Steuerentlastung, Netto

Steuerentlastung 2026: Mehr Netto für Millionen Deutsche

08.01.2026 - 20:25:11

Das neue Steuerpaket senkt ab sofort die Abgabenlast mit einem höheren Grundfreibetrag, einer einheitlichen Pendlerpauschale von 38 Cent und mehr Kindergeld. Arbeitnehmer sehen die Entlastung bereits auf der Januar-Abrechnung.

Die erste volle Arbeitswoche des Jahres bringt für deutsche Steuerzahler spürbare Erleichterung. Ein umfangreiches Paket des Bundesfinanzministeriums senkt ab sofort die Abgabenlast. Im Fokus stehen ein deutlich erhöhter Grundfreibetrag und eine vereinfachte Pendlerpauschale.

Grundfreibetrag steigt auf 12.348 Euro

Der Einkommensanteil, der komplett steuerfrei bleibt, wird 2026 spürbar angehoben. Für Alleinstehende liegt der Grundfreibetrag nun bei 12.348 Euro, ein Plus von 252 Euro gegenüber 2025. Bei gemeinsam veranlagten Ehepaaren verdoppelt sich der Freibetrag auf 24.696 Euro.

Diese Anpassung soll die Kaufkraft vor allem für Gering- und Mittelverdiener schützen. Sie kompensiert die gestiegenen Lebenshaltungskosten und verhindert die sogenannte kalte Progression. Dabei frisst die Inflation Gehaltserhöhungen auf, weil Steuertarife nicht angepasst werden. Die neuen Grenzen sorgen dafür, dass inflationsbedingte Lohnzuwächse nicht durch höhere Steuersätze geschmälert werden.

Anzeige

Steuerexperten raten jetzt zur genauen Prüfung Ihrer ersten Gehaltsabrechnung — kleine Fehler bei Steuerklasse oder Kindergeld-Angaben können viel kosten. Der kostenlose MeinElster-Guide erklärt Schritt für Schritt, wie Sie Ihre Steuererklärung digital mit MeinElster korrekt ausfüllen, häufige Fallstricke vermeiden und die neuen Werte für Grundfreibetrag und Kindergeld richtig eintragen. Praktische Ausfüllhilfen und Praxistipps helfen Ihnen, das höhere Nettogehalt optimal zu berücksichtigen. Jetzt kostenlosen MeinElster-Guide sichern

Einheitliche Pendlerpauschale von 38 Cent

Eine weitreichende Vereinfachung betrifft die Entfernungspauschale. Ab sofort können Berufspendler für jeden einfachen Arbeitsweg 38 Cent pro Kilometer ab dem ersten Kilometer ansetzen. Bisher galt ein gestaffeltes System: 30 Cent für die ersten 20 Kilometer, erst ab dem 21. Kilometer 38 Cent.

Diese pauschale Erhöhung bringt vor allem Pendler mit kurzen und mittleren Strecken spürbar entgegen. Sie gleicht auch eine lange kritisierte Ungleichbehandlung zwischen Stadt und Land aus. Unabhängig von der Distanz erhalten alle Berufstätigen nun die gleiche Unterstützung für ihre Fahrtkosten – ob mit dem Auto oder öffentlichen Verkehrsmitteln. Die Entlastung wirkt sich bei der Steuererklärung für das Jahr 2026 aus.

Mehr Kindergeld und höhere Soli-Grenze

Das Steuerpaket enthält auch gezielte Hilfen für Familien und eine weitere Entlastung bei der Soli-Zulage.

Unterstützung für Familien

Das monatliche Kindergeld steigt um 4 Euro auf nun 259 Euro je Kind. Parallel wurde der Kinderfreibetrag angehoben. Er beträgt für zusammenveranlagte Eltern insgesamt 9.756 Euro pro Kind (4.878 Euro je Elternteil). Dieser doppelte Ansatz entlastet Familien mit geringem Einkommen über die direkte Zahlung und Besserverdiener über den steuermindernden Freibetrag.

Soli-Zuschlag nur für Topverdiener

Die Gruppe der Soli-Zahler schrumpft weiter. Die Freigrenze für den Solidaritätszuschlag liegt 2026 bei einer jährlichen Einkommensteuer von 20.350 Euro für Alleinstehende (2025: 19.950 Euro). Damit bleibt die überwiegende Mehrheit der Steuerzahler von dieser Abgabe befreit.

Hintergrund: Kampf gegen die kalte Progression

Die Maßnahmen sind eine direkte Folge des Inflationsausgleichsgesetzes. Es verpflichtet den Gesetzgeber, Steuertarife an die Preissteigerung anzupassen. So soll verhindert werden, dass der Staat ein stiller Profiteur der Inflation wird.

Ökonomen sehen in der höheren Netto-Kaufkraft einen wichtigen Impuls für den Binnenkonsum. Die Entlastung wirkt zusammen mit anderen Anpassungen: Seit Januar gilt ein Mindestlohn von 13,90 Euro pro Stunde. Die Grenze für Minijobs liegt bei 603 Euro monatlich.

Kritiker bemängeln allerdings, dass die erhöhte Pendlerpauschale lange Autofahrten subventioniere und damit klima- und verkehrspolitischen Zielen widerspreche. Die Bundesregierung verweist auf die beibehaltene Mobilitätsprämie für Geringverdiener ohne Einkommensteuerpflicht.

Das bedeutet die Reform für Arbeitnehmer

Die Entlastung wirkt sofort: Schon auf der Januar-Abrechnung, die Ende des Monats ausgezahlt wird, zeigt sich ein höheres Nettogehalt. Arbeitnehmer müssen nicht bis zur Steuererklärung 2027 warten.

Steuerexperten raten, die ersten Gehaltsabrechnungen genau zu prüfen. Besonders bei Kindergeld und der Steuerklasse sollten die neuen Werte korrekt eingetragen sein. Pendler sollten ihre Arbeitswege ab Jahresbeginn dokumentieren, um die pauschale Entlastung von 38 Cent voll ausschöpfen zu können.

Während Haushalte die direkte Entlastung spüren, dürfte die Debatte über die Finanzierbarkeit der Maßnahmen bereits in den anstehenden Haushaltsverhandlungen für 2027 neu aufflammen.

PS: Übrigens — wer seine Steuererklärung jetzt richtig vorbereitet, holt oft zu viel gezahlte Steuern zurück. Der kostenlose MeinElster-E‑Book-Download liefert Ausfüllhilfen, Checklisten und Praxis-Tipps, damit Sie die neuen Freibeträge und Kindergeld‑Angaben sauber angeben und Ihre Rückerstattung nicht riskieren. Hier MeinElster-E-Book downloaden

@ boerse-global.de