Steuer-Dauerlösung: Gastro zahlt dauerhaft nur 7 Prozent Mehrwertsteuer
11.01.2026 - 23:24:12Die deutsche Gastronomie atmet auf: Seit Jahresbeginn gilt für Speisen in Restaurants dauerhaft der ermäßigte Mehrwertsteuersatz von 7 Prozent. Die lang ersehnte Planungssicherheit ist damit Gesetz.
Was die neue Regelung bedeutet
Der Kern des Steueränderungsgesetzes 2025 ist eindeutig: Die Mehrwertsteuer auf Speisen in der Gastronomie wird von 19 auf 7 Prozent gesenkt. Diese dauerhafte Lösung gilt für Restaurants, Cafés, Kantinen und Bäckereien mit Theke. Getränke bleiben jedoch beim regulären Satz von 19 Prozent. Gastronomen müssen ihre Kassensysteme daher genau auf die getrennte Abrechnung einstellen.
Anders als die temporären Senkungen während der Corona-Pandemie handelt es sich um einen struktureller Eingriff. „Das ist keine kurzfristige Krisenmaßnahme mehr, sondern eine langfristige Entlastung“, kommentieren Rechtsexperten von Beck.de. Genau diese Verlässlichkeit hatte die Branche seit Jahren gefordert.
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Ein politischer Kraftakt kurz vor Jahresende
Der Weg zur dauerhaften Senkung war ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Bundesregierung brachte den Gesetzentwurf im September 2025 auf den Weg. Nach zügigen Beratungen stimmte der Bundestag am 4. Dezember zu. Die letzte Hürde nahm der Bundesrat am 19. Dezember. So konnte die Regelung pünktlich zum 1. Januar 2026 in Kraft treten.
Die Steuersenkung ist Teil eines größeren Entlastungspakets. Parallel steigt die Pendlerpauschale auf 38 Cent ab dem ersten Kilometer. Beide Maßnahmen sollen die Kaufkraft stärken und den Mittelstand entlasten.
Milliarden-Entlastung für eine krisengebeutelte Branche
Das Finanzvolumen ist gewaltig: Die Bundesregierung beziffert die jährliche Entlastung für Gastronomie und Verbraucher auf rund 3,6 Milliarden Euro.
Für die Branche beendet die Regelung eine zweijährige Durststrecke. Die vorübergehende Senkung war Ende 2023 ausgelaufen. Die Rückkehr zum vollen Steuersatz 2024 traf die Betriebe hart – viele kämpften mit Insolvenzen und drückten die höheren Kosten durch Preiserhöhungen an die Gäste weiter.
Wird das Essen jetzt also deutlich billiger? Marktbeobachter sind skeptisch. Die Steuersenkung biete vor allem Spielraum, um künftige Preisanstiege abzufedern. Sie helfe den Wirten, die gestiegenen Personal- und Energiekosten der vergangenen Jahre zu kompensieren, ohne alles an die Gäste weiterzugeben.
Jahrzehntelanger Steuer-Wirrwarr findet ein Ende
Die neue Stabilität beendet eine Phase der Ungewissheit. Während der Pandemie lag der Satz temporär bei 7, zeitweise sogar bei 5 Prozent. Die Rückkehr auf 19 Prozent 2024 löste heftige Proteste des Branchenverbands DEHOGA aus, der eine „Sterbewelle“ prophezeite.
Jetzt wird endlich eine alte Ungerechtigkeit beseitigt: Speisen zum Mitnehmen oder per Lieferdienst wurden historisch schon immer mit 7 Prozent besteuert. Der höhere Satz für den Restaurantbesuch stellte einen Wettbewerbsnachteil dar, über den seit Jahrzehnten gestritten wurde. Diese Schieflage gehört nun der Vergangenheit an.
Was jetzt auf die Gastronomie zukommt
Steuerberater mahnen derzeit vor allem eines: Kassensysteme prüfen. Die Updates für die korrekte Anwendung des 7-Prozent-Satzes müssen aktiv sein, um Konflikte mit dem Finanzamt zu vermeiden.
Mit der geklärten Steuerfrage rücken andere Herausforderungen in den Vordergrund. Der akute Fachkräftemangel und sich wandelnde Konsumgewohnheiten fordern die Branche weiterhin. Die Bundesregierung sieht in der gestärkten Gastronomie einen Schlüssel für lebendige Innenstädte und das Gemeindeleben. Die Steuersenkung ist damit auch eine Investition in den sozialen Zusammenhalt.
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