Süßholz: Beliebte Wurzel birgt Gesundheitsrisiken
05.02.2026 - 02:40:12Die in Lakritz und Tees beliebte Süßholzwurzel kann bei übermäßigem Konsum zu Bluthochdruck und Kaliummangel führen. Schuld ist der Wirkstoff Glycyrrhizin, der den Mineralstoffhaushalt im Körper empfindlich stört. Experten warnen besonders Risikogruppen vor zu hohen Dosen.
Was der Wirkstoff im Körper anrichtet
Der Süßstoff Glycyrrhizin ist etwa 50-mal süßer als Zucker. Im Körper wandelt er sich in Glycyrrhetinsäure um, die ein Schlüsselenzym in der Niere blockiert.
Die Blockade führt zu einem Cortisol-Überschuss, der wie das Hormon Aldosteron wirkt. Die Folge: Die Nieren halten mehr Natrium und Wasser zurück und scheiden verstärkt Kalium aus. Dieser gestörte Mineralstoffwechsel ist Ursache der Gesundheitsrisiken.
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Bluthochdruck und Herzprobleme drohen
Die eingelagerten Mengen an Natrium und Wasser erhöhen das Blutvolumen – der Blutdruck steigt. Besonders gefährlich ist das für Menschen, die bereits an Hypertonie leiden.
Gleichzeitig kann der Kaliumverlust zu einem Mangel (Hypokaliämie) führen. Kalium ist aber essenziell für Nerven und Muskeln, vor allem für den Herzmuskel. Symptome sind:
* Muskelschwäche und Müdigkeit
* Im schlimmsten Fall: Herzrhythmusstörungen
Wer besonders aufpassen muss
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) empfiehlt, nicht mehr als 100 Milligramm Glycyrrhizin pro Tag aufzunehmen. Diese Menge steckt bereits in etwa 50 Gramm normalem Lakritz – bei Starklakritz deutlich weniger.
Bestimmte Gruppen sollten besonders vorsichtig sein:
* Menschen mit Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen
* Personen mit Nierenproblemen
* Schwangere (Risiko für Frühgeburten)
Produkte mit hohem Glycyrrhizingehalt müssen den Warnhinweis tragen: „Enthält Süßholz – bei hohem Blutdruck sollte ein übermäßiger Verzehr dieses Erzeugnisses vermieden werden“.
Die versteckte Gefahr im Alltag
Die größte Herausforderung für Verbraucher ist die weite Verbreitung. Süßholz steckt nicht nur in offensichtlichen Produkten wie Lakritz, sondern auch in:
* Kräuter- und Arzneitees (bei Husten oder Magenbeschwerden)
* Bonbons und Kaugummis
* Einigen Nahrungsergänzungsmitteln
Die Wahrnehmung als „natürliche Zutat“ verleitet zur Unterschätzung. Wie viel Süßholz ist also noch unbedenklich? Die Antwort hängt stark von den versteckten Quellen ab. Experten fordern daher eine noch klarere Kennzeichnung, die den genauen Gehalt pro Portion angibt. Bis dahin bleibt nur der genaue Blick auf die Zutatenliste.
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