Pölten, Pilotprojekt

St. Pölten startet Pilotprojekt für leistbares Wohnen

01.01.2026 - 06:35:12

Die Stadt vergibt Grundstücke im Baurecht, um mit den Einnahmen gezielt leistbaren Wohnraum für Pflegekräfte und andere Fachkräfte zu finanzieren. Das Modell soll zur Blaupause werden.

St. Pölten startet ein Pilotprojekt, das Wohnraum für Fachkräfte schafft. Die Stadt schreibt zwei städtische Grundstücke im Stadtteil Radlberg aus – nicht zum Verkauf, sondern im Baurecht. Der Clou: Die Einnahmen daraus finanzieren direkt günstige Dienstwohnungen für systemrelevante Berufe.

So funktioniert das “St.öltner Modell”

Üblicherweise fließen Baurechtszinsen in die Stadtkasse. In diesem neuen Modell werden sie zweckgebunden verwendet. Sie quersubventionieren Wohnungen für Menschen in Mangelberufen wie Pflege, Bildung oder bei der Feuerwehr. Die Stadt agiert damit als strategischer Partner für die lokale Wirtschaft.

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  • Die Grundstücke werden im Baurecht an einen gemeinnützigen Bauträger vergeben.
  • Die Baurechtszinsen finanzieren direkt günstige Mieten für Fachkräfte.
  • Ziel ist eine doppelte Wirkung: Mehr leistbarer Wohnraum und gezielte Fachkräftesicherung.

Wettbewerb um die besten Konzepte

Die Ausschreibung ist als Ideenwettbewerb angelegt. Eine Jury bewertet nicht nur Architektur und Nachhaltigkeit der eingereichten Entwürfe. Entscheidend ist, wie überzeugend die Bauträger das Modell der Dienstwohnungen in ihr Konzept integrieren.

Der Standort Radlberg wurde bewusst gewählt. Der Stadtteil im Norden ist dynamisch gewachsen und bietet durch die Nähe zu großen Arbeitgebern ideale Voraussetzungen für arbeitsplatznahes Wohnen.

Strategische Antwort auf teuren Wohnungsmarkt

Branchenbeobachter sehen in dem Schritt eine kluge Reaktion auf die angespannte Marktlage. Für gemeinnützige Bauträger ist das Baurechtsmodell attraktiv: Der teure Grundstückskauf entfällt, was die Investitionskosten senkt und letztlich die Mieten drücken kann.

Die Verknüpfung von Boden- und Arbeitsmarktpolitik gilt als vielversprechender Hebel. St. Pölten setzt damit ein Modell um, das in anderen Städten oft nur diskutiert wird.

Entscheidung fällt im Frühjahr

Die Ausschreibung läuft. Mit einer rege Beteiligung der großen Wohnbaugenossenschaften wird gerechnet. Die Juryentscheidung über den Zuschlag wird für das Frühjahr 2026 erwartet.

Bewährt sich das Pilotprojekt, könnte es zur Blaupause für weitere städtische Entwicklungsgebiete werden.

@ boerse-global.de