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SSDs: Digitales Gold übertrumpft echtes Edelmetall

22.01.2026 - 17:43:12

Hochleistungs-SSDs sind erstmals teurer als Gold pro Gramm. Die immense Nachfrage der KI-Industrie führt zu globalen Engpässen und drastischen Preisanstiegen für Unternehmen und Verbraucher.

Der Preis für Hochleistungs-SSDs hat den von Gold pro Gramm überholt – angetrieben von einer beispiellosen Nachfrage der KI-Industrie. Diese Entwicklung markiert einen Wendepunkt und zeigt, wie die Bausteine der digitalen Welt zu begehrten Rohstoffen werden.

Eine aktuelle Analyse bestätigt, was ein aufmerksamer Nutzer auf Reddit zuerst bemerkte: Eine handelsübliche 8TB NVMe SSD ist mittlerweile teurer als das gleiche Gewicht in Gold. Der durchschnittliche Preis für ein solches Laufwerk liegt bei etwa 1.476 Euro. Bei einem Goldpreis von rund 148 Euro pro Gramm und einem SSD-Gewicht von 8,2 Gramm kostet das Edelmetall hingegen nur etwa 1.214 Euro. Die Untersuchung stützt sich auf über 100 Verbrauchermodelle großer Händler.

Die KI als Preistreiber

Hauptursache für diese dramatische Preisexplosion ist der explosive Boom der Künstlichen Intelligenz. KI-Training erfordert den ultraschnellen Zugriff auf riesige Datensätze in Rechenzentren. Das schafft einen unersättlichen Hunger nach Hochleistungsspeichern und führt zu einer globalen Knappheit an NAND-Flash-Speicher, dem Herzstück jeder SSD.

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Große Halbleiterhersteller konzentrieren ihre Produktion zunehmend auf lukrativere Märkte. Sie verlagern Kapazitäten auf hochpreisige Enterprise-SSDs und High-Bandwidth Memory (HBM) für KI-Beschleuniger. Jede dafür genutzte Siliziumscheibe fehlt im Konsumentenmarkt. Die Folge: Analysten prognostizieren für das erste Quartal 2026 einen Anstieg der NAND-Flash-Preise um 33 bis 38 Prozent im Vergleich zum Vorquartal.

Teure Zeiten für Verbraucher und Unternehmen

Die Knappheit trifft den gesamten Markt. Für Privatanwender ist ein PC-Upgrade deutlich teurer geworden. Beliebte Modelle von Western Digital haben sich seit Ende 2025 mehr als verdoppelt. Selbst 4TB-SSDs nähern sich der „goldenen“ Preisschwelle. Die Engpässe lassen auch die Preise für traditionelle Festplatten (HDDs) steigen. Berichten zufolge betragen die Lieferzeiten für einige Enterprise-HDDs bis zu zwei Jahre.

Im Unternehmensbereich ist die Lage noch extremer. Laut einem Bericht des Anbieters VDURA schnellte der Preis für eine 30TB Enterprise-SSD zwischen dem zweiten Quartal 2025 und dem ersten Quartal 2026 um 257 Prozent in die Höhe – von etwa 3.062 auf fast 11.000 Euro. Die Kosten pro Speichereinheit liegen für SSDs damit über 16-mal höher als für vergleichbare HDDs. Diese enorme Preisschere zwingt Firmen, ihre Speicherarchitekturen zu überdenken und könnte den Umstieg auf reine Flash-Rechenzentren ausbremsen.

Fragile Lieferketten und kein Ende in Sicht

Der Punkt, an dem hochintegrierter Silizumspeicher wertvoller als Gold wurde, ist mehr als eine Kuriosität. Er offenbart die Fragilität globaler Tech-Lieferketten und einen fundamentalen Wandel in der Bewertung digitaler Ressourcen. Der Halbleitermarkt verzeichnet 2026 ein Rekordwachstum, angetrieben vom Speichersektor. Allein der NAND-Flash-Markt soll um 112 Prozent wachsen.

Eine baldige Entspannung ist nicht in Sicht. Die Hersteller haben ihre Produktionskapazität für 2026 bereits vollständig ausverkauft. Experten rechnen damit, dass die Knappheit bis 2027 anhalten könnte. Die anhaltend hohen Preise werden Verbraucher weiter belasten und Unternehmen zu kosteneffizienteren, hybriden Speicherlösungen zwingen. Solange die KI-Revolution anhält, wird das „digitale Gold“ SSD seinen hohen Wert behalten.

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