Steuerreform 2026: Mehr Netto, aber keine Steuerfreiheit für Überstunden
06.01.2026 - 19:51:12Ab dieser Woche behalten Arbeitnehmer mehr von ihrem Bruttolohn. Die umfassende Steuerreform 2026 hebt den Grundfreibetrag an und verschiebt die Tarifstufen. Doch ein zentrales Versprechen der Regierung wurde gestrichen: Die geplante Steuerfreiheit für Überstundenzuschläge ist gescheitert.
Die Reform soll verhindern, dass Gehaltserhöhungen durch die Inflation von der Steuer aufgefressen werden. Konkret bedeutet das:
* Der Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro. Bis zu dieser Summe zahlen Alleinstehende keine Einkommensteuer.
* Der Spitzensteuersatz von 42 Prozent greift erst ab einem Einkommen von 69.879 Euro.
Finanzexperten rechnen für Durchschnittsverdiener mit einer jährlichen Entlastung von mehreren hundert Euro.
Das große Scheitern: Überstunden bleiben voll versteuert
Ursprünglich wollte die Bundesregierung Zuschläge für Mehrarbeit bis zu einem Viertel des Grundlohns steuerfrei stellen. Doch dieser Passus fiel im Dezember den finalen Haushaltsverhandlungen zum Opfer.
Gewerkschaften fürchteten eine Aushöhlung regulärer Jobs, Haushaltspolitiker sahen die Gegenfinanzierung in Gefahr. Das Ergebnis: Überstunden werden 2026 wie gewohnt voll versteuert. Lediglich die bestehenden Steuerfreiheiten für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit bleiben.
Klare Gewinner: Pendler und Familien
Während die Überstundenregelung kassiert wurde, setzten sich andere Entlastungen durch. Sie bringen spürbare Veränderungen:
- Pendlerpauschale: Sie steigt einheitlich auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. Die alte Stufenregelung mit 30 Cent für die ersten 20 Kilometer ist Geschichte. Millionen Berufspendler profitieren.
- Kindergeld: Es wurde zum Jahresbeginn auf einheitlich 259 Euro pro Kind und Monat angehoben. Der steuerliche Kinderfreibetrag stieg parallel.
Eine Reform der halben Sachen?
Wirtschaftsanalysten sehen in der Reform einen notwendigen, aber unvollständigen Schritt. Die Anpassungen an die Inflation seien zwingend gewesen, um Kaufkraft zu erhalten. Das Aus für die Überstunden-Regelung bewerten sie jedoch als verpasste Chance, Leistung stärker zu belohnen und dem Fachkräftemangel zu begegnen.
Arbeitgeberverbände kritisieren die Entscheidung scharf. Viele Firmen hatten bereits Pläne für attraktivere Überstundenvergütungen gemacht. Die überraschend deutliche Erhöhung der Pendlerpauschale werten Beobachter hingegen als Zugeständnis an die breite Masse der Steuerzahler.
Was bedeutet das für Ihren Lohnzettel?
Aktiv werden müssen Beschäftigte erstmal nicht. Die Lohnbuchhaltungen der Unternehmen stellen die Abzüge automatisch auf die neuen Werte um. Die höheren Nettobeträge sollten auf der Januar-Abrechnung sichtbar sein.
Für die Steuererklärung 2026 (abzugeben 2027) lohnt es sich, die Arbeitswege genau zu dokumentieren, um von der neuen Pendlerpauschale voll zu profitieren. Ob das Thema steuerfreie Überstunden vor der nächsten Bundestagswahl wieder aufkommt, ist offen. Für das laufende Jahr ist es vom Tisch.
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