Studie, Gemeinsames

Studie: Gemeinsames Gruseln stärkt Beziehungen

10.01.2026 - 14:52:12

Forschungsergebnisse zeigen, dass kontrollierte Horror-Erlebnisse die soziale Verbundenheit fördern und als informeller Beziehungstest dienen können. Der Effekt basiert auf einer biochemischen Reaktion.

Eine neue Studie zeigt, dass Horror-Therapie mehr kann als Stress abbauen. Kontrollierte Angsterlebnisse wirken als sozialer Kitt und testen sogar Beziehungen.

Angst als Beziehungskleber im “Fear Garden”

Forscher der Society for Personality and Social Psychology (SPSP) veröffentlichten gestern überraschende Ergebnisse. Ihre Studie im “Gainesville Fear Garden” mit fast 4.000 Teilnehmern belegt: Gemeinsames Gruseln schweißt zusammen.

Die Analyse zeigt einen klaren Effekt. Nach dem Durchlaufen von Horror-Attraktionen berichteten Probanden von einem deutlich stärkeren Gefühl der Verbundenheit. Besonders ausgeprägt war dies bei physischem Kontakt wie Händchenhalten oder Umarmungen während des Erlebnisses.

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Interessanterweise diente das Erlebnis vielen als informeller “Beziehungstest”. Die Reaktion des Partners in der simulierten Stresssituation lieferte wertvolle Hinweise auf das reale Beziehungsgefüge. Beschützendes Verhalten stärkte die Bindung, während Distanz Fragen aufwarf.

Vom Stresshormon zum Bindungscocktail

Doch warum funktioniert das? Die Antwort liegt in unserer Biochemie. Bei kontrollierter Angst aktiviert der Körper nicht nur das bekannte “Kampf-oder-Flucht”-System.

Neu im Fokus steht die “Tend-and-Befriend”-Reaktion. In solchen Momenten schüttet der Körper neben Stresshormonen auch Oxytocin aus – das sogenannte Bindungshormon. Dieser Mix aus Erregung und sozialer Chemie erklärt den beobachteten Effekt.

Diese Erkenntnisse bauen auf früheren Arbeiten auf. Bereits Ende 2025 zeigte das Recreational Fear Lab der Universität Aarhus, dass kontrollierte Angst Entzündungswerte senken kann. Die neue Studie verbindet diese physiologischen Vorteile nun erstmals klar mit sozialen Aspekten.

Horror als Werkzeug der mentalen Hygiene

Der Trend zur bewussten Angstnutzung spiegelt sich auch in der Popkultur wider. Podcasts, die Horrorfilme psychologisch analysieren, erleben derzeit einen Boom.

Kulturkritiker beschreiben diesen Effekt als “Metabolisierung von realem Horror”. Fiktiver Schrecken hilft demnach, reale Ängste in einem sicheren Rahmen zu verarbeiten. Das Gehirn gewinnt so Kontrolle zurück – die Angst hat hier ein klar definiertes Ende.

Genau diese “Agentur über die Angst” macht den therapeutischen Wert aus. Im Gegensatz zu alltäglichen Sorgen ist der Grusel im Kino oder Spukhaus greifbar, begrenzt und vor allem: gemeinsam bewältigbar.

Die richtige Dosis macht den Unterschied

Experten betonen jedoch wichtige Grenzen. Der positive Effekt tritt nur unter zwei Bedingungen ein:
* Die Angst muss als freiwillig gewählt wahrgenommen werden
* Die Situation muss kontrollierbar erscheinen

Bei unfreiwilliger Konfrontation kann Horror retraumatisierend wirken. Die Studie zeigt auch, dass die Methode besonders für Menschen hilfreich ist, die Schwierigkeiten mit der Emotionsregulation haben. Sie trainieren so ihr Nervensystem, schneller wieder in den Entspannungsmodus zu finden.

Grusel auf Rezept? Die Zukunft der Therapie

Die neuen Erkenntnisse dürften sowohl die Unterhaltungsindustrie als auch die Therapielandschaft verändern. Erste Anbieter von Horror-Erlebnissen werden ihre Konzepte bereits stärker auf Paare und Gruppen zuschneiden.

Im klinischen Bereich denkt man laut über nächste Schritte nach. Könnten kontrollierte Angst-Elemente künftig in die Paartherapie integriert werden? Therapeuten könnten Paare gezielt moderaten Herausforderungen aussetzen, um Kommunikationsmuster unter Stress zu analysieren.

Für den Rest des Jahres 2026 erwarten Forscher weitere Studien. Eine zentrale Frage bleibt: Kann regelmäßiger Horror-Konsum wie eine Art “Impfung” gegen Alltagsstress wirken? Die aktuelle Studie liefert zumindest einen klaren Befund für den sozialen Nutzen.

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