Studie, Akupunktur

Studie: Mehr Akupunktur könnte Krankenkassen Millionen sparen

15.01.2026 - 11:22:12

Eine neue Studie belegt, dass erweiterte Akupunktur bei chronischen Schmerzen die Gesundheitskosten senkt. Dies könnte die Diskussion um eine Ausweitung der Kassenleistungen neu entfachen.

Neue Daten zeigen: Eine Ausweitung der Akupunktur-Behandlungen für chronische Schmerzen könnte das Gesundheitssystem entlasten. Die Erkenntnisse kommen zu einem Zeitpunkt, in dem die gesetzlichen Krankenkassen ihre Zusatzbeiträge erhöht haben und nach Einsparpotenzial suchen.

Kosteneffizienz von Akupunktur belegt

Eine am 12. Januar 2026 veröffentlichte Studie liefert handfeste wirtschaftliche Argumente für mehr Akupunktur im Leistungskatalog. Die vom NIH Collaboratory durchgeführte „BackInAction“-Studie untersuchte eine erweiterte Akupunktur-Strategie bei älteren Patienten mit chronischen Rückenschmerzen.

Das Ergebnis: Die Behandlung senkte die schmerzbedingten Gesundheitskosten pro Patient um durchschnittlich 450 Euro jährlich im Vergleich zur Standardtherapie. Entscheidend ist, dass nicht nur die Akupunktur-Kosten, sondern vor allem der Verbrauch von Medikamenten und anderen medizinischen Leistungen zurückging.

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Für Deutschland ist diese Erkenntnis hochrelevant. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) entscheidet streng, welche Therapien Regelleistungen werden. Aktuell bezahlen Kassen Akupunktur nur bei chronischen Schmerzen der Lendenwirbelsäule und der Kniegelenke. Die neue Studie liefert Patientenschützern und Ärzteverbänden nun starke Argumente für eine Ausweitung dieser Indikationen.

Was die Kassen 2026 wirklich zahlen

Auch 2026 bleibt die Unterscheidung zwischen Pflicht- und freiwilligen Zusatzleistungen für Traditionelle Chinesische Medizin (TCM) entscheidend.

Regelleistungen: Eng begrenzt

Die gesetzlichen Kassen müssen Akupunktur nur unter engen Voraussetzungen bezahlen:
* Chronische Lendenwirbelsäulen-Schmerzen (mindestens sechs Monate bestehend)
* Chronische Kniegelenkschmerzen
* Behandlung nur durch speziell qualifizierte Ärzte

Andere TCM-Verfahren wie Tuina-Massage, Qigong oder chinesische Kräutertherapie gehören nicht zum Pflichtkatalog. Patienten zahlen hier aus eigener Tasche.

Satzungsleistungen: Der Wettbewerbsfaktor

Rund 70 gesetzliche Kassen bieten 2026 freiwillige TCM-Leistungen an – als Lockmittel im harten Wettbewerb. Die Modelle variieren stark:
* Gesundheitskonten: Viele AOK- und BKK-Kassen gewähren Jahresbudgets von 150 bis 500 Euro, flexibel einsetzbar für TCM, Osteopathie oder professionelle Zahnreinigung.
* Integrierte Versorgung: Einige Kassen wie die AOK Baden-Württemberg erstatten in speziellen Verträgen bis zu 100 Prozent der Kosten innerhalb ihres Netzwerks.
* Schwangerschaft: Immer mehr Kassen bieten Sonderbudgets für Akupunktur zur Geburtsvorbereitung oder gegen Übelkeit in der Schwangerschaft an.

Finanzdruck durch steigende Zusatzbeiträge

Hinter den Leistungsdiskussionen steht ein unter Finanzdruck stehendes System. Ende Dezember 2025 kündigten große Kassen deutliche Beitragserhöhungen für 2026 an:
* Techniker Krankenkasse (TK): Zusatzbeitrag steigt von 2,45% auf 2,69%
* DAK-Gesundheit: Anstieg von 2,8% auf 3,2%
* Durchschnitt: Der offizielle Durchschnittszusatzbeitrag liegt 2026 bei 2,9%

Diese Erhöhungen, getrieben durch eine milliardenschwere Finanzierungslücke, zwingen die Kassen zum Sparen. Freiwillige Leistungen wie TCM sind beliebte Marketinginstrumente für junge, gesundheitsbewusste Mitglieder – aber auch verzichtbare Ausgaben. Dennoch haben die wenigsten Kassen ihre TCM-Leistungen für 2026 gekürzt. Sie gelten als wichtiges Mittel zur Mitgliederbindung.

Neue DRGs und ambulante Operationen

Parallel verändert der neue Hybrid-DRG-Katalog 2026 die stationäre Versorgung. Seit 1. Januar 2026 umfasst er 106 neue Leistungen, die verstärkt ambulant erbracht werden können.

Das System betrifft vor allem chirurgische Eingriffe wie Hernien-Operationen. Schmerztherapeuten sehen jedoch Potenzial: Wenn mehr Operationen ambulant stattfinden, steigt der Bedarf an nicht-medikamentöser Schmerztherapie in der Nachsorge – etwa durch Akupunktur. Hier könnten sich Hybrid-DRGs und integrative Medizin künftig stärker verzahnen.

Wirtschaftlichkeit als neues Argument

Die Kosteneffizienz-Studie markiert eine mögliche Wende. Bisher scheiterte eine Ausweitung der TCM-Leistungen oft am fehlenden Nachweis der Wirtschaftlichkeit für das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG).

Jetzt zeigt die Studie: Erweiterte Akupunktur kann Gesamtausgaben senken. Das Argument der Befürworter lautet nicht mehr nur „Patienten wünschen es“ oder „es wirkt“, sondern zunehmend: „Es spart Geld“. Wenn TCM den Arzneimittel-Etat entlastet und teure Facharztbesuche bei chronischen Schmerzpatienten reduziert, erfüllt sie den gesetzlichen Wirtschaftlichkeitsauftrag der Krankenkassen.

Patienten, die TCM in Anspruch nehmen wollen, sollten 2026 genau die Satzungsleistungen ihrer Kasse prüfen. Die Beitragserhöhungen im Januar verlängern für viele Versicherte das Sonderkündigungsrecht. Ein Vergleich der TCM-Leistungen kann sich finanziell lohnen.

Hinweis: Dieser Artikel dient nur der Information und stellt keine medizinische oder versicherungsrechtliche Beratung dar. Versicherte sollten die konkreten Leistungen direkt bei ihrer Krankenkasse erfragen.

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