Südkoreas KI-Gesetz stellt autonomes Fahren auf die Probe
28.01.2026 - 07:34:12Südkorea führt als eine der ersten Nationen ein umfassendes KI-Gesetz ein – und stellt damit seine boomende Autobranche vor eine Zerreißprobe. Das sogenannte „AI Basic Act“ trat am 22. Januar in Kraft und zielt darauf ab, rasante Innovation mit strengen Sicherheits- und Ethikstandards in Einklang zu bringen. Besonders die Entwickler von autonomen Fahrzeugen (Level 4 und höher) geraten nun unter verschärfte Aufsicht.
Das „Rahmengesetz zur Entwicklung Künstlicher Intelligenz und zur Etablierung von Vertrauen“ klassifiziert solche Hochrisiko-Systeme, die erhebliche Auswirkungen auf Leben, Sicherheit und Grundrechte haben können. Für die Hersteller bedeutet das: umfangreiche Risikobewertungen, die Sicherstellung menschlicher Aufsicht und detaillierte Sicherheitsdokumentation. Zwar gilt eine einjährige Übergangsfrist vor Strafen, doch die Branche muss ihre Roadmaps jetzt anpassen.
Innovation oder Überregulierung? Die Debatte entbrannt
Die Einstufung der Fahrzeuge als Hochrisiko-Technologie hat eine grundsätzliche Debatte entfacht. Die Regierung betont den Schutz der Bürger. Kritiker aus der Industrie befürchten jedoch, der bürokratische Aufwand könnte die Innovation ausbremsen und Südkoreas Wettbewerbsfähigkeit gefährden. Besonders pikant: Während „physische KI“ wie Roboter vergleichsweise locker reguliert bleiben, stehen autonome Autos unter besonders strenger Beobachtung.
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Dieser regulatorische Schritt kommt zu einem heiklen Zeitpunkt. Südkorea versucht, im globalen Rennen um das autonome Fahren aufzuholen. Erst am 21. Januar wurde die gesamte Stadt Gwangju zur Testzone erklärt, um mit realen Daten die Entwicklung zu beschleunigen. Das neue Gesetz zwingt die Konzerne nun, zwei Ziele parallel zu verfolgen: schnelles, datengetriebenes Lernen und gleichzeitig akribische, risikoscheue Compliance.
Milliarden-Investitionen neben neuen Sicherheitsvorkehrungen
Das KI-Gesetz ist nur ein Teil einer größeren nationalen Strategie. Während die Aufsichtsbehörden Sicherheitsvorkehrungen einziehen, pumpen die Politiker weiter Geld in die Entwicklung. Am 27. Januar eröffnete die Regierung ein neues „Physical AI“-Demonstrationslabor an der Jeonbuk National University, das als zentrale Testplattform für die Automobilindustrie dienen soll.
Schwergewichte wie die Hyundai Motor Group werden dort forschen. Zudem plant die Regierung zwischen 2026 und 2030 umgerechnet rund 1,5 Milliarden Euro in KI-gesteuerte Fertigungsmodelle zu investieren. Die Botschaft ist klar: Man will Sicherheitsguardrails bauen, ohne den Innovationsmotor abzuwürgen.
Blaupause für die Welt? Südkorea zieht vor der EU davon
Mit der sofortigen Inkraftsetzung seines Gesetzes ist Südkorea vielen Ländern voraus – auch der Europäischen Union, deren KI-Gesetz erst schrittweise eingeführt wird. Die globale Tech-Community beobachtet Seoul genau. Der südkoreanische Ansatz könnte zur Blaupasse werden, wie eine hochvernetzte Volkswirtschaft KI schnell integrieren kann, ohne das öffentliche Vertrauen zu verspielen.
Für die Autoindustrie formalisiert das Gesetz die enorme Verantwortung, KI einzusetzen, die auf öffentlichen Straßen in Echtzeit Entscheidungen trifft. Ein neu eingerichteter Unfalluntersuchungsausschuss wird künftig Hand in Hand mit den Bestimmungen des KI-Gesetzes arbeiten, um Vorfälle lückenlos aufzuklären.
Die kommenden zwölf Monate werden zur entscheidenden Anpassungsphase. In der Übergangsfrist erwartet die Branche weitere Klarstellungen zu den Compliance-Anforderungen. Die große Frage bleibt: Wird es der neu geschaffenen KI-Sicherheitsbehörde gelingen, eine Kultur der Sicherheit zu fördern, ohne die Innovation zu ersticken, die für den Weltmarkt nötig ist? Die Antwort wird darüber entscheiden, ob Südkorea sein Ziel erreicht, zum globalen KI-Kraftwerk aufzusteigen.
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