Studie, Anerkennung

Studie fordert klinische Anerkennung für Natur-Therapien

06.01.2026 - 03:09:11

Eine neue Studie fordert die formelle Aufnahme naturbasierter Therapien in die klinische Versorgung. Unterstützt wird der Vorstoß durch frische physiologische Beweise aus Wien.

Die Debatte um die Rolle der Natur in der Medizin hat eine entscheidende Wendung genommen. Eine gestern veröffentlichte Studie in Nature Mental Health liefert erstmals einen konkreten Fahrplan, um naturbasierte Interventionen aus der Wellness-Nische in den Kern der Gesundheitsversorgung zu holen. Zeitgleich untermauern neue Daten aus Österreich die messbare Wirksamkeit von Waldaufenthalten als Stresspuffer.

Bislang galten Empfehlungen für Naturkontakt oft als netter Zusatz. Die Analyse der Griffith University argumentiert nun für einen Systemwechsel: Naturbasierte Therapien müssen fest in klinische Rahmenwerke integriert werden. Als idealen Träger identifizieren die Forscher die Ergotherapie.

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„Naturbasierte Therapien werden nirgendwo auf der Welt als nationale Antwort auf schlechte psychische Gesundheit finanziert“, erklärt Professor Ralf Buckley, Co-Autor der Studie. Das schaffe massive Hürden – von den Kosten bis zu Mobilitätsproblemen – gerade für diejenigen, die sie am dringendsten bräuchten. Die Integration in die etablierte Ergotherapie könnte diese Barrieren beseitigen.

Der Beweis: Cortisol sinkt in 20 Minuten

Die Forderung nach klinischer Anerkennung stützt sich auf handfeste biologische Daten. Eine Feldstudie der Medizinischen Universität Wien zeigt: Bereits ein 20-minütiger Aufenthalt im Wald reicht aus, um messbare Entspannung zu erzielen.

Im Gegensatz zu Kontrollgruppen in der Stadt, deren Stresslevel konstant blieben, wiesen die Wald-Probanden eine signifikante Senkung des Stresshormons Cortisol auf. Experten betonen, dass es hier nicht um subjektives Wohlbefinden geht, sondern um eine messbare, physiologische Reaktion des Körpers gegen chronischen Stress.

Vom „Green Care“ zum Kassen-Rezept

Während die Wissenschaft forscht, wächst in der Praxis bereits die passende Infrastruktur. In Österreich und Deutschland gewinnt „Green Care“ an Boden. Zertifizierte Bauern- und Forstbetriebe bieten soziale und gesundheitsfördernde Dienstleistungen an.

In den USA und Großbritannien sind „Nature Prescriptions“ bereits fester Bestandteil der psychiatrischen Zusatzversorgung. Kliniker verweben Park-Rezepte dort routinemäßig in die Behandlung, um Pharmakotherapie zu ergänzen. Die neue Studie liefert nun das theoretische Fundament, um solche Modelle auch in mitteleuropäischen Versicherungssystemen standardisiert umzusetzen.

Warum der Druck auf das System wächst

Die Entwicklung trifft den Nerv der Zeit. Angesichts explodierender Fallzahlen bei Angst und Depression sowie steigender Gesundheitskosten suchen Entscheider händeringend nach skalierbaren Lösungen.

Die Formalisierung der Natur-Therapie birgt ein doppeltes Potenzial:
* Kostensenkung: Prävention könnte teurere Interventionen bei chronischen Stressfolgen verhindern.
* Bessere Zugänglichkeit: Die Anbindung an die Ergotherapie würde die Behandlung aus der privaten Selbstzahler-Ecke in die Regelversorgung holen.

Was kommt jetzt?

Nach der Veröffentlichung wird erwartet, dass Fachverbände in den kommenden Monaten Pilotprojekte starten. Sie wollen testen, wie sich solche Leistungen konkret abrechnen lassen.

Beobachter rechnen damit, dass die Diskussion 2026 den Schritt von der Theorie in die Gesetzgebung schafft. Bewähren sich die Modelle, könnten Waldspaziergänge bald nicht mehr nur Freizeittipp, sondern ein ärztlich verordneter und kassenfinanzierter Baustein gegen die Volkskrankheit Stress sein.

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