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St. Gallen gründet Amt für Daten und Statistik

06.01.2026 - 19:30:12

Der Kanton St. Gallen stellt seine Verwaltung auf die Zukunft aus. Mit dem neuen Amt für Daten und Statistik schafft er eine zentrale Schaltstelle für die digitale Transformation – und will damit zum Vorreiter im Umgang mit KI und strategischen Daten werden.

Aus der früheren Fachstelle für Statistik wird ein vollwertiges Kantonsamt. Diese Entscheidung, die am 1. Januar 2026 wirksam wurde, ist weit mehr als eine Umbenennung. Sie spiegelt die „wachsende Verantwortung in den strategischen Bereichen Daten und künstliche Intelligenz“ wider, wie die Kantonsregierung diese Woche mitteilte.

Fast drei Jahrzehnte lang lieferte die Vorgängerstelle grundlegende statistische Dienstleistungen. Die Digitalisierung der öffentlichen Verwaltung erfordert heute jedoch einen deutlich breiteren Auftrag. Das neue Amt soll nicht nur hohe statistische Standards wahren, sondern auch eine umfassende Datenstrategie für Kanton und Gemeinden entwickeln. Damit folgt St. Gallen einem Schweizer Trend: Daten werden nicht länger als Verwaltungsnebenprodukt, sondern als strategisches Asset behandelt.

Fokus auf Linked Data und automatisierte Auskunft

Die operative Agenda des Amtes ist technisch ambitioniert. Fachmedien wie Netzwoche und Inside IT berichten über den Fokus auf Linked-Data-Architekturen. Diese Systeme verknüpfen Datenpunkte maschinenlesbar und schaffen semantische Zusammenhänge über verschiedene Plattformen hinweg.

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Eine konkrete Innovation sind sogenannte „Statbots“. Diese automatisierten Tools sollen die Datenverbreitung verbessern und statistische Informationen für Öffentlichkeit und Politik interaktiver zugänglich machen. Der explizite Auftrag lautet, Daten so zu organisieren, dass sie „optimal für zukünftige KI- und Machine-Learning-Systeme nutzbar“ sind. Dies ist das technische Fundament für nahtlose E-Government-Dienste, ein Kernziel der Digitalen Roadmap des Kantons.

Ethische Leitplanken durch Statistik-Charta

Bei aller Technikbegeisterung setzt der Kanton auf klare ethische Leitplanken. Das Amt unterzeichnete zum Start die überarbeitete Charta der öffentlichen Statistik der Schweiz. Diese verpflichtet auf wissenschaftliche Unabhängigkeit, Transparenz und Datenschutz.

Damit adressiert St. Gallen eine zentrale Herausforderung moderner Verwaltung: die Balance zwischen dem Nutzen großer Datenmengen und dem Schutz der Privatsphäre. Das Amt wird eng mit dem kantonalen Datenschutzbeauftragten zusammenarbeiten, um alle datengetriebenen Initiativen im Einklang mit dem strengen Schweizer Datenschutzrecht zu halten.

Motor für die Zusammenarbeit mit Gemeinden

Ein wesentlicher Teil des neuen Mandats ist die verstärkte Zusammenarbeit mit den Gemeinden. Viele Kommunen haben keine eigenen Data-Teams. Das Amt für Daten und Statistik wird zur zentralen Kompetenzstelle, die Gemeinden bei Datenmanagement-Herausforderungen unterstützt.

Diese koordinierende Rolle ist essenziell für die Initiative „eGovernment St. Gallen digital“. Nur mit interoperablen Datenstandards können digitale Dienstleistungen effizient und flächendeckend angeboten werden. Das zentrale Amt soll verhindern, dass kleinere Gemeinden im digitalen Wandel abgehängt werden.

Blaupause für den öffentlichen Sektor?

Die Gründung des Amtes ist symptomatisch für einen Umbruch in der öffentlichen Verwaltung im gesamten DACH-Raum. Alte Strukturen, oft abgeschottet und auf vergangenheitsbezogene Berichterstattung ausgelegt, sind den Anforderungen der KI-Ära nicht mehr gewachsen.

Analysten sehen in St. Gallens Ansatz eine potenzielle Blaupause. Die explizite Verankerung von KI-Readiness im Amtsauftrag geht über viele frühere Reformen hinaus, die IT und Statistik oft getrennt behandelten. Indem der Kanton diese Disziplinen zusammenführt, ermöglicht er datengetriebene, vorausschauende Politikgestaltung – und nicht nur deskriptive Analyse.

Zudem stärkt der Aufbau robuster lokaler Datenarchitekturen die digitale Souveränität. Statt sich von ausländischen Tech-Plattformen abhängig zu machen, setzt St. Gallen auf offene Standards und behält die Kontrolle über sein digitales Ökosystem.

Was kommt auf die Bürger zu?

Der unmittelbare Nutzen für die Bürger von St. Gallen mag zunächst subtil sein. Das langfristige Ziel ist jedoch klar: eine reagionsschnellere, effizientere und transparentere Verwaltung durch intelligente Datennutzung.

In den kommenden Monaten werden die ersten konkreten Projekte erwartet, etwa öffentliche Daten-Dashboards oder KI-gestützte Verwaltungstools. Das Amt wird zudem eine Schlüsselrolle bei der Umsetzung der kantonalen Digitalgesetzgebung spielen. Ob in der Stadtplanung, der Verkehrssteuerung oder den Sozialdiensten – überall soll hochwertiges, governables Datenmaterial die Innovation antreiben. Die größte Herausforderung bleibt dabei, das öffentliche Vertrauen in einer zunehmend automatisierten Welt zu bewahren.

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