Studie, Microsoft

Studie: KI von Microsoft blendet australische Medien aus

24.01.2026 - 23:34:13

Eine Studie zeigt, dass Microsofts KI-Tool Copilot australische Journalisten kaum berücksichtigt und stattdessen internationale Quellen priorisiert. Dies bedroht lokale Medienfinanzierung und die Vielfalt der Berichterstattung.

Australische Journalisten sind in den News-Zusammenfassungen von Microsofts KI-Tool Copilot praktisch unsichtbar. Eine bahnbrechende Studie der Universität Sydney zeigt, dass die künstliche Intelligenz vorrangig US-amerikanische und europäische Quellen nutzt. Diese Schieflage bedroht die Finanzierung lokaler Nachrichten und die Medienvielfalt.

Die Forschung des Centre for AI, Trust and Governance offenbart ein systemisches Problem. Von 434 analysierten KI-Zusammenfassungen verlinkte nur etwa jede fünfte auf australische Medien. Selbst bei Nutzern vor Ort dominieren internationale Giganten wie CNN oder BBC. „Australische Nachrichten werden in den KI-Ergebnissen nicht angemessen repräsentiert“, warnt Studienleiter Dr. Timothy Koskie.

Algorithmen bevorzugen globale Giganten

Die Analyse zeigt ein klares Muster: Copilot priorisiert große, internationale Nachrichtenmarken. Selbst wenn die Nutzerfrage einen lokalen Bezug hat, liefert die KI häufig Inhalte von ABC America statt vom australischen Pendant. Australische Quellen, die es in die Antworten schaffen, sind fast ausschließlich große Konzerne wie Nine oder der öffentlich-rechtliche Sender ABC.

Kleinere, unabhängige Medienhäuser fehlen komplett. Besonders kritisch: Kein einzelner lokaler Journalist wird in den Zusammenfassungen namentlich genannt. Die menschliche Arbeit hinter den Nachrichten wird unsichtbar gemacht. Was bedeutet das für die Glaubwürdigkeit und Transparenz der Informationen?

Anzeige

Passend zum Thema KI-Regulierung: Die EU‑KI‑Verordnung bringt neue Kennzeichnungs- und Dokumentationspflichten für KI‑Systeme – und stellt viele Organisationen vor konkrete Umsetzungsfragen. Gerade Medienhäuser und Entwickler benötigen jetzt praxisnahe Hilfen, um Systeme korrekt zu klassifizieren, Nachweise zu führen und Übergangsfristen einzuhalten. Ein kostenloser Umsetzungsleitfaden erklärt verständlich die wichtigsten Anforderungen, liefert Checklisten, Praxisbeispiele und Vorlagen für die sofortige Umsetzung. Kostenlosen KI‑Verordnungs‑Leitfaden herunterladen

Existenzbedrohung für Verlage und Gefahr für die Demokratie

Die wirtschaftlichen Folgen sind drastisch. Laut dem Reuters Institute ist die Informationssuche eine der häufigsten Anwendungen für KI-Tools. Wenn Nutzer eine vollständige Zusammenfassung erhalten, klicken sie kaum noch auf die Original-Webseite. Diese Abwanderung des Web-Traffics untergräbt die Werbe- und Abo-Einnahmen, die Redaktionen finanzieren.

Dr. Koskie warnt vor einer Zunahme von „Nachrichten-Wüsten“, besonders in regionalen Gebieten. Weniger unabhängige Stimmen schwächen letztlich die Demokratie. Die KI-Tools könnten die ohnehin angespannte Medienvielfalt in Australien weiter aushöhlen. Steht das Land vor einem medialen Kollaps?

Neue Herausforderung für den Medien-Deal mit Tech-Konzernen

Die Studie wirft ein neues Licht auf die Debatte um das News Media Bargaining Code. Dieses Gesetz soll Tech-Plattformen wie Google und Meta zu Zahlungen an Nachrichtenverlage verpflichten. Doch die generative KI stellt eine neue, möglicherweise nicht abgedeckte Herausforderung dar.

Die Modelle wurden mit riesigen Mengen urheberrechtlich geschützter Nachrichtenartikel trainiert – ohne Entschädigung. Jetzt konkurrieren sie aktiv mit den Verlagen, indem sie deren Arbeit zusammenfassen und das Publikum abfangen. Dr. Koskie fordert, den Geltungsbereich des Codes auf KI-Tools auszuweiten. Technisch müssten die Systeme den geografischen Standort besser berücksichtigen.

Appell an die Politik: Handeln bevor es zu spät ist

Die Studie ist ein Weckruf für Politik und Medienbranche. KI-gesteuerte „Antwort-Maschinen“ drohen, den traditionellen Suchverkehr zu ersetzen und Geschäftsmodelle zu zerstören. Der Bericht fordert schärfere Kontrollen, damit mächtige digitale Gatekeeper wie Copilot die Medienvielfalt nicht weiter untergraben.

Die Zukunft wird eine Kombination aus regulatorischer Anpassung und technologischen Korrekturen erfordern. Die entscheidende Frage lautet: Können bestehende Regelungen wie der Bargaining Code erweitert werden, oder braucht es komplett neue Gesetze? Nur so können australische Geschichten auch in der digitalen Zukunft sichtbar bleiben.

Anzeige

PS: Seit August 2024 gelten in der EU neue Regeln für KI‑Systeme – wer sie ignoriert, riskiert empfindliche Sanktionen. Dieses Gratis‑E‑Book fasst kompakt zusammen, welche Kennzeichnungs-, Dokumentations- und Nachweispflichten jetzt gelten, zeigt Übergangsfristen und liefert konkrete Praxis‑Vorlagen für Entwickler, Redaktionen und Entscheider. Ideal, um schnell Klarheit zu gewinnen und rechtssicher zu handeln. Jetzt kostenlosen KI‑Umsetzungsleitfaden sichern

@ boerse-global.de