Südkoreas, Roboter-Allianz

Südkoreas Roboter-Allianz setzt auf Doppelstrategie für Weltmarkt

14.01.2026 - 00:44:12

Südkorea setzt mit einer staatlich geförderten Zwei-Spur-Strategie auf schnelle Kommerzialisierung und langfristige KI-Forschung, um im globalen Humanoiden-Wettbewerb eine führende Rolle zu erreichen.

Südkoreas Robotik-Branche verfolgt eine ausgeklügelte Doppelstrategie, um bis 2030 unter die Top drei im globalen Humanoid-Markt aufzusteigen. Der Plan kombiniert schnelle Kommerzialisierung mit langfristiger Forschung in KI und Hardware.

Die Initiative gewann auf der CES 2026 in Las Vegas an Fahrt. Konzerne wie Hyundai Motor Group und LG Electronics präsentierten dort fortschrittliche, KI-gesteuerte Roboter für Fabrik und Haushalt. Dieser Auftritt markiert den Übergang von Laborprojekten zu echten Anwendungen. Angesichts des harten Wettbewerbs aus den USA und China soll die neue Strategie technologische Stärke in Marktführerschaft verwandeln.

Die K-Humanoid Alliance: Ein nationales Kraftzentrum

Im April 2025 vom Handelsministerium (MOTIE) ins Leben gerufen, bündelt die Allianz die Kräfte des Landes. Über 40 Schlüsselorganisationen bilden ein “Dream Team”: Industriegiganten wie Samsung, LG und Hyundai, Robotikspezialisten wie Rainbow Robotics sowie Top-Universitäten.

Die öffentlich-private Partnerschaft wird durch eine staatliche Investitionszusage von über einer Billion Won (rund 685 Millionen Euro) bis 2030 gestützt. Die Ziele sind ambitioniert: Bis 2028 soll ein eigenes “Robot AI Foundation Model” entwickelt und die heimische Produktion kritischer Komponenten massiv gesteigert werden. Der Lokalisierungsgrad bei Sensoren, Motoren und Aktuatoren soll von 44 auf 80 Prozent steigen.

Die Doppelstrategie: Kurzfristiger Nutzen und langfristige Souveränität

Experten halten eine abgestufte Zwei-Spur-Strategie für den Erfolg entscheidend. Sie soll sowohl sofortige Relevanz als auch langfristige technologische Unabhängigkeit sichern.

Spur Eins konzentriert sich auf die nahe Zukunft: die Entwicklung und der Einsatz spezialisierter Humanoiden. Südkoreas Stärken in Fertigung und Automatisierung sollen genutzt werden, um Roboter in Logistik, Bau oder Pflege zu bringen. LG zeigte auf der CES seinen Heimroboter “CLOiD”, Hyundai den Fabrikroboter “Atlas”. Ziel ist es, reale Daten zu sammeln, Fähigkeiten zu verfeinern und ein Ökosystem aufzubauen. Die Serienproduktion könnte schon 2029 starten.

Spur Zwei ist die parallele Langzeitinvestition in Schlüsseltechnologien der nächsten Generation. Die strategische F&E priorisiert die Entwicklung von Roboter-KI auf Basis von Künstlicher Allgemeiner Intelligenz (AGI) und hocheffizienter, stromsparender Inferenz-Halbleiter. So will man Abhängigkeiten vermeiden und einen einzigartigen Wettbewerbsvorteil schaffen – nicht nur Anwender, sondern primär Innovator sein.

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Staatlicher Rückhalt und nationale Ambitionen

Die Doppelstrategie wird durch massive staatliche Unterstützung untermauert. Die Regierung stuft die Robotik als nationale strategische Schlüsselindustrie ein – gleichauf mit Halbleitern, Batterien und Displays. Das bringt Steuervorteile, bürokratische Erleichterungen und technischen Support.

Die Initiative ist Kern des “Vierten Intelligenten Robotik-Grundplans (2024-2028)”. Bis 2030 sind gemeinsame Investitionen von über 2,24 Milliarden Dollar geplant. Der Plan adressiert Herausforderungen wie die schrumpfende Erwerbsbevölkerung und soll die Verschmelzung von KI und Robotik in allen Wirtschaftssektoren vorantreiben.

Im globalen Wettrennen: Südkoreas eigener Weg

Der strategische Vorstoß kommt zur rechten Zeit. Der globale Humanoiden-Markt könnte von 1,5 Milliarden Dollar auf 38 Milliarden bis 2035 explodieren. Das Feld wird derzeit von US-Innovationen (Tesla, Boston Dynamics) und Chinas wachsendem Fertigungs-Ökosystem dominiert.

Die Doppelstrategie gilt als Südkoreas Antwort auf dieses Duopol. Durch die Kombination aus sofortiger Anwendung und Grundlagenforschung will das Land eine eigene Nische besetzen. Man erkennt an, dass ein Wettbewerb mit Chinas Produktionsvolumen oder dem F&E-Kapital der US-Konzerne schwer wäre. Stattdessen setzt Südkorea auf die Integration seiner weltklasse Fertigung mit einer staatlich geförderten Unabhängigkeit in Kern-KI und Hardware. So soll eine nachhaltigere und verteidigungsfähige Führungsposition entstehen.

Ausblick: Der harte Weg zur Robotermacht

Die K-Humanoid Alliance steht unter Zeitdruck. Bis 2028 müssen ein KI-Grundmodell und High-Spec-Prototypen stehen. Der Erfolg hängt von der effektiven Zusammenarbeit im Bündnis ab – von den Chaebols mit ihren Testumgebungen bis zu den forschungsstarken Unis.

Die Doppelstrategie soll sicherstellen, dass bereits heute Humanoiden in Fabriken einziehen, während gleichzeitig die Intelligenz und Komponenten für die autonomen Roboter der 2030er entwickelt werden. Gelingt dies, würde dies Südkoreas Status als Robotik-Macht nicht nur festigen, sondern auch seine industrielle Zukunft neu prägen.

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