchten, nur um einen Rabatt freizuschalten. Statt zu sparen, geben viele so mehr Geld aus.

Anzeige

Passend zum Thema Datenschutz: Viele Shopping‑Apps sammeln still und heimlich Standort‑ und Nutzungsdaten – genau wie im Artikel beschrieben. Ein kostenloses Sicherheitspaket erklärt die 5 wichtigsten Schutzmaßnahmen für Ihr Android‑Smartphone: sichere App‑Einstellungen, Berechtigungen prüfen, automatische Updates, sicheres WLAN und regelmäßige Backups. So verhindern Sie, dass Ihre Einkaufsdaten für personalisierte Preise oder manipulative Angebote missbraucht werden. Gratis-Sicherheits-Paket für Android sichern

Der gläserne Kunde zahlt mit Daten

Der Preis für die „App-Only“-Rabatte sind umfassende persönliche Profile. Zur Registrierung sind Klarname, Geburtsdatum und Handynummer nötig. Über Software-Bausteine (SDKs) erfassen die Apps sogar, wie lange Nutzer ein Produkt betrachten oder wo sie einkaufen. Diese Verhaltensdaten sind für die Werbeindustrie wertvoll.

Der vzbv geht aktuell rechtlich gegen Lidl vor. Der Vorwurf: Der Discounter kläre unzureichend auf, dass Rabatte faktisch mit Daten „bezahlt“ werden. Die Koppelung an die Preisgabe mache die Einwilligung unfreiwillig – wer nicht mitmacht, zahlt den vollen Preis.

App-Zwang schafft Zwei-Klassen-Preise

Die flächendeckende Einführung digitaler Preisschilder verstärkt das Problem. Sie ermöglicht dynamische Preise, von denen Kunden ohne Smartphone ausgeschlossen sind. Senioren oder Datenschutz-Bewusste werden so systematisch benachteiligt.

Langfristig fürchten Experten personalisierte Preise: Jeder Kunde zahlt dann einen individuellen Betrag, basierend auf seiner Kaufkraft und seinem Einkaufsverhalten. Die technische Basis dafür ist mit App-Profil und digitalem Preisschild bereits geschaffen.

Rufe nach Regulierung werden lauter

Verbraucherschützer fordern nun ein Verbot von „Dark Patterns“ – jenen Design-Tricks in Apps, die Nutzer zu ungewollten Entscheidungen drängen. Auch die Praxis, Rabatte exklusiv an Daten zu koppeln, steht auf dem Prüfstand. Für 2026 werden wegweisende Gerichtsurteile erwartet, die die Transparenz regeln. Bis dahin bleibt die Frage: Ist der kleine Rabatt die Preisgabe des eigenen Konsumprofils wert?

Anzeige

PS: Schutz für Ihr Smartphone ist jetzt einfach – das kostenlose Android‑Sicherheits‑Paket zeigt Schritt für Schritt, wie Sie App‑Berechtigungen richtig konfigurieren, Tracker erkennen und unerwünschte Datenübermittlungen stoppen. Ideal für alle, die beim Einkauf über Apps nicht zur Datenpreisgabe gezwungen werden wollen. Holen Sie sich die leicht umsetzbaren Maßnahmen und Checklisten direkt per Mail. Jetzt Android-Schutz herunterladen

@ boerse-global.de