Südostasien, Demenz-Forschungsprojekt

Südostasien startet größtes Demenz-Forschungsprojekt

29.11.2025 - 10:10:12

Acht südostasiatische Staaten gründen Forschungs-Konsortium für frühe Demenzerkennung mit regional angepassten Diagnosemethoden und fokussieren auf kulturell spezifische Risikofaktoren.

Singapur gibt den Startschuss: Acht ASEAN-Staaten bündeln ihre Kräfte gegen die stille Epidemie. Das neue Konsortium SEACURE+ will Demenz erkennen, bevor sie unaufhaltsam wird.

Über 700 Millionen Menschen in Südostasien bekommen heute eine neue Perspektive im Kampf gegen Demenz. Die Nanyang Technological University (NTU) in Singapur hat das Southeast Asian Consortium on Neurocognition, Neuroimaging and Biomarker Research Plus (SEACURE+) offiziell lanciert. Das Besondere: Die Initiative konzentriert sich auf die frühe Vorstufe der Demenz – die leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI).

„Dies ist nicht nur ein Forschungsprojekt, sondern eine notwendige Evolution unserer Gesundheitssysteme”, erklärt Associate Professor Nagaendran Kandiah, Direktor des Dementia Research Centre Singapore und SEACURE+-Vorsitzender. Die Zahlen geben ihm recht: Gedächtniskliniken verzeichnen einen massiven Anstieg an Patienten im MCI-Stadium.

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Warum westliche Daten hier versagen

Jahrzehntelang dominierte westliche Forschung die Demenz-Diagnostik. Doch in Asien zeigt sich die Krankheit biologisch anders. Das klassische Alzheimer-Gen APOE-E4 spielt bei asiatischen MCI-Patienten nur bei 20 Prozent eine Rolle. Stattdessen finden Ärzte bei 40 Prozent vaskuläre Faktoren – verengte Blutgefäße im Gehirn.

„Wir können europäische oder amerikanische Daten nicht einfach kopieren und einfügen”, betont Prof. Joseph Sung, Senior Vice President der NTU. Faktoren wie Ernährung und die hohen Diabetes-Raten in Südostasien erfordern maßgeschneiderte Lösungen.

Acht Länder, ein Ziel

Das Konsortium vereint Kliniker und Neurowissenschaftler aus Singapur, Malaysia, Thailand, Vietnam, den Philippinen, Indonesien, Brunei und Myanmar. China und Indien sind als Ehrenmitglieder dazu. Diese Konstellation ermöglicht vergleichende Studien zwischen riesigen asiatischen Populationen.

Die Strategie ruht auf drei technologischen Säulen:

Digitale Biomarker: App-basierte kognitive Tests, kulturell und sprachlich angepasst an die Region.

Blutbasierte Diagnostik: Kostengünstige, skalierbare Bluttests zur Alzheimer-Früherkennung – ohne teure PET-Scans.

Genetische Kartierung: Untersuchung regionsspezifischer Risikofaktoren und deren Interaktion mit Umweltfaktoren.

Das kritische Zeitfenster nutzen

MCI markiert den Punkt, an dem Interventionen noch wirken. Das Konsortium setzt genau hier an. In den nächsten 12 bis 24 Monaten plant SEACURE+ die Etablierung standardisierter Protokolle für MRT-Bildgebung und kognitive Tests in allen Mitgliedsländern.

Multinationale Längsschnittstudien sollen zeigen, wie sich der Übergang von MCI zu Demenz besser vorhersagen lässt. Kognitive Screenings sollen in nationale Gesundheitsvorsorgeprogramme für Senioren integriert werden.

Signal an die Pharmabranche

Die Initiative sendet ein starkes Signal an die Medizintechnik- und Pharmaindustrie. Der asiatisch-pazifische Raum ist der am schnellsten alternde Markt der Welt. Die Harmonisierung klinischer Daten öffnet ein riesiges Feld für Validierungsstudien.

Im Vergleich zu europäischen Initiativen wie dem FINGERS-Netzwerk fokussiert sich SEACURE+ stärker auf vaskuläre Demenz und Mischformen – Krankheitsbilder, die in Asien häufiger vorkommen als reine Alzheimer-Fälle.

„Unser Ziel ist es, Demenz von einem schicksalhaften Urteil in eine managebare chronische Kondition zu verwandeln”, fasst Prof. Kandiah zusammen. Mit der Bündelung der Ressourcen hat Südostasien heute einen gigantischen Schritt in diese Richtung getan.

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