Staatsoper Wien: Solaranlage startet auf historischem Dach
28.11.2025 - 01:59:12Die Wiener Staatsoper produziert ab sofort ihren eigenen Strom. Am Donnerstag nahmen Direktor Bogdan Roščić und Wien Energie die neue Photovoltaikanlage auf dem denkmalgeschützten Dach offiziell in Betrieb. Das Besondere: Spezielle grüne Solarmodule bleiben für Passanten unsichtbar und wahren das UNESCO-geschützte Stadtbild.
Nur wenige Wochen nach dem 70. Jahrestag der Wiedereröffnung setzt das Haus am Ring den nächsten Meilenstein. Die rund 500 Quadratmeter große Anlage beweist: Selbst strengster Denkmalschutz und moderne Energiegewinnung schließen sich nicht aus.
Das Herzstück sind 260 spezielle Glas-Folien-Module in mattem Grünton. Sie passen sich nahtlos in die Patina des historischen Kupferdaches ein – von der Ringstraße aus bleiben sie unsichtbar.
„Nachhaltigkeit gehört heute genauso zu unserem Selbstverständnis wie künstlerische Exzellenz”, erklärt Staatsoperndirektor Bogdan Roščić. Die Anlage liefert rund 100 Kilowattpeak – genug für etwa 30 Haushalte. Der Strom fließt direkt in die Grundlast des Opernhauses und betreibt Lüftungsanlagen, Haustechnik sowie die Beleuchtung der Foyers.
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Die Installation war ein logistischer Kraftakt. Jedes Modul musste unter Berücksichtigung der statischen Besonderheiten und strengen Brandschutzauflagen montiert werden. Die leichte Bauweise der Glas-Folien-Elemente schonte dabei die historische Bausubstanz.
Denkmalschutz als Innovationstreiber
Die Staatsoper liegt in der Kernzone des UNESCO-Weltkulturerbes „Historisches Zentrum von Wien”. Sichtbare schwarze Solarplatten wären hier undenkbar gewesen. Die Lösung: Die Anlage bleibt aus menschlicher Perspektive unsichtbar – nur aus der Vogelperspektive lässt sie sich erahnen.
Michael Strebl, Vorsitzender der Geschäftsführung von Wien Energie, betont die Vorbildwirkung: „Die Lösung auf der Staatsoper zeigt, dass wir keine Kompromisse zwischen Klimaschutz und dem Erhalt unseres kulturellen Erbes eingehen müssen.”
Die farbliche Anpassung und flache Montageart gelangen der Spagat zwischen historischer Silhouette und energetischer Modernisierung. Das Projekt dürfte als Blaupause für ähnliche Vorhaben an anderen historischen Stätten in Europa dienen.
Teil der Wiener Sonnenstrom-Offensive
Die Inbetriebnahme ist Teil einer breiteren Strategie der Bundestheater-Holding und der Stadt Wien. Die „Wiener Sonnenstrom-Offensive” will bis 2030 signifikante Dachflächen der Stadt für die Energiegewinnung nutzen.
Nach dem Burgtheater ist die Staatsoper das zweite große Bundestheater mit PV-Anlage. Pro Jahr spart die Eigenproduktion rund sechs Tonnen CO2 ein. Das mag im Vergleich zum Gesamtverbrauch des Opernbetriebs überschaubar wirken – die Symbolkraft und technische Machbarkeit im Altbau setzen jedoch ein wichtiges Signal.
Was das für die Immobilienbranche bedeutet
Die Fertigstellung sendet ein starkes Signal an die Immobilienwirtschaft:
- Technologische Reife: Farbige, ästhetisch anpassbare PV-Module sind im prestigeträchtigen Mainstream angekommen
- Wertsteigerung durch ESG: Autarke Teilversorgung mindert Betriebskostenrisiken und erhöht die Zukunftsfähigkeit historischer Immobilien
- Genehmigungspraxis: Das Bundesdenkmalamt öffnet sich für Lösungen, sofern die optische Integrität gewahrt bleibt
Dies könnte Investoren ermutigen, auch bei anderen geschützten Objekten in Wien energetische Sanierungen anzustoßen, die bisher als genehmigungsrechtlich aussichtslos galten.
Weitere Projekte in Planung
Die Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) und die Stadt Wien prüfen bereits weitere öffentliche Gebäude innerhalb des Rings auf ihre Solartauglichkeit. Brancheninsider erwarten in den kommenden Monaten weitere Projekte.
Für die Staatsoper selbst ist das Projekt noch nicht das Ende. Direktor Roščić kündigte weitere Effizienzmaßnahmen im Bereich der Gebäudetechnik an. Als nächster Entwicklungsschritt stehen Speicherlösungen in historischen Kellern an – um den tagsüber produzierten Strom auch für abendliche Vorstellungen nutzbar zu machen.
Wenn heute Abend der Vorhang für die nächste Vorstellung fällt, leuchtet das Licht im Foyer bereits ein Stück weit grüner.
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