Steuerfreibetrag, Netto

Steuerfreibetrag steigt: Mehr Netto für Millionen Deutsche

17.01.2026 - 03:04:12

Der steuerliche Grundfreibetrag wurde zum Jahresbeginn auf 12.348 Euro angehoben, um die kalte Progression auszugleichen und die Binnennachfrage zu stützen. Die Entlastung kommt allen Steuerpflichtigen zugute.

Ab 2026 bleibt ein größerer Teil des Einkommens steuerfrei. Die Erhöhung des Grundfreibetrags soll die Kaufkraft stärken und die kalte Progression ausgleichen.

Wer profitiert von der neuen Regelung?

Der steuerliche Grundfreibetrag wurde zum Jahresbeginn auf 12.348 Euro angehoben. Für gemeinsam veranlagte Paare verdoppelt sich der Betrag auf 24.696 Euro. Die Erhöhung um 252 Euro gegenüber dem Vorjahr kommt allen Steuerpflichtigen zugute – von Arbeitnehmern über Selbstständige bis hin zu Rentnern.

Doch die Entlastung wirkt unterschiedlich. Für Gering- und Normalverdiener ist der Effekt deutlich spürbarer als für Spitzenverdiener. Die Maßnahme zielt darauf ab, dass Lohnerhöhungen, die lediglich die Inflation ausgleichen, nicht durch den progressiven Steuertarif aufgefressen werden. Dieses Phänomen ist als kalte Progression bekannt.

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Warum wurde der Freibetrag erhöht?

Die Anpassung ist keine freiwillige Leistung des Staates, sondern eine verfassungsrechtliche Pflicht. Das Existenzminimum muss steuerfrei bleiben. Die konkrete Höhe leitet sich alle zwei Jahre aus dem Existenzminimumbericht der Bundesregierung ab, der die notwendigen Lebenshaltungskosten berechnet.

Die jetzt geltende Erhöhung auf 12.348 Euro wurde bereits Ende 2024 mit dem Steuerfortentwicklungsgesetz beschlossen. Sie basiert auf Prognosen zur Inflation und fand breiten politischen Konsens. Gleichzeitig läuft ein Verfahren vor dem Bundesfinanzhof, das prüft, ob die Freibeträge der Vorjahre möglicherweise zu niedrig angesetzt waren.

Welche weiteren Entlastungen gibt es 2026?

Das Steuerpaket für 2026 umfasst mehr als nur den höheren Grundfreibetrag. Auch der Kinderfreibetrag wurde angehoben – auf nun 3.414 Euro je Elternteil. Inklusive des Freibetrags für Betreuung und Erziehung summiert sich die Entlastung für Familien beträchtlich. Parallel stieg das Kindergeld leicht auf 259 Euro monatlich.

Auf der anderen Seite wurden die Beitragsbemessungsgrenzen für Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung erhöht. Für Besserverdiener bedeutet das höhere Sozialabgaben. Geringverdiener profitieren indes vom gestiegenen Mindestlohn.

Stützt die Maßnahme die Konjunktur?

Wirtschaftsexperten sehen in der Erhöhung einen wichtigen Impuls für die Binnennachfrage. Mehr Netto vom Brutto stärkt den privaten Konsum – eine entscheidende Stütze in unsicheren konjunkturellen Zeiten. Die Maßnahme wirkt dem Kaufkraftverlust durch die Inflation entgegen und entlastet Millionen Haushalte direkt.

Doch reicht das? Die Debatte über eine gerechtere Gestaltung des Steuersystems ist damit nicht beendet. Manche Verbände und Politiker fordern eine stärkere, automatische Anpassung des gesamten Steuertarifs an die Inflationsrate, um die kalte Progression dauerhaft zu stoppen.

Die nächste Anpassung des Grundfreibetrags steht für 2027 an. Sie wird sich erneut an der Preisentwicklung und dem kommenden Existenzminimumbericht orientieren. Die Frage, wie das Steuersystem zukunftsfest und sozial gerecht gestaltet werden kann, bleibt auf der politischen Agenda.

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