Südtirol, Mindestpunkte

Südtirol schafft Mindestpunkte für Wohnbauförderung ab

01.02.2026 - 22:13:12

Südtirol vereinfacht die Wohnbauförderung radikal, streicht das Punktesystem und erhöht die Fördersummen deutlich. Ziel ist es, den Zugang zum Eigenheim für junge Menschen und Familien zu erleichtern.

Ab heute gilt in Südtirol eine neue, vereinfachte Wohnbauförderung. Die Landesregierung strich die bisherige Mindestpunktezahl für den Erhalt eines Erstwohnungs-Beitrags. Diese Kernmaßnahme der „Wohnreform 2025“ soll vor allem jungen Menschen und Familien den Zugang zum Eigenheim erleichtern.

Punktesystem gehört der Vergangenheit an

Das komplexe Punktesystem mit seiner Mindesthürde von 20 Punkten ist Geschichte. Bisher schloss es viele Antragsteller von vornherein aus. „Die Reform zielt auf eine radikale Vereinfachung“, erklärt Wohnbaulandesrätin Ulli Mair, die das Projekt vorantrieb.

Neben der Punkte-Regel entfallen auch andere Hürden: starre Vorgaben zur maximalen Wohnfläche und die Anrechnung des Elternvermögens. Experten erwarten dadurch kürzere Bearbeitungszeiten und einen einfacheren Zugang zu den Fördermitteln.

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Höhere Grundbeträge und Bonus für Sanierungen

Die Reform bringt nicht nur weniger Bürokratie, sondern auch mehr Geld. Die neuen, einkommensabhängigen Grundbeträge steigen deutlich:
* Einzelpersonen: 35.000 Euro
* Zwei-Personen-Haushalte: 52.000 Euro
* Jedes weitere Familienmitglied: plus 8.000 Euro

Die Auszahlung liegt je nach Einkommen zwischen 50 und 100 Prozent dieses Betrags. Ein besonderer Anreiz gilt für nachhaltiges Bauen: Für Sanierungen oder Aufstockungen gibt es einen 25-Prozent-Bonus oben drauf. Grundvoraussetzungen wie ein fünfjähriger Wohnsitz in Südtirol und kein weiterer Immobilienbesitz bleiben bestehen.

Kampf gegen hohe Kosten und knappen Wohnraum

Die neuen Regeln sind eine Reaktion auf den angespannten Südtiroler Immobilienmarkt. Hohe Nachfrage von außen treibt die Preise. Die Reform soll sicherstellen, dass neu geschaffener Wohnraum vorrangig der ansässigen Bevölkerung zugutekommt.

Sie ist Teil eines größeren Pakets. Bereits reformiert wurden das Bausparmodell und vergünstigte Darlehen. Zudem gilt für alle Anträge nach Juni 2025 eine verlängerte Sozialbindung von 20 Jahren. Das soll Spekulation verhindern und Wohnraum langfristig sichern.

Wird der Traum vom Eigenheim wieder greifbar?

Branchenbeobachter rechnen mit einer Belebung der Nachfrage. Vor allem jene, die bisher knapp an der Punktemarke scheiterten, könnten nun ihre Pläne verwirklichen. Die höheren Fördersummen dürften dem Bausektor Impulse geben.

Langfristig hängt der Erfolg davon ab, ob das Angebot an leistbarem Wohnraum insgesamt wächst. Die Förderung von Sanierung und Verdichtung zielt darauf ab, bestehende Ressourcen besser zu nutzen. Die Landesregierung will die Wirkung der Reform genau beobachten – und bei Bedarf nachsteuern.

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