Stepstone-Bootcamp bereitet HR auf neue Gehaltstransparenz vor
27.01.2026 - 10:30:12Deutsche Unternehmen rüsten sich für die verschärfte Offenlegung von Gehältern ab Juni 2026. Heute treffen sich Hunderte Personalverantwortliche beim virtuellen „Gehaltsstrategie Bootcamp“ der Stepstone Group, um die letzte Phase der Vorbereitung auf das neue Entgelttransparenzgesetz einzuläuten. Die Botschaft ist klar: Die Zeit des Abwartens ist vorbei.
Noch knapp fünf Monate bleiben, bis die EU-Pay-Transparency-Richtlinie in nationales Recht umgesetzt sein muss. Das heute veranstaltete Bootcamp unterstreicht die Dringlichkeit, mit der die deutsche Wirtschaft jetzt handeln muss. Die Teilnehmer trainieren den Abschied von diskretionären Gehaltsmodellen hin zu datengestützten, rechtssicheren Vergütungssystemen.
„Es geht nicht mehr um Employer Branding, sondern um handfeste Compliance“, lautet der Tenor. Referenten wie Sven Maaßen, Senior Compensation Manager bei Stepstone, und Verhandlungsexperte Matthias Schranner zeigen praxisnah, wie Unternehmen ihre Gehaltsstrukturen einem „Realitätscheck“ unterziehen können. Die Haftungsrisiken bei Verstößen sind erheblich.
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Schwellenwert sinkt: Ab 100 Mitarbeitern wird berichtet
Die größte Neuerung betrifft die Berichtspflichten. Bisher galten oft Sonderregeln für Großkonzerne. Die novellierte Fassung des Entgelttransparenzgesetzes wird voraussichtlich bereits für Unternehmen mit 100 oder mehr Beschäftigten gelten. Diese müssen ab dem Stichtag am 7. Juni 2026 regelmäßig über ihren Gender Pay Gap berichten.
Eine kritische Änderung ist die Beweislastumkehr. Künftig muss der Arbeitgeber nachweisen, dass keine ungleiche Bezahlung vorliegt, sobald ein Mitarbeiter Tatsachen glaubhaft macht, die auf eine Benachteiligung hindeuten. Juristen raten daher zu wasserdichten, objektiv begründeten Systemen – und das bevor das Gesetz in Kraft tritt.
Marktkorrektur durch Transparenz erwartet
Aktuelle Daten zeigen den Handlungsbedarf. Der Stepstone Gehaltsreport 2026 beziffert das deutsche Medianeinkommen auf rund 53.900 Euro brutto. Die unbereinigte Lohnlücke zwischen Frauen und Männern stagniert jedoch bei etwa 16 Prozent.
Die neue Transparenz soll hier für Bewegung sorgen. Experten wie die Datenwissenschaftlerin Dr. Christina Langer sehen eine bevorstehende Marktkorrektur. Sobald unerklärliche Gehaltsunterschiede öffentlich werden, könnten insbesondere in unterdurchschnittlich bezahlten Branchen die Löhne steigen. Das Ende der Geheimniskrämerei zwingt zu fairen, nachvollziehbaren Gehaltsformeln.
Kulturwandel in Gehaltsverhandlungen
Das Gesetz verändert auch die Psychologie der Verhandlung. Wenn Mitarbeiter das Recht haben, Auskunft über die durchschnittliche Vergütung ihrer Position – aufgeschlüsselt nach Geschlecht – zu verlangen, müssen Führungskräfte auf schwierige Gespräche vorbereitet sein.
New-Pay-Expertin Nadine Nobile plädiert für radikal offene und für alle nachvollziehbare Gehaltsmodelle. Die Ära, in der Gehälter hinter verschlossenen Türen ausgehandelt wurden, geht zu Ende. Transparenz wird zum neuen Verhandlungsfundament.
Fieberhafte Suche nach Gehaltslücken beginnt
Die Zeit drängt. Nach dem Abschlussbericht der Expertenkommission im November 2025 befindet sich der Gesetzgebungsprozess in der finalen Phase. Branchenverbände prophezeien für das erste und zweite Quartal 2026 eine Welle interner Gehaltsaudits.
Unternehmen, die ihre Strukturen nicht bis zum Sommer überprüft und ungerechtfertigte Lücken geschlossen haben, riskieren Klagen. Das heutige Bootcamp ist ein Weckruf: Die kommenden fünf Monate werden von Datenanalyse und der grundlegenden Neujustierung der betrieblichen Wertschätzung geprägt sein.
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