Südkorea startet weltweit erstes umfassendes KI-Gesetz
19.01.2026 - 09:03:12Südkorea erlässt als erstes Land ein vollständiges KI-Regelwerk – und setzt damit neue globale Maßstäbe für Technologie-Governance. Ab Mittwoch tritt das historische Artificial Intelligence Basic Act in Kraft und schafft einen Rechtsrahmen, der Innovation mit Sicherheit verbinden soll. Während die EU ihre KI-Verordnung etappenweise einführt, geht Südkorea den radikaleren Weg der sofortigen Vollumsetzung. Ein Jahr Übergangsfrist soll der Wirtschaft die Anpassung erleichtern.
Risikobasierter Ansatz für Hochrisiko-KI
Herzstück des Gesetzes ist eine klare Risikoklassifizierung. Die strengsten Auflagen gelten für „High-Impact AI“ – Systeme in sensiblen Bereichen wie Gesundheitswesen, Personalentscheidungen, Kreditvergabe und öffentlicher Verwaltung. Betreiber müssen umfangreiche Sicherheits- und Transparenzpflichten erfüllen: Risikobewertungen durchführen, menschliche Aufsicht gewährleisten und Nutzer über KI-Interaktionen informieren. Zudem sind detaillierte Dokumentationspflichten vorgeschrieben.
Ein besonderer Fokus liegt auf synthetischen Medien. Entwickler generativer KI müssen ihre Inhalte kennzeichnen oder wassermarkieren. Ausländische KI-Firmen mit bedeutendem Geschäft in Südkorea müssen einen lokalen Vertreter benennen. „Das Gesetz schafft die Grundlage für ein vertrauenswürdiges KI-Ökosystem“, erklärt ein Regierungssprecher.
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Zwischen Regulierung und Förderung
Die Regierung betont den ausgewogenen Ansatz. „Es geht nicht um Bremsen, sondern um verlässliche Rahmenbedingungen“, so das Ministerium für Wissenschaft und IKT (MSIT). In der einjährigen Übergangsphase bis Januar 2027 steht Beratung im Vordergrund. Verstöße werden zunächst nur mit Geldbußen bis umgerechnet 20.000 Euro geahndet.
Parallel entstehen neue Unterstützungsstrukturen. Ein Nationales KI-Sicherheitsforschungsinstitut soll ethische und sicherheitsrelevante Forschung vorantreiben. Ein zentrales Beratungszentrum hilft vor allem kleinen und mittleren Unternehmen bei Zertifizierungen und Folgenabschätzungen. Diese Doppelstrategie aus Regulierung und Förderung soll Südkorea unter die Top-3 der KI-Nationen bringen.
Industrie zwischen Aufbruch und Unsicherheit
Die heimische Tech-Branche reagiert gespalten. Großunternehmen sehen sich besser gerüstet für die Compliance-Anforderungen. Startups und KMU hingegen fürchten Bürokratie und Innovationshemmnisse. Eine aktuelle Umfrage zeigt massive Wissenslücken: 98 Prozent der lokalen KI-Startups haben noch keine Compliance-Systeme implementiert, fast die Hälfte kennt die Gesetzesdetails nicht.
Kritik gibt es an unklaren Vorgaben – etwa zur verpflichtenden Wasserzeichen-Kennzeichnung. Unklar bleibt auch, wie global agierende Tech-Giganten mit im Ausland trainierten Modellen effektiv kontrolliert werden können. Die Übergangsfrist wird damit zur Nagelprobe für Praktikabilität und Akzeptanz.
Globale Vorreiterrolle unter Beobachtung
Südkoreas kompromissloser Vollzug unterscheidet sich fundamental vom europäischen Stufenplan. Damit wird das Land zum Live-Experiment für ganzheitliche KI-Governance. Internationale Beobachter aus Politik und Tech-Branche verfolgen aufmerksam, ob der Spagat zwischen Sicherheit und Dynamik gelingt.
Das Gesetz verankert KI als strategische nationale Schlüsseltechnologie. Alle drei Jahre muss die Regierung einen aktualisierten nationalen KI-Masterplan vorlegen. Die kommenden zwölf Monate werden zeigen, ob dieser ambitionierte Rechtsrahmen tatsächlich vertrauenswürdige Innovation befördert – oder ob er die vielzitierte „Regulierungslücke“ durch eine Innovationslücke ersetzt. Die Lektionen aus Seoul werden die globale KI-Regulierungsdebatte nachhaltig prägen.
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