Steiermark setzt auf Berufsmessen gegen Fachkräftemangel
07.02.2026 - 09:04:11Berufsorientierungs-Messen in der Steiermark boomen angesichts eines angespannten Arbeitsmarktes. Sie sollen die Lücke zwischen offenen Stellen und qualifizierten Bewerbern schließen. Die neuesten Zahlen zeigen: Der Handlungsdruck ist enorm.
Mit Stichtag 31. Jänner 2026 waren fast 50.000 Menschen in der Steiermark arbeitslos gemeldet – ein Plus von 3,9 Prozent zum Vorjahr. Gleichzeitig sank die Zahl der offenen Stellen auf unter 9.500, ein Minus von über zehn Prozent. Die Diskrepanz ist offensichtlich: Viele Arbeitssuchende passen nicht zu den gesuchten Profilen der Unternehmen.
Messen als Drehscheibe für Karrieren
Von Graz bis in die Regionen dienen Bildungs- und Berufsorientierungsmessen (BBO) als zentrale Knotenpunkte. Veranstaltungen wie die große S-BIM in Graz oder die „Check your future“-Messen ziehen jährlich tausende Besucher an. Im Fokus steht der direkte Dialog zwischen Schülern, Eltern und Personalverantwortlichen.
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Die Messen sind ein Gemeinschaftsprojekt von Wirtschaftskammer, AMS und Land. Sie präsentieren ein breites Spektrum: von Lehrberufen über Schulen bis zu Weiterbildung. Praxisnahe Mitmachstationen sollen das Interesse an verschiedenen Feldern wecken.
Fokus auf die dringend gesuchten Berufe
Wo fehlen die Fachkräfte besonders? Die Listen für 2026 sind lang:
- Technik & Handwerk: Maschinenbau, Starkstromtechnik, Fleischverarbeiter, Möbeltischler
- Gesundheit & Dienstleistung: Pflegekräfte, Friseure
- Zukunftsbranchen: Sogenannte „Green Jobs“ im Klimaschutz, wo allein in der Steiermark über 1.500 Stellen offen sind
Die Messen rücken gezielt Ausbildungsbetriebe aus diesen Mangelbranchen in den Vordergrund. Besonders die Lehre hat ihr Image gewandelt: Jugendliche können heute oft aus vielen Angeboten wählen, statt um eine Stelle zu konkurrieren.
Demografie verschärft das Problem strukturell
Der Fachkräftemangel ist kein vorübergehendes Phänomen. Die demografische Entwicklung setzt die Wirtschaft langfristig unter Druck. Der Anteil der über 50-Jährigen unter den Beschäftigten hat sich in 20 Jahren mehr als verdoppelt, während die Jüngeren weniger werden.
Bis 2040 wird die Zahl der Menschen im erwerbsfähigen Alter weiter sinken. Bereits heute geben 78 Prozent der Unternehmen an, vom Arbeitskräftemangel betroffen zu sein. Kurzfristige Konjunkturschwankungen überdecken dieses strukturelle Problem nur.
Ein Kraftakt mit langfristigem Plan
Das Land Steiermark hat gemeinsam mit Partnern einheitliche Qualitätsstandards für die Messen entwickelt. Dazu gehört eine Vor- und Nachbereitung im Schulunterricht, um die Wirkung zu verstärken. Die Messen sind damit fester Teil der Bildungslandschaft.
Die Termine für zahlreiche Messen Ende 2026 stehen bereits fest. Experten betonen: Einmalige Events reichen nicht aus. Nötig ist eine kontinuierliche Orientierung, die in der Schule beginnt und das ganze Erwerbsleben begleitet. Ergänzende Aktionen wie die Lehrstellen-Powerwoche des AMS im Februar zeigen, dass ein ganzes Bündel an Maßnahmen nötig ist, um den Arbeitsmarkt für die Zukunft zu wappnen.
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